Am „Klimastreiktag“ gehen in Albersloh viele Menschen auf die Straße
Die Gier nach immer mehr

Albersloh -

Menschen aller Generationen machten sich am Abend des „Klimastreiktags“ auf den Weg, um im Dorf am Fackelzug teilzunehmen. Sie forderten dazu auf, mit Nachdruck etwas gegen den Klimawandel zu tun. Dabei spielte auch die Ungerechtigkeit auf der Welt bei der Ausbeutung der Ressourcen eine Rolle.

Sonntag, 01.12.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 15:16 Uhr
Mit einem Fackellauf durchs Dorf wurde am „Klimastreiktag“ in Albersloh unter großer Beteiligung demonstriert.
Mit einem Fackellauf durchs Dorf wurde am „Klimastreiktag“ in Albersloh unter großer Beteiligung demonstriert. Foto: Christiane Husmann

„Ich bin Mika Maschning, 14 Jahre alt, und stehe heute hier vorne, um euch zu sagen, wie wichtig mir eine Welt ist, in der ich ohne Angst vor Klimakatastrophen leben kann.“ So wie Mika gingen viele junge Menschen am Freitagabend in Albersloh auf die Straße, um sich zu positionieren.

Auf der Wiemhove waren es aber nicht nur junge Leute, sondern Bürger aller Generationen, die mit einem Fackellauf ein Zeichen setzen wollten. Als Initiator freute sich das Team des Sozial-Zentrums „Fels“ über die große Teilnahme. Dazu gehörte auch Heinz Wenker : „Wir treffen uns heute zum zweiten Mal, um mit Nachdruck etwas gegen die Klimakrise zu tun“, erklärte er und bezog mit einigen Worten Stellung.

Eine Minderheit beutet den Planeten aus

Genauso wie Pfarrer Clemens Lübbers : „Dass es so viel schreiende Ungerechtigkeit auf dieser Welt gibt, hängt nicht nur, aber sehr stark mit Ausbeutung zusammen.“ Auch zitierte er aus der von Papst Franziskus verfassten Enzyklika „Laudato si“, in der es beispielsweise heiße: „Eine Minderheit hält sich für berechtigt, in einem Verhältnis zu konsumieren, das unmöglich verallgemeinert werden könnte, denn der Planet wäre nicht einmal imstande, die Abfälle eines solchen Konsums zu fassen.“

Mika Maschning

Mika Maschning Foto: Christiane Husmann

Unter den Rednern war auch Willi Berheide, der sich des Märchens „Der Fischer und seine Frau“ bediente, um aufzuzeigen, dass die Gier nach immer mehr ein unglückliches Ende nehmen kann. Außerdem trug er ein plattdeutsches Gedicht vor, um zum weihnachtlichen Konsumverhalten Stellung zu beziehen.

Dass es so viel schreiende Ungerechtigkeit auf dieser Welt gibt, hängt nicht nur, aber sehr stark mit Ausbeutung zusammen.

Clemens Lübbers

Als Jugendlicher und Vertreter zukünftiger Generationen erhielt Mika Maschning das Wort. „Ich habe Angst davor, dass es in der Zukunft viel schlimmere Naturkatastrophen geben wird. Es passieren leider viele zerstörerische Dinge auf der Erde“, meinte Mika und appellierte an jeden einzelnen und an die Regierung, zu handeln: „Sonst können wir unser Klima nicht retten.“

Diese Jugendlichen protestierten gegen die Umweltverschmutzung.

Diese Jugendlichen protestierten gegen die Umweltverschmutzung. Foto: Christiane Husmann

„Es geht nicht mehr nur um Eisbären, es geht um unsere Zukunft, es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder“, fasste es Annette Dimmer-Deppe mit ihren Worten zusammen, bevor sie zur gemeinsamen Demonstration aufrief. Mit brennenden Fackeln und Musik machten sich die Klimademonstranten auf den Weg durchs Dorf. Angeführt von der Polizei, die die Verkehrssicherheit regeln sollte, verteilten sie Postkarten, auf denen Mahatma Gandhi zitiert wird: „Du selbst musst der Wandel sein, den die Welt vollziehen soll.“

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