„Politisch-kulturelle Wochen“ der VHS in Sendenhorst und Drensteinfurt
Die Vorgeschichte des Mauerfalls

Sendenhorst/Drensteinfurt -

Mit den Ereignissen, die zum Fall der Mauer vor 30 Jahren führten, beschäftigen sich die „Politisch-kulturellen Wochen 2020“ der Volkshochschule in Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt. In Sendenhorst wird am 9. Januar ein Film über eine Ballonflucht gezeigt.

Freitag, 03.01.2020, 06:00 Uhr
Die erste Veranstaltung in der Reihe der „Politisch-kulturellen Wochen“ in Sendenhorst ist ein Kino-Abend, der von der Flucht zweier Familien mit einem Ballon aus der DDR erzählt.
Die erste Veranstaltung in der Reihe der „Politisch-kulturellen Wochen“ in Sendenhorst ist ein Kino-Abend, der von der Flucht zweier Familien mit einem Ballon aus der DDR erzählt. Foto: VHS

30 Jahre deutsche Einheit bieten die Gelegenheit, zurückzublicken auf die Geschehnisse der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Welche politischen und kulturellen Ereignisse führten zum Mauerfall 1989? Welche landschaftliche, kulturelle und kulinarische Vielfalt bieten Ost- und Westdeutschland? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es bis heute – auch in der Sichtweise auf die politischen Entwicklungen und Entscheidungen, die zur Wiedervereinigung geführt haben? Diesen und weiteren Fragen wird im Rahmen der „Politisch-kulturellen Wochen 2020“ der Volkshochschule in Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt nachgegangen. Vielfältige Veranstaltungen greifen das Thema des Jubiläumsjahres auf und bieten die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit den Geschehnissen vor und nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu beschäftigen.

Zum Auftakt in Sendenhorst zeigt die VHS am Donnerstag, 9. Januar, um 19.30 Uhr den Film „Ballon“ im Haus Siekmann. In einem Ballon lässt Michael „Bully“ Herbig nach wahren Begebenheiten zwei Familien die DDR-Flucht auf dem Luftweg wagen. Den Familien Strelzyk und Wetzel aus Thüringen ist 1979 klar: Hier, in der Deutschen Demokratischen Republik, können sie nicht länger bleiben. Doch längst kommt man nicht mehr so einfach über die Grenze in die BRD, vor allem, wenn man nicht die Absicht hat, wieder zurückzukehren. Also entwickeln sie einen abenteuerlichen Plan: Sie wollen die Republikflucht mit einem Heißluftballon versuchen. Und weil an so ein Fluggerät schwer heranzukommen ist, bauen sie es einfach selbst. Zunächst läuft das Vorhaben gut, doch dann verliert der Ballon im kritischen Moment an Luft. Bald kommt die Stasi dem Fluchtversuch auf die Schliche – schnell also muss ein neuer Ballon gebaut werden.

„Ballon“ ist ein Film, der sich abseits von Herbigs sonstigen Komödien einmal einem ernsteren Stoff als Grundlage für ein Thriller-Drama widmet, schreibt die VHS. Das Drehbuch zu „Ballon“ entwickelten Thilo Röscheisen und Kit Hopkins nach einer wahren Geschichte.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der VHS mit dem Cinema Ahlen. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Ein weiterer Kino-Abend im Rahmen dieser Themenreihe findet am Donnerstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr in Drensteinfurt statt. In der Alten Post wird „Adam und Evelyn – Ein Umbruch liegt in der Luft“ gezeigt (WN berichteten).

Das politische Lied in der DDR steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung am Donnerstag, 23. Januar, um 19 Uhr im Haus Siekmann. Manfred Kehr zeichnet ein Bild eines facettenreichen Genres in der DDR: Es gab regimegetreue FDJ- und SED-Lieder – ebenso wie eine sehr aktive Liedermacher­szene. Durch die Verschärfung der Zensurmaßnahmen nach der SED-Politbürositzung im Jahr 1969 stellten sich neue Herausforderungen, heißt es in der Ankündigung der VHS. Konflikte in der DDR-Liedermacherszene im Zuge der Biermann-Ausbürgerung werden in dem Vortrags-Konzert ebenso dargestellt wie exemplarisch die Fälle „Renft“ und „Gundermann“. Auch die DDR-Pop- und Kulturszene ist (musikalisches) Thema. Ein ganz besonderer Lieder-Vortrag, der zum Mitsummen, Nachdenken, Erinnern und kritischen Hinterfragen einlädt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Eine Lesung mit Schauspielerin Anne Kasprik steht am Montag, 27. Januar, um 19 Uhr im Kulturbahnhof in Drensteinfurt und am Mittwoch, 29. Januar, um 19 Uhr im Sendenhorster Haus Siekmann auf dem Programm. „Ich aus dem Osten“ hat die 55-Jährige ihr Buch überschreiben, mit dem sie keine Biografie im herkömmlichen Sinn vorlegt. Sie wirft einen resümierenden Blick zurück auf ein versunkenes Land, das sie noch heute ihre Heimat nennt. Denn sie ist eine Frau aus dem Osten – eine klare Verortung, die ihr als ein Prädikat gilt und eine ganz bewusste Haltung provoziert, ein Statement ist.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der „Politisch-kulturellen Wochen“ der VHS folgen im Februar.

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