Männer und Frauen am Bauhof sind für vieles zuständig
Vom Anstrich bis zum Schlagloch

Sendenhorst -

Die Mitarbeiter des Bauhofs haben eine ganze Reihe von Aufgabengebieten, die von der Straßenreparatur über die Spielplatzpflege bis Anstrich von Büros und zur umfangreichen Pflege der Grünflächen reichen. Auch die Märkte in der Stadt müssen aufgebaut werden. Benötigt werden also vielerlei Talente.

Dienstag, 04.02.2020, 06:44 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 16:56 Uhr
Nur eines von vielen Aufgabengebieten der Bauhofmitarbeiter: Die Unterhaltung der städtischen Rad- und Gehwege.
Nur eines von vielen Aufgabengebieten der Bauhofmitarbeiter: Die Unterhaltung der städtischen Rad- und Gehwege. Foto: Peter Werth

Gesehen hat sie vermutlich jeder Sendenhorster und jeder Albersloher schon mal. Die meisten Bürger werden auf diese städtischen Mitarbeiter aufmerksam, wenn sie irgendwo Müll aus den Rabatten klauben, ein Loch in der Straße flicken oder irgendetwas reparieren. Dass die Männer und Frauen, die für den „Baubetriebshof“, wie der Bauhof in Sendenhorst offiziell heißt, aber für so gut wie fast alles zuständig sind, ist vielen Bürgern nicht bewusst – und das gerade mal mit – rechnerisch – 14 Mitarbeitern. Sommerblumenpflanzung vor dem Rathaus zum Beispiel. Oder die Mitarbeit beim Aufstellen des Weihnachtsbaums auf dem Rathausplatz, wie aus dem Bericht des Bauhofleiters Uwe Bayer für die Sitzung des Betriebsausschusses für Wasser und Abwasser am heutigen Dienstagabend deutlich wird.

Einsatz auf den Spielplätzen

Die Männer und Frauen, die für den Bauhof arbeiten, können vieles. Sie streichen zum Beispiel die Büros im Rathaus, wenn das fällig ist. Sie kümmern sich um die städtischen Spielplätze ebenso wie um das Haus Siekmann, die Schulen und die maroden Gemeindestraßen. Letztere machten im vergangenen Jahr mit 465 000 Euro übrigens den größten Einzelposten im Etat des Bauhofes aus, der sich – ebenfalls rein rechnerisch – bei rund 870 000 Euro einpendelte. Die Farbe für den Anstrich ist darin noch nicht enthalten: Der Etat umfasst Personal-, Fahrzeug- und Betriebskosten.

Der Bauhof ist zum Beispiel auch die für die Kontrolle der städtischen Spielplätze zuständig. Die Mitarbeiter bauen marode Spielgeräte ab und stellen neue auf – und das besonders im vergangenen und in diesem Jahr, da viele Spielplätze in der Stadt neu gestaltet werden. Nebenbei räumen sie dort auch den Müll weg, den anderer hinterlassen.

Seit dem Jahr 2019 setzt der Baubetriebshof keine Totalherbizide mehr ein.

Bauhofleiter Uwe Bayer

Besonders gefordert sind die Mitarbeiter aber eben bei der Unterhaltung der Straßen und in den Grünanlagen. Und da machten im vergangenen Jahr die Reparatur von Gehsteigen und Wirtschaftswegen einen Großteil des Aufwands aus. Per Hand wurden zum Beispiel 128 Tonnen Asphalt verbaut.

Weil der Ortskern von Albersloh für den Verkehr gesperrt war, musste an der Umleitungsstrecke über den Bispigweg sowie durch die Bauerschaften Ahrenhorst und Sunger die Banketten geschottert werden. Die große Hitze und die damit zusammenhängende frühe Ernte machten die Koordination der Arbeiten nicht leichter, erklärt Bayer.

Märkte müssen aufgebaut werden

Bevor in der Stadt gefeiert oder auf Märkten verkauft werden kann, müssen die Mitarbeiter des Bauhofes ran. Das betrifft

  • den Martini-Gänsemarkt,
  • die Wochenmärkte,
  • Flohmärkte,
  • den Weihnachtsmarkt,
  • das Promenadenfest,
  • und die Kirmes.

Dabei machte besonders der Gänsemarkt mehr Arbeit als in den Jahren zuvor, weil die Hütten, die dem Gewerbeverein gehören, in die Jahre gekommen sind und „mittelfristig“ erneuert werden müssten. Auch der Straßenkarneval kann nur mit Unterstützung der Bauhof-Mitarbeiter stattfinden. Und da in diesem Jahr Kommunalwahlen stattfinden, richten sie auch die Wahlräume mit ein und stellen die Wahlplakatständer auf.

Ein politisch großes Thema war 2019 im Zusammenhang mit dem Insektenschutz der Einsatz von Pestiziden auf öffentlichen Grünflächen. „Seit dem Jahr 2019 setzt der Baubetriebshof keine Totalherbizide mehr ein“, erklärt Bayer. Allerdings sei es notwendig gewesen, die Herkulesstaude an Straßen und Wegen im Außenbereich mit einem Herbizid zu bekämpfen. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit einem Fachunternehmen ein Biozid gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt. „Zum Gesundheitsschutz von Mensch und Tier“ solle dem Bauhof auch künftig gestattet werden, gezielt Pestizide einzusetzen. „Im Regelfall“, so Uwe Bayer, setze der Bauhof bei der Unterhaltung keine Pflanzenschutzmittel ein.

Und er wolle in Sachen Naturschutz im begonnenen Jahr noch mehr tun. Auf 1600 Quadratmetern Fläche sollen mehrjährige heimische Stauden gepflanzt werden, auf denen sich Insekten während der Blütezeit wohl fühlen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7236971?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Nachrichten-Ticker