Auftaktveranstaltung mit Befragung zu einem Dienstleistungszentrum in Albersloh
Verschiedene Angebote unter einem Dach

Albersloh -

Die Albersloher sind generell mit ihrem Wohnort zufrieden. Aber laut Umfrage gibt es auch Bedarfe. Insbesondere mit Blick auf mangelnde Post- und Bankdienstleistungen oder die ärztliche Versorgung im Dorf. Ob und wie das durch ein Dienstleistungszentrum aufgefangen werden kann, darüber berieten auf Einladung der Stadt Albersloher Bürger in dieser Woche.

Freitag, 13.12.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 18.12.2019, 13:54 Uhr
Während der Veranstaltung fragte Dr. Frank Bröcking die Teilnehmer nach ihren Bedarfen (kl. Foto). Auch Bedenken kamen bei der Befragung in der gut besuchten Wersehalle auf den Tisch.
Während der Veranstaltung fragte Dr. Frank Bröcking die Teilnehmer nach ihren Bedarfen (kl. Foto). Auch Bedenken kamen bei der Befragung in der gut besuchten Wersehalle auf den Tisch. Foto: Christiane Husmann

Vorab die gute Nachricht: „In Albersloh herrscht eine generelle Zufriedenheit und große Verbundenheit mit dem Wohnort.“ So lautet ein Ergebnis aus der Befragung, die vor einigen Monaten im Rahmen des Projektes „Gut und gemeinsam leben in Sendenhorst und Albersloh“ (GUGL) durchgeführt wurde. Aber laut Umfrage gibt es auch Bedarfe. Insbesondere mit Blick auf mangelnde Post- und Bankdienstleistungen oder die ärztliche Versorgung im Dorf.

„Ein lebendiges Ortszentrum mit einer Infrastruktur, die für alltägliche Bedarfe des Lebens und Wohnens in Albersloh Lösungen bietet, ist das Ziel unserer Überlegungen“, erklärte Bürgermeister Berthold Streffing bei der Begrüßung zur Auftaktveranstaltung zum Thema „Multifunktionales Dienstleistungszentrum in Albersloh“, bei der mittels einer Befragung Ideen, Meinungen, aber auch Bedenken gebündelt werden sollten. „Das begreifen wir als Chance, im Austausch mit Ihnen konstruktiv auf die strukturellen Veränderungen in Albersloh einzugehen“, meinte der Bürgermeister, bevor die Ergebnisse der oben genannten „GUGL“-Umfrage von Prof. Dr. Mirko Sporket und Markus Giesbers detailliert präsentiert wurden.

An diese Ergebnisse knüpfte der Vortrag von Dr. Frank Bröcking vom begleitenden Büro „planinvent“ an. „Die Lage ist nicht schlecht hier – ganz im Gegenteil“, befand er hinsichtlich der Nähe zu Münster. „Das Dorf wird sich positiv verändern“, meinte Bröcking auch mit Blick auf den steigenden Zuwachs junger Familien und glaubt: „Hobbys braucht man sich hier auch nicht zu suchen.“ Vereine und andere Angebote seien reichlich vorhanden und würden durch großes ehrenamtliches Engagement getragen. Aber die „GUGL“-Umfrage habe auch ergeben, dass die Albersloher das Angebot verschiedener Dienstleistungen als mangelhaft erachten.

Eine mögliche Lösung: ein multifunktionales Dienstleistungszentrum, in dem nicht nur verschiedene Dienstleistungsangebote wie Bank, Post und ärztliche Versorgung gebündelt werden könnten, sondern auch andere Angebote. Dabei stellte Dr. Frank Bröcking verschiedene Modelle vor, die bereits in der Praxis angewandt würden. „Multiple Häuser, in denen nicht nur Bank- und Postgeschäfte, sondern auch der Friseurbesuch oder der Kaffeeklatsch stattfinden.“ Gleichwohl müsse darauf geachtet werden, dass keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen aufgebaut würde.

Nach dem Vortrag waren die Albersloher gefragt, sich zu den Themen „Bedarf“, „Umsetzung“, „Engagement“ und „Vorsicht“ Gedanken zu machen. Als erstes fielen die Stichworte „Post“ und „Banken“. Auch Fahrdienste für ältere Menschen, „vielleicht verknüpft mit einer Tauschbörse“, kamen auf die Wunschliste: „Ich fahre die Oma, und sie passt meine Kinder auf.“ Ganz pragmatisch: „Wenigstens eine Einwurfmöglichkeit für die Banküberweisungen.“ Eine gute Verkehrsanbindung für alle wurde als weiterer Bedarf des Dorfes genannt. Eine Albersloh-App, ein Fahrradgeschäft, mehr Angebote für junge Leute – viele Ideen wurden in die Listen geschrieben, die zeitnah ausgewertet werden sollen.

„Wir sollten aber bestehende Strukturen nicht vernachlässigen“, warf Reinhard Seebröker ein. Vieles funktioniere in Albersloh sehr gut. Dazu meinte Dr. Frank Bröcking: „Es wird immer geschaut: Gibt’s das schon?“. Es solle keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu Angeboten entstehen. „Und hier wird auch nichts in Stein gemeißelt“, meinte Bröcking, der auf das weitere Mitwirken der Bevölkerung setzt.

Wann und wo ein mögliches Dienstleistungszentrum entstehen soll, ist noch offen. Das soll weiter in der Vorstudie zum bewilligten Förderprogramm „Dorferneuerung 2019“ erarbeitet werden. Die Stadt fordert die Albersloher Bürger auf, sich weiter mit ihren Ideen, Fragen und Bedenken an die Verwaltung zu wenden, namentlich an die Wirtschaftsförderin der Stadt Sendenhorst, Annette Görlich. Auch auf der Homepage der Stadt Sendehorst könne man sich zum Thema informieren und dort zudem die Ergebnisse zur „GUGL“-Umfrage und die Präsentation von Dr. Frank Bröcking einsehen.

„Es geht in erster Linie darum, dass wir Dienstleistungen nach Albersloh zurückholen“, fasste Berthold Streffing das Bemühen der Stadt zusammen. „Wir wollen in Zukunft viele Menschen zu uns holen und Frequenz schaffen“, meinte Streffing mit der Zuversicht: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das gut gelingen kann, wenn man sich einbringt und einige sich den Hut mit aufsetzen.“

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