Hauptversammlung des Freundeskreises Indien
Christliche Helfer spüren politische Veränderung

Sendenhorst -

Der Freundeskreis Indien mit seinen 45 Mitgliedern unterstützt schwerpunktmäßig Heime und Einrichtungen – die sich fast ausschließlich im Bundesstaat Kerala befinden - für Waisenkinder, Behinderte, Kranke sowie Operationen gehbehinderter Kinder. Im Rahmen seiner jüngsten Mitgliederversammlung erfuhren die Mitglieder, dass den Helfern ein zunehmend rauer Wind entgegenbläst.

Mittwoch, 04.03.2020, 05:19 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 16:42 Uhr
Immer wieder überzeugen sich Mitglieder des Freundeskreises von den Fortschritten der Projekte, die sie unterstützen, so wie hier zuletzt 2017 in Begleitung von Pfarrer Antony Kottackal (2.v.l.).
Immer wieder überzeugen sich Mitglieder des Freundeskreises von den Fortschritten der Projekte, die sie unterstützen, so wie hier zuletzt 2017 in Begleitung von Pfarrer Antony Kottackal (2.v.l.). Foto: Freundeskreis

Der Freundeskreis Indien unterstützt mit seinen 45 Mitgliedern schwerpunktmäßig Heime und Einrichtungen – die sich fast ausschließlich im Bundesstaat Kerala befinden - für Waisenkinder, Behinderte, Kranke sowie Operationen gehbehinderter Kinder. Im Rahmen der Hauptversammlung erfuhren die Mitglieder nun, dass den christlichen Helfern in Indien zunehmen rauer Wind entgegenbläst.

Das hohe Spendenaufkommen in Höhe von 15 500 Euro im vergangenen Jahr ist auch auf die Trauerfallspenden zurückzuführen. Die Mitglieder Josef Geimer und Martha Kogge waren im vergangenen Jahr verstorben. Ein Dankeschön galt allen Spendern. Somit steht dem Verein per Jahresende ein Betrag von 25 892 Euro zur Verfügung, und seit Bestehen wurden bisher insgesamt 176 000 Euro für die vorerwähnten Zwecke verwand, war dem Kassenbericht von Harald Schepers zu entnehmen. Da der gebürtige Keralaer Pfarrer Antony Kottackal aus Sendenhorst – ebenfalls Mitglied des Vereins – die genauen Verhältnisse vor Ort kennt, sei gewährleistet, dass das gespendete Geld direkt und ohne Verwaltungsaufwand dort eingesetzt werde, wo es notwendig ist, ist dem Bericht des Vereins zu entnehmen. Davon überzeugten sich auch einige Mitglieder auf der letzten Indienreise 2017.

Da sich Harald Schepers aus gesundheitlichen Gründen als Kassierer nicht mehr zur Verfügung stellte, wurde Franz-Josef Konermann ebenfalls einstimmig als neuer Kassenwart gewählt. Cäcilia Konermann (Vorsitzende) und Christiane Thier bleiben weiterhin im Vorstand. Sie überreichten Harald Schepers zum Dank für sein Engagement ein Geschenk. Auch die Mitglieder bedankten sich bei ihm für seinen Einsatz und die seit Gründung des Vereins einwandfreie geführte Kasse.

Vor der Abstimmung über die Verwendung der Spendengelder 2019/2020 berichtete Pfarrer Antony Kottackal über die derzeitige Lage in Indien. Bislang sei es eine historische Leistung gewesen, so Kottackal: das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen unter einer fantastischen Verfassung. Doch nun gefährde der Hindu-Nationalismus von Premier Modi die Einheit Indiens. Das Klima im Land habe sich mit dem Siegeszug der hindu-nationalistischen Bewegung stark gewandelt. Das Land ächze unter einer religiös gefärbten Politik. Dies spürten auch die christlich geführten, durch den Verein geförderten Einrichtungen und Heime durch verschärfte Auflagen.

Vorerst wurde in der Versammlung über einem Gesamtbetrag von 17 000 Euro abgestimmt. Davon erhält das „Pratheeksha Rehabilitation Centre“ (Heim für behinderte Kinder) in Nellimattan 3000 Euro, das „Providence Home“ (Heim für schwerstbehinderte Frauen und Mädchen) in Karakunnam 2000 Euro und ein neues Heim (ebenfalls für schwerstbehinderte Frauen und Mädchen) im Raum Idukki 12 000 Euro.

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