Sternsinger aller Generationen bringen den Segen
„Und der Text sitzt ja noch …“

Albersloh -

Das Wetter am Wochenende war schmuddelig. Aber egal: In Albersloh waren es über 40 Sternsinger aus allen Generationen, die sich für die gute Sache den Wind um die Ohren pusten ließen. „Wir wissen ja, wofür wir das tun“, lautete der Tenor der Segenbringer.

Sonntag, 05.01.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 14:34 Uhr
Auch in Albersloh machten sich die Sternsinger in ihren Gewändern auf den Weg zu den Menschen. Für die erwachsenen Sternsinger wie Walter Kofoth gab es bei Theo Geschermann ein wärmendes Schnäpschen in den Löffel als Dank für die Unterstützung der Hilfsaktion. Die Albersloher wissen den Einsatz der Sternsinger zu schätzen und versorgen sie in den Bauerschaften gerne mit einer warmen Mahlzeit, so wie es Annette Fry für diese Gruppe mit Fahrer Dirk Vosseberg vorbereitet hat.
Auch in Albersloh machten sich die Sternsinger in ihren Gewändern auf den Weg zu den Menschen. Für die erwachsenen Sternsinger wie Walter Kofoth gab es bei Theo Geschermann ein wärmendes Schnäpschen in den Löffel als Dank für die Unterstützung der Hilfsaktion. Die Albersloher wissen den Einsatz der Sternsinger zu schätzen und versorgen sie in den Bauerschaften gerne mit einer warmen Mahlzeit, so wie es Annette Fry für diese Gruppe mit Fahrer Dirk Vosseberg vorbereitet hat. Foto: Christiane Husmann

Das Wetter am Wochenende war schmuddelig. „Egal“, sagten sich viele Mädchen, Jungen, Männer und Frauen, die im Gewand der Heiligen Drei Könige zu den Menschen gingen. In Albersloh waren es über 40 Sternsinger, die sich für die gute Sache den Wind um die Ohren pusten ließen. „Wir wissen ja, wofür wir das tun“, lautete der Tenor der Segenbringer, die in diesem Jahr dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ folgten.

Nach einem Aussendungsgottesdienst, den Tobias Tiedeken gehalten hatte, machten sich die Albersloher Sternsinger zuerst auf den Weg in die Bauerschaften. Mit dabei auch fünf Männer, die sonst eigentlich zusammen kegeln: Hubert Deventer , Theo Hoenhorst, Karl-Bernd Holtmann , Walter Kofoth und Ludger Samberg. Schon als Kinder zogen sie im Gewand der Heiligen Männer von Haus zu Haus – und tun es jetzt wieder.

„Beim Winterkränzchen der Schützenbrüder vor fünf Jahren haben wir uns vorgenommen, alle Albersloher Bauerschaften einmal als Sternsinger zu besuchen“, erzählen die Männer. Das sei damals dem Sternsingermangel geschuldet gewesen. „Das machen wir gerne, und der Text sitzt ja noch“, sagt Karl-Bernd Holtmann. „Manche Leute gucken erstmal etwas verwundert, legen die Süßigkeiten wieder zur Seite und bieten uns etwas anderes an“, amüsiert sich Theo Hoenhorst. „Das kann schon mal ein Schnäpschen sein“, weiß Hubert Deventer. „Natürlich nehmen wir nicht jeden an – bei allem Spaß, den die Besuche machen, sehen wir den Ernst der Sache“, sagt Karl-Bernd Holtmann, der mit seinen Mitstreitern bei Geschermann zu Mittag isst. Während die Männer erzählen, gibt Theo Geschermann ein Schnäpschen aus. „Dann können die besser singen“, glaubt er. Nur der Fahrer darf nicht – und die Sternsinger wollen erst mal keinen mehr. Ihr Ziel, alle Dorfbauerschaften zu besuchen, haben sie in diesem Jahr übrigens erreicht. „Ob wir weitermachen? Das bleibt noch offen“, räumen sie ein und ziehen wieder ihre Gewänder über.

Warmes Mittagessen gibt es für die Sternsinger auch auf dem Hof der Familie Fry. Im Kamin von 1846 lodert ein gemütliches Feuer, das die Kinder in der großen Diele willkommen heißt. Gegessen wird dann aber am Küchentisch, an dem auch Fahrer und Ex-Sternsinger Dirk Vosseberg Platz genommen hat. Annette Fry hat Nudeln mit Soße gemacht. „Das mögen alle“, weiß die Albersloherin, die seit vielen Jahren für die Sternsinger kocht. „Greift zu, es ist genug da“, fordert sie die Kinder auf. Die ihrerseits haben schon fleißig gesammelt. „Die Dose ist voll“, freut sich Karla Bartmann. Fabian Wessel, der zum Orga-Team der Sternsinger gehört, leert die Dose, damit weitere Spenden fließen können.

Derweil wartet Lena Fry auf ihre Freundinnen, die ebenfalls als Sternsinger unterwegs sind. Die jungen Damen haben den Lippenstift gegen Theaterschminke getauscht, um dicht am Bild der Heiligen Drei Könige zu sein. „Morgen bin ich auch dabei, heute musste ich arbeiten“, sagt Lena, die schon seit zehn Jahren als Sternsinger unterwegs ist und für die Aktion wirbt. „Fürs nächste Jahr habe ich schon eine neue Gruppe anwerben können“, sagt die junge Frau, während sich die Sternsinger in der Küche mit Pudding verwöhnen lassen.

Es bedarf vieler Helfer, die die Aktion Jahr für Jahr möglich machen. Ob Sternsinger, Köche, Fahrer, Organisatoren – alle arbeiten Hand in Hand, um sich für die gute Sache einzusetzen. „Segen bringen, Segen sein“, scheint für viele Menschen eben noch deutlich mehr als nur ein Leitwort zu sein.

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