Deutsche Glasfaser will Sendenhorst anschließen
Schnelles Netz für alle

Sendenhorst -

Die Deutsche Glasfaser will nun auch in Sendenhorst ein Glasfasernetz verlegen und – möglichst – alle Haushalte anschließen. Das ist mit der Stadt so vereinbart. Dazu findet am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr in der Aula der Realschule St. Martin eine Informationsveranstaltung statt. Anschließend beginnt die Nachfragebündelung.

Donnerstag, 16.01.2020, 07:00 Uhr
Tanja Oenning und René Fuchs (beide Deutsche Glasfaser) stellen mit Bürgermeister Berthold Streffing und Wirtschaftsförderin Annette Görlich (v.li.) den geplanten Glasfaserausbau vor.
Tanja Oenning und René Fuchs (beide Deutsche Glasfaser) stellen mit Bürgermeister Berthold Streffing und Wirtschaftsförderin Annette Görlich (v.li.) den geplanten Glasfaserausbau vor. Foto: Josef Thesing

Auf dem Beistelltisch steht eine Collage mit Bildern aus Albersloh. Die sind rund fünf Jahre alt, und Bürgermeister Berthold Streffing hat sie nicht zufällig mitgebracht. Auf den Fotos ist zu sehen, wie beim damaligen Anschluss des Dorfes ans Glasfasernetz gearbeitet wurde. „Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert“, sagt Streffing. Das freut denjenigen, der im „Trauzimmer“ des Rathauses neben ihm sitzt, natürlich.

Bis zu maximal 100 Mbit reichen in Zukunft nicht.

René Fuchs

Denn René Fuchs ist Projektleiter beim Borkener Unternehmen Deutsche Glasfaser, das das Netz in Albersloh gebaut hat. Fuchs und seine Firma wollen nun auch in Sendenhorst alle Haushalte, Unternehmen, Höfe und öffentliche Einrichtungen mit dem schnellen Internet versorgen – 300 Mbit Minimum. Für den Bürgermeister ist das nicht nur „eine große Chance“, sondern auch „Daseinsvorsorge“. In heutigen Zeiten hätten alle Bürger das Recht auf schnelle Internetverbindungen. Und daraus ergebe sich für die Stadt auch die „Pflicht“, sich darum zu kümmern. „Wir wollten nicht warten, bist jemand kommt“, sagt Streffing. Deshalb haben die Kommune und die Deutsche Glasfaser Ende des Jahres dieses Projekt vereinbart.

Entscheidend ist aber auch diesmal, dass die Bürger das wollen. Denn bevor gebaut wird, erfolgt auch in diesem Fall die sogenannte Nachfragebündelung. Rund 40 Prozent der Privathaushalte müssen bei der Nachfrage einen Vertrag für einen Anschluss unterschreiben. Wer das bis zum 20. April tut, erhält seinen Anschluss kostenlos – und spart laut René Fuchs etwa 750 Euro. Der eigentlich Bezugsvertrag, der die Kunden für zwei Jahre an die Deutsche Glasfaser bindet, bleibt natürlich Privatsache. Für das erste Jahr kündigt Fuchs ein besonderes Angebot an.

Ein Netzt kommt sowieso

Gebuddelt wird übrigens in der Stadt sowieso, auch wenn die 40 Prozent – oder etwas weniger – nicht erreicht werden. Denn auf der Basis eines Förderprogramms des Bundes werde die Deutsche Glasfaser die Schulen, das Rathaus und Haushalte mit weniger als 30 Mbit Versorgungsgeschwindigkeit anschließen. „Es wird also ein Glasfasernetz geben“, sagt Fuchs. Für die Gewerbegebiete gilt ebenfalls keine Nachfrage-Frist. Um die Unternehmen werde sich ein spezieller Berater des Anbieters kümmern, kündigt Fuchs an.

Dass Sendenhorst derzeit durch das sogenannte Vectoring nicht gerade Internet-Ödland ist, das ist den Beteiligten bewusst. „Die Grundversorgung ist gut“, erklärt Fuchs. Wer seinen Anschluss          unweit eines Verteilerkastens habe, komme bislang ganz gut klar – im Gegensatz zu denen, die über einen Kupferdraht am Ende der „letzten Meile“ wohnen. Aber: „Bis zu maximal 100 Mbit reichen in Zukunft nicht mehr“, meint Fuchs. Und den 5-G-Standard gebe es, wenn er dann mal Einzug hält, sowieso nur über das Glasfasernetz, meint Fuchs.

Die Deutsche Glasfaser hat ausgerechnet, dass in der                       Innenstadt von Sendenhorst 600 Haushalte – viele in  Mehrfamilienhäusern – und in den Wohngebieten drumherum 2700 Haushalte für die Versorgung mit Glasfaseranschlüssen infrage kommen.

Für Bürgermeister Berthold Streffing ist schon klar, dass er als einer der Ersten für einen privaten Anschluss unterschreiben wird. Er wohnt am Ende einer „letzten Meile“.

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