Bürger-Halle und Handlungskonzept „Wohnen und Gewerbe“
Zukunftsplanung in Angriff nehmen

Sendenhorst -

Wenn es um die Frage geht, wie sich Sendenhorst und Albersloh in den kommenden Jahren weiterentwickeln sollen, dann ist der Stadtentwicklungsausschuss gefragt – auch auf lange Sicht. So machte sich der Ausschuss jetzt auf den Weg, zum einen Überlegungen für den Bau einer Bürger-Halle anzustellen und zum anderen über die Entwicklung von Wohnen und Gewerbe bis 2035 nachzudenken.

Donnerstag, 06.02.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 15:10 Uhr
Wie soll eine Bürger-Halle aussehen und was soll sie können? Diese Fragen sollen in einer Machbarkeitsstudie behandelt werden.
Wie soll eine Bürger-Halle aussehen und was soll sie können? Diese Fragen sollen in einer Machbarkeitsstudie behandelt werden.

Wenn es um die Frage geht, wie sich Sendenhorst und Albersloh in den kommenden Jahren weiterentwickeln sollen, dann ist – wie es der Name schon sagt – der Stadtentwicklungsausschuss das politische Gremium, das sich erste Gedanken macht, Weichen stellt, Projekte entwickelt und schließlich Feintuning betreibt. Um erste Überlegungen ging es in der jüngsten Sitzung gleich in zwei Bereichen, die nicht morgen, aber sicher in erkennbarer Zukunft konkret werden sollen. Zum einen ging es um eine Machbarkeitsstudie für eine Bürger-Halle in Sendenhorst, zum anderen um ein „Handlungskonzept Wohnen und Gewerbe 2035“.

Seit Anfang 2018 beschäftigt sich die Verwaltung mit der Entwicklung einer Alternative zum Bürgerhaus, das den Sendenhorster Bürgern und Vereinen bekanntlich nicht mehr mit seinem Saal für Feste und Feiern zur Verfügung steht. Doch was ist gewollt? Und was ist umsetzbar? Schnell stellte sich heraus, dass es wenig zweckmäßig ist, eine Halle aus der Hüfte zu planen.

So bekommen wir eine ergebnisoffene Diskussionsgrundlage.

Ralf Kaldewey (SPD) zum Thema Bürger-Halle

In einer Bedarfsanalyse hatten sich schon früh viele offene Fragen mit enormem Spielraum, der zwischen notwendig und wünschenswert variierte, gestellt. So beispielsweise schon in puncto Saalgröße. Je nach Veranstaltung könnte Platz für 200 bis 500 Personen benötigt werden, was bei einer Bestuhlung einen Raum zwischen 200 und 500 Quadratmetern erfordern würde. Wie soll mit den Bereichen Bühne, Bodenbeschaffenheit, Küche, Seminarräumen, Lager, Nebenraumprogramm, Außenterrasse und Stellplätzen verfahren werden? Es gibt also unendlich viel zu bedenken. Weiter müssen Fragen nach Trägerschaft, Nutzungen, Technik, Personal, Marketing und nicht zu letzt der Finanzierung abgeschätzt werden.

Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage und -hilfe vorlegen zu können, die den politischen Gremien die nächsten Schritte im Planungsprozess erleichtern könnte, soll die Verwaltung nun ein externes Büro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragen, die möglichst mit mehreren Varianten die erwähnten Fragen bearbeiten soll.

„So bekommen wir eine ergebnisoffene Diskussionsgrundlage“, sprach sich Ralf Kaldewey (SPD) für diese Vorgehensweise aus. Und auch Sebastian Sievers (CDU) sah in der Studie eine Möglichkeit, aus dem großen möglichen Potpourri gezielt die beste Lösung zu entwickeln. Einzig BfA-Sprecher Michael Thale sprach sich im Namen seiner Fraktion gegen die Studie aus. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, jetzt darüber nachzudenken. Es gebe andere, wichtigere Projekte. Es müsse Geld in Schulen investiert werden. „Wir lehnen das Projekt nicht in Gänze ab. Aber wir sollten das um ein oder zwei Jahr verschieben, um zu sehen, ob wir uns das eigentlich leisten können.“

Während der Ausschuss das Thema „Bürger-Halle“ dann mehrheitlich in externe Hände legen wollte, wird er sich um das „Handlungskonzept Wohnen und Gewerbe 2035“ selbst kümmern und rief dazu einen Arbeitskreis ins Leben.

„Wir sollten einen Prozess beginnen und in verschiedenen Schritten eine Prioritätenliste von Flächen entwickeln“, hatte Katja Usunov im Ausschuss erklärt. Und Bauamtsleiter Daniel Fühner fügte hinzu: „Wir haben noch Spielraum für Wohn- und Gewerbeflächen. Aber wir sollten einen Blick darüber hinaus werfen.“ Die vorgeschlagene Vorgehensweise fand in allen Fraktionen Zustimmung.

Wir haben noch Spielraum für Wohn- und Gewerbeflächen. Aber wir sollten einen Blick darüber hinaus werfen.

Daniel Fühner, Bauamtsleiter, zum Thema Flächenentwicklung

Derzeit sind die im Flächennutzungsplan von 2007 dargestellten Wohn- und Gewerbeflächen zum Teil bereits bebaut oder befinden sich derzeit in der Entwicklung, wie der Kohkamp in Albersloh oder das Baugebiet Haberkamp-Nord. Jetzt soll also eine langfristige Strategie entstehen und ein geordnetes Vorgehen ermöglicht werden, um die Stadt weiterzuentwickeln. Mit der Siedlungsentwicklung soll dabei auch auf die Anpassung von Infrastruktur geachtet werden.

Um ein fachlich fundiertes Ergebnis zu bekommen, soll der Arbeitskreis in verschiedenen Schritten auch in diesem Fall durch externe Büros begleitet werden.

Parallel zu diesem Prozess werden weiterhin noch vorhandene Flächen für Wohnen und Gewerbe entwickelt, die etwa im Nordglindkamp und Echterbrock liegen und mit deren Eigentümern die Stadtverwaltung derzeit in Verhandlungen stehe, wurde den Mitgliedern des Ausschusses mitgeteilt.

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