Wundexperten geben vielen Patienten Lebensqualität und Perspektiven zurück
Geduld – und niemals aufgeben

Sendenhorst -

Chrinische Wunden machen das Leben schwer. Deshalb gibt es im Krankenhaus Experten für diesen Bereich.

Freitag, 10.01.2020, 10:00 Uhr
Die Experten des St.-Josef-Stifts trafen sich zum Gruppenbild auf der Station B2, wo die meisten Spezialisten für chronische Wunden tätig sind: Stephan Pagenkemper, Johann Harder, Sarah Talmann, Ewa Wrobel, Marcel Jörke, Maria Czugalla und Silke Maniura (hinten, v.li.) sowie Ursula Kunz-Northoff und Uli Voß (vorne).
Die Experten des St.-Josef-Stifts trafen sich zum Gruppenbild auf der Station B2, wo die meisten Spezialisten für chronische Wunden tätig sind: Stephan Pagenkemper, Johann Harder, Sarah Talmann, Ewa Wrobel, Marcel Jörke, Maria Czugalla und Silke Maniura (hinten, v.li.) sowie Ursula Kunz-Northoff und Uli Voß (vorne). Foto: Bettina Goczol

Eine chronische Wunde, die länger als sechs Wochen, manchmal über Monate, nicht heilt, kann zur Qual für betroffene Patienten werden. Für Pflegende bedeuten sie eine besondere Herausforderung: Denn eine gute Wundversorgung erfordert nicht nur Wissen und Erfahrung, sondern auch viel Empathie, wenn im wahrsten Sinne des Wortes manchmal auch der Lebensmut und die Zuversicht der Patienten wund gescheuert sind.

Auf der rheumaorthopädischen Station B 2 im St.-Josef-Stift werden besonders häufig Patienten mit chronischen Wunden versorgt. Dort gibt es auch die meisten Experten im Pflegeteam und mit Sarah Talmann sogar eine Fachtherapeutin für Wunden.

Die große Versorgungskompetenz im Team der Station B 2 hat ihre Wurzeln in der Versorgung rheumaorthopädischer Patienten, die auf Grund ihrer rheumatischen Grunderkrankung und weiterer Vorerkrankungen meist immungeschwächt sind.

Chronische Wunden werden durch Diabetes, Rauchen, schlechte Ernährung, fortgeschrittenes Alter oder durch rheumatische Schübe begünstigt.

Sarah Talmann

Bereits bestehende chronische Wunden sowie Wundheilungsstörungen nach einem operativen Eingriff gehören somit zum Versorgungsalltag der Experten. „Chronische Wunden werden durch Diabetes, Rauchen, schlechte Ernährung, fortgeschrittenes Alter oder durch rheumatische Schübe begünstigt“, erläutert Sarah Talmann.

Bei Rheumapatienten könne sich bereits eine leichte Hautverletzung durch eine Beinrasur zu einer chronischen Wunde entwickeln.

Vorgeschichte und Diagnostik

Das Wichtigste: „Man muss sich immer die ganze Vorgeschichte und Diagnostik anschauen, um die Ursache der chronischen Wunde zu beheben.“ Die Behandlung der Grund- und Vorerkrankungen sei somit immer wesentlicher Bestandteil des Versorgungsplans. Bei der Anamnese „lesen“ die Wundexperten in der Wunde und beurteilen ihren Zustand: Das Exsudat (Wundflüssigkeit), die Granulation, Wundbeläge, Wundumgebung, Wundränder und die Durchblutung. Ein Wundabstrich gibt Aufschluss über die Keimbelastung.

Die hohe Schule der Wundversorgung zeige sich dann bei der Wahl der Mittel. „Es gibt kein Schema F und kein garantiertes Erfolgsrezept“, meint Sarah Talmann. „Es hat sehr viel mit Erfahrung zu tun. Jede Wunde ist anders“, weiß Ursula Kunz-Northoff , die seit vier Jahrzehnten in der Krankenpflege arbeitet und ebenfalls Wundexpertin ist. Bei allen Maßnahmen – Wundauflagen, Salben, Vacuumtherapien, Reinigung (Debridément) – ist eines unerlässlich: Geduld. „Eine Wunde braucht Ruhe“, räumt Ursula Kunz-Northoff mit dem Aberglauben auf, einen Verband täglich wechseln zu müssen.

Für die Patienten hängt viel von der Versorgung durch die Wundexperten ab. „Eine chronische Wunde, die riecht und Schmerzen verursacht, kann das Leben der Patienten stark einschränken. Viele ziehen sich zurück.“

Fachleute sind wichtig

Beraten, Mut machen, stärken – auch das ist Wundmanagement. „Manchmal ziehen wir auch die Seelsorge hinzu. Wir sind ja gut vernetzt im Haus“, so Sarah Talmann. Und dass die rheumaorthopädischen Patienten nach dem Umzug der Station im Frühjahr jetzt auch in den Park schauen können, habe ebenfalls einen therapeutischen Wert.

Die Expertise der Wundexperten wird auch von den Ärzten anderer Stationen, die Rheumapatienten versorgen, angefordert, manchmal auch aus der Ambulanz und dem St. Elisabeth-Stift. „Wir beurteilen die Wunde, machen einen Vorschlag und leiten die Kollegen an, damit sie die Wunde auf ihrer Station selber versorgen können.“ Rat, Hilfe und gegenseitiger Austausch sind dabei auf der kollegialen Ebene selbstverständlich. Und wenn eine schwierige Versorgung gelingt, dann freuen sich alle über den Erfolg.

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