Pfarrer Clemens Lübbers nimmt die Zukunft fest in den Blick
Viele Ideen und Herausforderungen

Sendenhorst/Albersloh -

Seit einem Jahr ist Clemens Lübbers Pfarrer der Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus. Er weiß, dass auch die Kirche vor Ort vor großen Herausforderungen steht. Dabei setzt er darauf, „nicht nur in Altem zu verharren, sondern auch neue Wege zu gehen“. Dazu gehören auch neue Veranstaltungen.

Samstag, 30.11.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 15:16 Uhr
Nach einem Jahr als Gemeindepfarrer zieht Clemens Lübbers eine positive Bilanz, sieht aber auch viele Herausforderungen, denen er sich mit Beschreiten neuer Wege stellen will.
Nach einem Jahr als Gemeindepfarrer zieht Clemens Lübbers eine positive Bilanz, sieht aber auch viele Herausforderungen, denen er sich mit Beschreiten neuer Wege stellen will. Foto: Christiane Husmann

Als Junge vom Land fühlt sich Clemens Lübbers im Münsterland wohl – insbesondere in Sendenhorst und Albersloh, wo er mittlerweile seit einem Jahr als katholischer Pfarrer tätig ist. „Sogar die Kibbeleien zwischen den beiden Orten erinnern mich an meine Heimat“, lacht der Geistliche, der auch schon mal zum Gespräch in die Kneipe einlädt. Da mag es nicht verwundern, dass inzwischen die Meinung „Der passt hier gut rein“ in der gesamten Gemeinde die Runde macht.

Kurz schaut der Pfarrer auf das vorangegangene Jahr mit seinen Veränderungen und Ereignissen zurück, bevor er einen Blick in die Zukunft wirft. Dass die auch für die Kirche vor Ort mit vielen Herausforderungen verbunden ist, weiß Clemens Lübbers. Die Zahl der Kirchenaustritte ist in den Jahren gestiegen. Oft würden steuerliche Gründe angeführt. Wie kann man dem begegnen? „Nicht nur in Altem verharren, sondern auch neue Wege gehen“, findet der Theologe, räumt aber ein: „Kirche ist wie ein Tanker, deshalb kann sie sich auch nur langsam verändern.“ Kirche und Staat, findet der Geistliche, sollten komplett voneinander getrennt sein. Für die Finanzierung könne er sich eine Art Kultursteuer wie in Italien vorstellen, von der ein Teil an die Kirche geht.

Kirche ist wie ein Tanker, deshalb kann sie sich auch nur langsam verändern.

Clemens Lübbers

Doch einige dieser Veränderungen stehen schon bald an – auch im liturgischen Bereich. So soll in der Ludgeruskirche an jedem zweiten Sonntag im Monat abends eine sogenannte „Come-and-see“-Messe gefeiert werden. Wie kann man sich das vorstellen? „Liturgie ist ein heiliges Spiel“, sinniert der Pfarrer und sagt, dass es Einflüsse aus der Jugendkirche „effata“ in Münster geben wird. Mit Licht, Musik, Videoclips und Beteiligungselementen sollen spirituelle Momente entstehen, die alle Generationen bewegen. „Wir leben in einer Zeit, in der sich gewaltig etwas verändert“, sagt Clemens Lübbers und gibt zu bedenken: „In unseren Köpfen und Herzen steckt aber immer noch zu sehr das Bild der Kirche aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert.“ Man müsse auch neue Wege gehen.

Neue Veranstaltungen für alle

„Sich versammeln“ nennt der Pfarrer ein weiteres Ziel. Ob bei Filmabenden, Ausstellungen oder beim Festmahl: Gemeinschaftliche Veranstaltungen, auch ökumenisch, stehen auf der Agenda der Gemeinde. „Wir fangen jetzt mal damit an – man darf neugierig sein“, verspricht Clemens Lübbers und glaubt: „Es gibt nicht die eine Antwort, wie Kirche in Zukunft sein wird, da muss man experimentieren.“

Es gibt nicht die eine Antwort, wie Kirche in Zukunft sein wird, da muss man experimentieren.

Clemens Lübbers

Als eine Kernaufgabe sieht der Pfarrer die Ermöglichung von Glaubenserfahrungen und die Vertiefung des Glaubenswissens. Beispielsweise in kleinen Gesprächsrunden. Oder, wie es ab Advent 2020 geplant ist, indem ein Kirchenjahr unter ein Leitwort gestellt wird. „Nehmen wir das Alte Testament“, schlägt der Geistliche als Beispiel vor. „Verschiedene Vereine könnten sich genau wie die ganze Gemeinde individuell und intensiv mit dem jeweiligen Leitwort befassen“, sagt Clemens Lübbers, der auf „Klassisches und Neues“ setzt.

Neu und erfreulich ist, dass es im kommenden Jahr eine gemeinsame Wallfahrt der Kirchenorte Sendenhorst und Albersloh geben wird. Bisher hielten vermeintlich unüberwindbare Terminüberschneidungen von einer gemeinsamen Wallfahrt nach Telgte ab. „Beim Reden am runden Tisch konnte man sich einigen“, freut sich der Geistliche und glaubt, dass die imaginäre Grenze in der Alst weiter schrumpfen und sich irgendwann auflösen kann. Dazu könne auch die Kirchengemeinde beitragen.

Realschule, Kita und St. Martin

In der Gemeinde warten vielschichtige Aufgaben auf den Pfarrer. Auch im Bereich Bauen. Als formaler Chef der Realschule St. Martin wird Clemens Lübbers mit deren Sanierung befasst sein. Da ist neben dem Bistum in den kommenden Jahren auch die Stadt mit im Boot. Weiter steht der Neubau der Kita St. Johannes an. Zudem erfolgt die Renovierung der St.-Martin-Kirche. In welchem Umfang das geschehen wird, steht noch nicht fest.

Und dass das Pfarrheim in Sendenhorst ab dem ersten Advent „Martinushaus“ heißen soll, ist ebenfalls neu.

Konzerte und Ausstellungen in den Gotteshäusern sind zudem Ideen, die umgesetzt werden sollen. Auf dem Zettel stehen zudem Filmabende und ein Frauenmahl, das im kommenden Jahr erstmals in Albersloh stattfinden soll.

Dabei gilt für Clemens Lübbers eines: „Mir geht es nicht darum, den Leuten hinterherzulaufen.“ Wohl aber, die Menschen für etwas zu begeistern.

Für den Pfarrer gibt es viel zu tun. Neben der guten Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand, dem Pfarreirat, dem Pastoralteam und den Mitarbeiterinnen im Pfarrbüro lobt der Geistliche: „Hier gibt es immer noch viel ehrenamtliches Engagement.“ Und das sei unerlässlich.

Hier gibt es immer noch viel ehrenamtliches Engagement.

Clemens Lübbers

Bei aller Arbeit gilt es auch, sich zu entspannen. Eine große Rolle spielt für Clemens Lübbers die Musik. Die muss aber nicht zwingend kirchlich sein – zu gerne schwingt der Pfarrer das Tanzbein. Auf verschiedenen Festen hat er bewiesen, dass er Taktgefühl hat. Eine Eigenschaft, die in der Gemeinde in vielerlei Hinsicht gut ankommt.

Nach einem Jahr in der Gemeinde zieht Clemens Lübbers eine positive Bilanz. Und da fällt dem Geistlichen zu den Menschen und dem Wirken in seiner neuen Heimat nur ein Fazit ein: „Senhorst-Abschlau: whow“.

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