Karneval in Sendenhorst mit Besuchen, Rathaussturm und Rosenmontagszug
Session ohne Prinz und Prunksitzung

Sendenhorst/Albersloh -

Die Karnevalsgesellschaft „Schön wär’s“ feiert die Session ohne ein närrisches Oberhaupt: Sie hat niemanden für das Amt gefunden. Der Rathaussturm, der Rosenmontagszug und die vielen Besuche finden dennoch statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Freitag, 17.01.2020, 07:00 Uhr
Der Rosenmontagszug findet auch in diesem Jahr statt. Doch nach heutigem Stand ohne eine Prinzessin oder einen Prinzen.
Der Rosenmontagszug findet auch in diesem Jahr statt. Doch nach heutigem Stand ohne eine Prinzessin oder einen Prinzen. Foto: Annette Metz

Es gibt bislang in diesem Jahr keinen Stadtprinzen. Und wenn nicht noch überraschend jemand herbeigestürmt kommt, wird es auch keinen geben. Die Karnevalsgesellschaft „Schön wär’s“ hat die Suche abgeblasen. „Wir haben es bis zum Schluss nicht geschafft“, erklärt Gerd Olde , Zeremonienmeister der KG und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Dabei gab es bereits ein närrisches Oberhaupt für diese Session – bis zum Oktober. Das musste dann aus beruflichen Gründen absagen. Es wurde versetzt und ist inzwischen umgezogen. „Da mussten wir von vorne beginnen. Aber jetzt ist es so wie es ist“, sagt Olde.

Wir haben es bis zum Schluss nicht geschafft.

Gerd Olde über die Prinzensuche

Grundsätzlich sei die KG in jedem Jahr nach dem Rosenmontag immer ganz zuversichtlich, weil es immer Menschen gebe, die in der Session Spaß am Karneval gefunden hätten. „Nach Rosenmontag hatten wir fast immer drei bis fünf Bewerbungen“, blickt Olde zurück. „Aber wenn die Kandidaten dann zu Hause mit ihren Partnern darüber gesprochen haben, war es meistens schnell vorbei mit der Begeisterung“, fügt er hinzu.

Karneval wird in Sendenhorst aber trotzdem gefeiert, wenn auch ein wenig anders und in einem bescheideneren Rahmen. Eine Gala-Prunksitzung werde es in diesem Jahr nicht geben, kündigt Olde an. Nicht nur, weil es keinen Prinzen gibt, sondern auch, weil es keinen großen Saal mehr gebe und sich die kleine KG etwa ein Zelt nicht leisten könne. „Es ist nicht einfacher geworden“, schildert der Zeremonienmeister. Die große 50-Jahr-Feier im vergangenen Jahr im Zelt habe nur deshalb stattfinden können, weil Sponsoren die Karnevalisten großzügig unterstützt hätten. Im nächsten Jahr soll es aber wieder eine Gala geben, blickt er voraus.

Rathaussturm und Rosenmontagszug

Auf die Straße werden die Karnevalisten dennoch gehen. „Traditionen leben“ ist dabei die Devise. „Wir sind seit 50 Jahren aktiv. Und wir werden es auch weiter sein“, meint Olde. Für den Rathaussturm am Sonntag, 23. Februar, könne sich Bürgermeister Berthold Streffing, der in dieser Funktion ein letztes Mal das Rathaus verteidigen wird, „schon mal warm anziehen“.

Auch den traditionellen Rosenmontagszug wird es geben. Er wird – aller Voraussicht nach – kleiner ausfallen als in den vergangenen Jahrzehnten. Die – zumeist lauten – Wagen aus Hoetmar sind diesmal nicht dabei. „Die machen inzwischen ihr eigenes Ding“, erklärt Olde. Dennoch laufe es bei den Anmeldungen „besser als erwartet“, wobei weitere Teilnehmer jederzeit mehr als willkommen seien.

Vier Wagen und zusätzlich die beiden der KG stehen erst auf der Liste. „Die Tendenz hierbei ist insgesamt eher abnehmend, weil die Auflagen für die Wagenbauer bezogen auf Technik und Sicherheit immer größer werden. Das können und wollen viele nicht mehr leisten.“ Die Fußgruppen hätten es da einfacher. Wie viele dabei sein werden, sei noch nicht bekannt.

Besuche in Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen

Die traditionellen Besuche in den Schulen, Kitas, bei Unternehmen und in den sozialen Einrichtungen hat die KG auch in diesem Jahr auf dem Zettel – die Liste ist so lang wie immer. Dabei werden auch Orden verliehen, die die Karnevalsgesellschaft diesmal selbst beschafft hat.

Die KG zählt derzeit „30 aufrechte Mitglieder“, von denen etwa 20 die gesamte Arbeit stemmen würden, berichtet Gerd Olde. „Die Unterstützung könnte besser sein“, meint er. Denn schließlich würden viele vom karnevalistischen Treiben profitieren.

Kommentar: Der Spaß ist Arbeit

 

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