Durchfahrtverbot im Stadtentwicklungsausschuss
Kontrollieren – nicht aufweichen

Sendenhorst/Albersloh -

Im Stadtentwicklungsausschuss wurden am Dienstag über Eingaben gesprochen, die die Verwaltung bezüglich des Durchfahrtverbotes für Lkw erreicht haben. Sie enthielten Vorschläge, wie die Situation auch für Gewerbetreibende angepasst werden könnte. Die Verwaltung wollte diese nur zur Kenntnis geben. Während die CDU sich bereit zeigte, über Ausnahmen nachzudenken, war die Botschaft aus Opposition und anwesender Bürgerschaft deutlich: Kontrolle statt Kompromisse.

Donnerstag, 30.01.2020, 05:34 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 10:15 Uhr
Zahlreiche Zuhörer waren am Dienstagabend zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses gekommen. Sie Interessierten sich vornehmlich für das Thema Durchfahrtverbot.
Zahlreiche Zuhörer waren am Dienstagabend zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses gekommen. Sie Interessierten sich vornehmlich für das Thema Durchfahrtverbot. Foto: Annette Metz

Ralf Kaldewey , Sprecher der SPD im Stadtentwicklungsausschuss, sprach den zahlreichen Zuhörern am Dienstagabend aus der Seele. „Das Lkw-Durchfahrtverbot ist für Albersloh ein Riesengewinn. Die Vorteile überwiegen die Probleme. Ja, es gibt Probleme für die Wirtschaft. Aber die Lebensqualität ist erhöht, und das ist höher zu bewerten, als die Probleme, die für das Gewerbe entstehen.“ Diskussionsgrundlage waren Eingaben, die die Verwaltung erreicht haben. Sie enthielten Vorschläge, wie die Situation auch für Gewerbetreibende angepasst werden könnte.

Das Durchfahrt-verbot ist für Albersloh ein Riesengewinn. Die Vorteile überwiegen die Probleme.

Ralf Kaldewey, SPD

CDU-Sprecher Christian Sievers hatte zuvor versucht, um Verständnis für die Positionen der Gewerbetreibenden zu werben. Und dabei unterstrich er, dass es keinesfalls das Ziel sein dürfe, dass die Entscheidung für die Sperrung das Dorf in zwei Lager spalte. Einen der eingereichten Vorschläge bezeichnet er als zwingend notwendig: die Heraufsetzung der Grenze von 3,5 auf 7,5 Tonnen. Auch eine zeitlich auf die Nachtstunden begrenzte Aufhebung des Durchfahrtverbotes hielt er für möglich. Er forderte darüber hinaus, weiter intensiv daran zu arbeiten, das Verbot in Navigationssysteme einzuarbeiten und die überörtliche Beschilderung konkreter zu machen. Außerdem sei es unbedingt notwendig, dass die Polizei mehr Kontrollen durchführe.

Was Beschilderung, Navigation und Kontrollen anging, wurde er in seiner Einlassung von SPD und BfA uneingeschränkt unterstützt. Doch gerade für diese Kontrollen seien Aufweichungen jeglicher Art kontraproduktiv, meinte Ralf Kaldewey.

„Die Vorschläge, die hier eingereicht wurden, sind doch alle lange bekannt“, fasste Michael Thale (BfA) zusammen. Sie seien von denen, die Entscheidungen getroffen haben, hinlänglich durchdacht und abgelehnt worden. Auch er forderte, dass es Kontrollen gibt, selbst nachts um 3 Uhr, wenn die ersten Lkw derzeit im Dorf zu hören seien. Weitere Gespräche zu diesen Themen seien aber nicht notwendig. „Wir sind froh, dass Ruhe eingekehrt ist“, unterstrich er unter dem Beifall der Zuhörer.

Henning Rehbaum sprang seinem Parteikollegen Sievers zur Seite. „Es ist auch richtig, die Sorgen der Wirtschaft ernst zu nehmen“, erklärte Rehbaum. „Man sollte wenigstens darüber sprechen. Das ist legitim.“ Eine Lösung für die Probleme der Gewerbetreibenden müsse aber wohl auf andere Weise erarbeitet werden. Etwa durch das Vorantreiben der Planungen für eine Umgehungsstraße, durch die die Gewerbegebiete dann wieder an das überörtliche Straßennetz mit vertretbaren Entfernungen angeschlossen wären. Darin waren sich alle politischen Fraktionen einig.

Es ist auch richtig, die Sorgen der Wirtschaft ernst zu nehmen. Man sollte wenigstens darüber sprechen.

Henning Rehbaum, CDU

Nicht umsetzbar hingegen sei der Vorschlag, eine Zwischenlösung über eine „Baustraße“ umzusetzen. „Das geht nicht so einfach mit dem Straßenbau“, unterstrich Rehbaum. Da sei man mit der Planung der Umgehungsstraße der Umsetzung wesentlich näher, als wenn man jetzt eine neue Idee anpacken würde.

In der anschließenden Bürgerfragestunde nutzten dann auch Zuhörer die Gelegenheit, sich zu äußern. Dabei wurde betont, dass das Dorf nicht als gespalten empfunden werde. Aber es wurde auch unterstrichen, dass die Menschen dort wieder durchatmen können, seit es die Sperrung gibt. Und Klaus Heumannskemper fasste am Ende zusammen: „Wir müssen auch den Unternehmen helfen. Auf welche Weise, das müsse jetzt erarbeitet werden.“

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