Preisträgerkonzert im Haus Siekmann
Bekanntes und „Verrücktes“

Sendenhorst -

Einen temperamentvollen Auftritt legte das „Xenon-Quartett“ im Haus Siekmann hin. Die vier Saxofonisten gestalteten das inzwischen 22. Preisträgerkonzert. Ein musikalischer Wirbelwind fegte am frühen Sonntagabend durch die Tenne. Gespielt wurde Bekanntes und „Verrücktes“.

Montag, 09.12.2019, 14:47 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 14:20 Uhr
Die vier Musiker des „Xenon-Quartetts“ überzeugten im Haus Siekmann durch ihre Spielfreude.
Die vier Musiker des „Xenon-Quartetts“ überzeugten im Haus Siekmann durch ihre Spielfreude. Foto: Dierk Hartleb

Ein musikalischer Wirbelwind fegte am frühen Sonntagabend durch die Tenne des Hauses Siekmann. Vier junge Saxofonisten des „Xenon-Quartetts“ zeigten eindrucksvoll, wie sich bekannte Klavierwerke wie Modest Mussorskys „Bilder einer Ausstellung“ in die Klangsprache ihrer Instrumente umsetzen lassen.

„6 Bagatellen“

Und wie vielfältig und polyphon das sein kann, erlebten die Besucher im Folgenden. Mit „6 Bagatellen“ des österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti hatte das Quartett einen überaus temperamentvollen Auftakt gewählt. Die kurzen Sätze genügten, im die Begeisterung Ligetis für neue Formen der Musik – er experimentierte auch mit elektronischer Musik – durchscheinen zu lassen.

Das „Saxophonquartett“ von Georg Friedrich Haas setzte danach neue Maßstäbe für die musikalische Rezeption. Lukas Stappenberg, Preisträger der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit (GWK) des Jahres 2018, übernahm es, die ungewöhnlich klingende Spektralmusik des gebürtigen Grazers zu erläutern, die aus Obertonreihung besteht. „Wir wurden gebeten, auch etwas Verrücktes zu spielen“, erklärte Stappenberg anschließend die Aneinanderreihung von Klangmustern und der speziellen Technik des Anstoßens.

Das „Verrückte“ hatte den Vorsitzenden des Fördervereins Haus Siekmann, Jürgen Krass, und seine Stellvertreterin Martha Daldrup bei der Preisverleihung der Musikpreise in Witten auf den Geschmack gebracht, das Ensemble, das als „junger Stern“ am Kammermusikhimmel strahlt, zum 22. Preisträgerkonzert einzuladen.

„Andante und Scherzo“

Zurück in ruhigere Bahnen führte das „Andante und Scherzo“ des französischen Komponisten Eugène Bozzo, Sohn eines Italieners, der sich sowohl als Komponist wie auch als Dirigent und Direktor des Konservatoriums Valenciennes einen Namen machte.

Den zweiten Teil des Konzertes widmeten Lukas Stappenbeck (Sopran), Anze Rupnik (Alt), Adrian Durm (Tenor) und Benjamin Reichel (Barition) dann der bildhaften Musik Mussorksy, der mit dem 1874 entstandenen Werk „Bilder einer Ausstellung“ seinen verstorbenen Malerfreund Victor Hartmann ein Denkmal setzte, das als Musterbeispiel für Programmmusik gilt. In dem an Klangfarben so reichen Zyklus entwickelten die vier jungen Musiker eine lautmalerische Spielfreude, die sich in ihrer Zugabe des „Dance macabre“ von Camille Saint-Saens nahtlos fortsetze.

Die vier jungen Saxofonisten vereinigten großes Können mit unbändiger Spielfreude und Humor und ließen den zweiten Advent auf unvergessliche Weise ausklingen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7121173?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Nachrichten-Ticker