Premiere: Plattdeutsche Theatergruppe sorgt für beste Unterhaltung
Im Haus liegen die Nerven blank

Albersloh -

Die Nerven liegen blank im Mietshaus, und das Chaos ist kaum noch zu durchschauen. Richtig problematisch wird es, als ein Mann vom Amt auftaucht. Das neue Stück der plattdeutschen Theatergruppe des Heimatvereins bietet beste Unterhaltung. Bei der Premiere herrschte volles Haus.

Dienstag, 03.12.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 15:16 Uhr
Wie entsorgt man sach- und fachgerecht Onkel Georg? Wirklich in der Biotonne?
Wie entsorgt man sach- und fachgerecht Onkel Georg? Wirklich in der Biotonne? Foto: Christiane Husmann

Den Schauspielern der plattdeutschen Theatergruppe des Heimatvereins wird bei ihrem aktuellen Theaterstück einiges abverlangt. Während die einen viel Sprechtext haben, müssen die anderen Körpereinsatz zeigen. Aber auch das Publikum ist gefordert. Trainierte Lachmuskeln sollten die Voraussetzung sein, um das ausgesprochen unterhaltsame Stück „Geld in’n Büdel“ ohne Muskelkater zu überstehen.

„Hiätlik Willkuomen, laiwe Lüe!“, begrüßte Anne Vorderderfler als Regisseurin und Übersetzerin des Theaterstücks das Publikum, das in der voll besetzten Wersehalle erwartungsvoll vor der Bühne saß. Dann hob sich zuerst der Vorhang für die „Kinner ut Abschlau“. Die hatten „Dönekes“ einstudiert, die für laute Lacher sorgten. Mit witzigen Pointen verstanden sie es, das Publikum in Stimmung zu bringen und kassierten viel verdienten Applaus.

Was tn? Irgendwie ist alles aus dem Ruder gelaufen.

Was tn? Irgendwie ist alles aus dem Ruder gelaufen. Foto: Christiane Husmann

Während das Lampenfieber bei den Kindern nach gelungenen Auftritten allmählich wieder sank, hob sich der Vorhang zum großen Theaterstück.

Ein sichtlich nervöser Erich Schwarz (Andreas Möllenkamp) hat nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit gelernt, wie leicht es ist, an Geld vom Sozialamt zu kommen. Mit einem Scheck fürs Wohngeld für seinen Untermieter, der nach Kanada ausgewandert ist, fängt alles an. Schwarz erfindet Leute, die in seinem Haus leben und für die er finanzielle Zuschüsse beantragt.

Es fließt viel Geld

Viel Geld fließt, und alles geht gut, bis Amtmann Paul Jansen (Conni Rauße) an der Haustür schellt. Ein unterhaltsames Wirrwarr beginnt, bei dem Untermieter Norbert Dobermann (Manni Röckmann) nicht nur seine Identität, sondern auch Hose gegen Kleid tauschen muss.

Im Mietshaus herrscht Ratlosigkeit.

Im Mietshaus herrscht Ratlosigkeit. Foto: Christiane Husmann

Linda Schwarz (Elke Große Perdekamp) ahnt von dem ganzen Schlamassel nichts, und Onkel Georg (Rainer Gottmann), der eigentlich einiges richten soll, rafft es (fast) dahin – oder wie es Erich ausdrückt: „He hätt dat Ääs tokniäpen.“

Ik häw extra de Biotonne metbracht.

Der Bestatter

Das ruft nicht nur Bestatter Bartmann (Sebastian Sievers), sondern auch die resolute Gemeindeschwester Nele Schönefeld (Birgit Wahlert) auf den Plan. Während sich die Fachkräfte mit Pietät an die Bestattung der vermeintlichen Leiche machen, gehen Schwarz und Dobermann pragmatischer vor: „Ik häw extra de Biotonne metbracht.“

Beunruhigt ist derweil Berta Dirksen (Conni Neufert), die ihren Freund vermisst. Während im Mietshaus nicht nur die Nerven blank liegen, ist Frau Meier-Missfeld (Maria Naber) auf der Suche nach ihrem verschwundenen Amtskollegen. Ob die Beamtin am Ende Klarheit in die verzwickte Angelegenheit bringen kann, ob Onkel Georg von den Toten aufersteht, und ob Erich Schwarz weiter ungestraft Zuschüsse kassiert – das alles sind Fragen, auf die man als Zuschauer des Stücks „Geld in’n Büdel“ gestoßen wird und auf die das Publikum am Ende erhellende Antworten kassiert.

Weitere Aufführungen

► Zu viel soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, denn am Mittwoch, 4. Dezember, um 15 Uhr, am Freitag, 6. Dezember, um 19.30 Uhr, am Samstag, 7. Dezember, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr hebt sich erneut der Bühnenvorhang für die Schauspieler der plattdeutschen Theatergruppe, die das noch unwissende Publikum mit viel Witz und persönlichem Einsatz weitere Male bestens unterhalten wollen.

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