Premiere des neuen Theaterstücks des „Dröget Schnüffelken“
Die Mäuse tanzen auf dem Tisch

Sendenhorst -

Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Das gilt auch im Haus des Arzt-Ehepaars Bünsen. Die plattdeutsche Theatergruppe „Dröget Schnüffelken“ lud am Wochenende zur Komödie „Bessen, Beer un Beaujolais“ von Helmut Schmidt in die Aula der Realschule ein. Und die Zuschauer hatten mächtig Spaß.

Montag, 13.01.2020, 10:00 Uhr
Premiere geschafft: Die plattdeutsche Theatergruppe bot ein unterhaltsames Schauspiel.
Premiere geschafft: Die plattdeutsche Theatergruppe bot ein unterhaltsames Schauspiel. Foto: Anke Weiland

Das Arzt-Ehepaar Bünsen ist quasi schon auf dem Weg nach Mauritius. Wer so gar nicht traurig ist über die Abwesenheit des Ehepaars ist dessen Putzfrau Anna Holtz . „Eenmoal liäwen äs de Rieken . . .“ – davon träumt sie schon lange. Die plattdeutsche Theatergruppe „Dröget Schnüffelken“ lud am Wochenende zur Komödie „Bessen, Beer un Beaujolais“ von Helmut Schmidt in die Aula der Realschule ein.

Un se faten nix an, wat se nich anfaten süllnt.

Ann-Kathrin Bünsen

„Is de Katt ut‘em Hues, danzt de Müse up‘em Dischk“: Frei nach diesem Motto hat sich Putzfrau Anna Holtz (Barbara Untied) vorgenommen, die zwei Wochen der Abwesenheit der Bünsens so richtig auszukosten. Doch bevor sich ihre Arbeitgeber in den Urlaub verabschieden, gibt es noch einige Anweisungen für Anna Holtz, die unterdessen auf das Haus achtgeben soll. Besonders von Ann-Kathrin Bünsen (Marion Pumpe), der arroganten Hausherrin, die ein strenges Regiment führt: „Un se faten nix an, wat se nich anfaten süllnt.“

Auf der Bühne geht es mächtig rund.

Auf der Bühne geht es mächtig rund. Foto: Anke Weiland

„Ik soll Hör Hues woll as een Schatz hüten“, versichert Anna Holtz, die ebenfalls ein gesundes Selbstvertrauen besitzt: „Mien Arbeit hier is ja wull wiet mehr as blots dat Schoonmaken.“ Ärztin Bünsen erbittet sich unterdessen etwas hochnäsig ein bisschen Privatsphäre, ohne die neugierige Hausangestellte: „Interception. Five minutes please.“ Denn sie hat keine gute Meinung von ihrer Putzfrau: „Ook de finste Perle kann unecht sien“, hält sie Anna Holtz für ein wenig „ienschränkt“.

Badewanne und Kleiderschrank

Dann macht das Ehepaar endlich den Abflug, und im Hause Bünsen ist „sturmfrei“. „Frieda, du kannst nu jede ‚Interception“ vergeeten“, meldet Anna Holtz ihrer Freundin, die schon in den Startlöchern steht und ihren Augen kaum trauen kann, als sie die Villa betritt. Nach einem Badewannen-Besuch für die etwas verwahrloste Freundin Frieda (Anne Quas) heißt es: „Kiek wi mol, wat Madame in hör Kleederschapp för di un mi an Kleedasch to beeden hett.“

Puuuh . . .

Puuuh . . . Foto: Anke Weiland

Doch nicht nur der Kleiderschrank tut sich auf, es stellt sich heraus, dass im Hause Bünsen nicht alles so ist, wie es scheint. Mit dem jugendlichen Nachwuchs, der sich in den Semesterferien ebenfalls auf eine sturmfreie Bude freut und bereits die erste Party in der leerstehenden Villa plant, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Heimliche Affäre und schlüpfriger Nebenjob

Eine heimliche Affäre, ein schlüpfriger Nebenjob und eine ganz besondere Staubsaugervorführung sorgen in den drauf folgenden Tagen darüber hinaus für einige Missverständnisse und reichlich Trubel im Hause Bünsen.

Wie immer hat sich die Theatergruppe  besonders viel Mühe mit dem Bühnenbild gegeben, das tolle Zusammenspiel der Akteure machte die amüsante Geschichte rund.

Das Publikum hatte viel Freude an den Dialogen, den Wendungen und Überraschungen während des Stücks sowie der Mimik der Darsteller, denen die Freude am Spiel anzumerken war. Auch die beiden Jungschauspieler Philipp Ahlandt und Jan Witte fügten sich gut ein, beherrschten die plattdeutsche Sprache schon sehr gut.

Na dann mal Prost!

Na dann mal Prost! Foto: Anke Weiland

Einige Texthänger verzieh das Publikum gerne und lachte mit den Darstellern. Es war eine runde, unterhaltsame und lebendige Darbietung, die Spaß machte und schlussendlich mit einem lang anhaltenden Applaus belohnt wurde.

Weitere Aufführungen

► Wer das Stück „Bessen, Beer und Beaujolais“ noch sehen möchte, der hat am kommenden Wochenende die Gelegenheit. Aufführungen sind noch am Freitag, 17. Januar, um 19.30 Uhr, Samstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 19. Januar, um 15.30 Uhr (ab 14.30 Uhr mit Kaffee- und Kuchenverkauf) in der Aula der Realschule St. Martin.

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