Kopfweiden am Hof Schmetkamp haben große Bedeutung für den Artenschutz
Lebensraum für Vögel und Insekten

 Sendenhorst -

Den Kopfweiden am Hof Schmetkamp ging es in den vergangenen Tagen zu Leibe. Und das mit fachkundiger Unterstützung der Naturfördergesellschaft.

Montag, 03.02.2020, 07:04 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 17:02 Uhr
Mit Unterstützung von
Mit Unterstützung von Foto: Ruth Namuth

Mit fachmännischer Unterstützung von Martin Reckmann haben Michael Fritsche und Sabrina Thülig, Mitglieder der Naturfördergesellschaft (NFG), die Kopfweiden auf dem Gelände am Hof Schmetkamp gestutzt. Beziehungsweise „geschneitelt“, wie das fachmännisch ausgedrückt wird. Durch diese Bearbeitung erhalten die Bäume im Laufe der Jahre ihre charakteristische Form, heißt es im Bericht der NFG.

Da die Kopfweiden heute keine ökonomische Bedeutung mehr für die Landwirtschaft hätten, müssten Pflegemaßnahmen vorgenommen werden, da die Bäume ansonsten unter der Last der Äste auseinanderzubrechen drohten.

Durch die vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten der Ruten und des Holzes waren die Weiden ein wichtiger Faktor im bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb früherer Zeiten. Die Neuaustriebe, zunächst dünne Ruten, wurden als Flechtmaterial für Körbe, Reusen oder auch beim Hausbau zum Ausflechten der Gefache und als Flechtzaun genutzt.

Die Entnahme der dünnen Ruten ein bis zwei Jahre nach dem Köpfen stellte eine gleichmäßige Ausdünnung des gesamten Kopfes dar und förderte die verbleibenden Austriebe, die nach drei bis fünf Jahren das nächste Mal durchforstet wurden, um Stiele für Geräte wie Schaufeln zu gewinnen. Die auf dem Kopf verbliebenen Aufwüchse ließ man etwa bis zum zehnten Jahr stehen, um diese dann als Brennholz zu verwenden. „Das heißt: Der Baum wurde wieder geköpft, und der Umtrieb begann von vorne“, berichtet die NFG.

Der Vorgang des „Köpfens“ oder Rückschnittes hinterlasse an den Bäumen immer große Wunden, sodass Pilze in das Holz einwachsen und eine Fäulnis in Gang bringen könnten. „Die Vermorschung oder Vermulmung des Holzes und die Höhlenbildung bieten einer Vielzahl von Insekten und anderen Tierarten einen vielseitigen Lebensraum“, so die NFG.

Dadurch hätten die Bäume auch eine sehr große Bedeutung für den Artenschutz und seien ein wertvoller Lebensraum. „Alte, dickstämmige Weiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzenarten Mitteleuropas. Weit über 100 Käferarten können auf ihnen leben“, berichtet die Naturfördergesellschaft.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7233673?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Rosenmontagszug mit fröhlichen Holländern und strahlendem Prinz Karneval
Für Prinz Thorsten II. Brendel (2.v.r.) ist der schönste Moment der ganzen Session gekommen: Mit den Adjutanten Frank Hoffmann (v.l.), Andreas Koch und Christian Lange rollt er auf den Prinzipalmarkt zu.
Nachrichten-Ticker