Stadt und St.-Josef-Stift haben „Corona“ im Blick
Vorsorgliche Maßnahmen getroffen

Sendenhorst -

Am Thema „Corona“ kam auch der Sendenhorst Rat am Donnerstagabend nicht vorbei. Bürgermeister Berthold Streffing und Ordnungsamtsleiter Wolfgang Huth informierten über Gespräche und Abstimmungstreffen, die mit dem Kreis Warendorf sowie mit Ärzten aus dem Kreis Warendorf stattgefunden haben.

Samstag, 07.03.2020, 06:34 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 14:48 Uhr
Auch das St.-Josef-Stift setzt bei den Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus vor allem auf Händedesinfektion, kein Händeschütteln und Händewaschen.
Auch das St.-Josef-Stift setzt bei den Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus vor allem auf Händedesinfektion, kein Händeschütteln und Händewaschen. Foto: St.-Josef-Stift

Am Thema „Corona“ kam auch der Sendenhorst Rat am Donnerstagabend nicht vorbei. Bürgermeister Berthold Streffing und Ordnungsamtsleiter Wolfgang Huth informierten über Gespräche und Abstimmungstreffen, die mit dem Kreis Warendorf sowie mit Ärzten aus dem Kreis Warendorf stattgefunden haben. Ziel sei es, die Ausbreitung so gut wie möglich einzudämmen, erläuterte Huth. „Normalerweise geht man davon aus, dass ein Erkrankter drei Personen ansteckt. Das Ziel ist es, die Quote so zu drücken, dass es nur noch einer ist“, erklärte Huth. Dann, so schätze der Kreis Warendorf, dürfte die Welle in etwa acht Wochen überstanden sein.

Im Kreis, so führte der Amtsleiter weiter aus, gebe es vier Krankenhäuser für die Grund- und Regelversorgung. „Alle Häuser verfügen über Pandemie-Pläne. Außerdem haben die Krankenhäuser in Ahlen und Warendorf angekündigt, dass sie über große neue Anbauten verfügen, in denen sie im Ernstfall viele 100 Betten zur Verfügung stellen könnten“, führte Huth aus.

Wer bei sich Symptome feststelle, solle seinen Hausarzt telefonisch kontaktieren. Der werde sich dann darum kümmern, dass ein Abstrich gemacht wird. Das erste Ergebnis könne innerhalb von 90 Minuten vorliegen. Sollten dann weitere Maßnahmen notwendig sein, werde das Gesundheitsamt informiert, das dann alles weitere veranlasse.

Die Stadt selbst habe inzwischen einen Krisenstab gebildet, erklärte Bürgermeister Berthold Streffing. Diesem gehören Wolfgang Huth, Feuerwehr, Polizei und eben der Bürgermeister an. Die Verwaltung habe Desinfektionsspender aufgestellt und entsprechende Mittel vorrätig. Außerdem seien Masken bestellt worden. „Die Reinigungsleistung in den städtischen Gebäuden ist verstärkt worden“, berichtete Streffing. Handläufe, Lichtschalter oder Türklinken würden nun täglich gereinigt. Die Maßnahmen werden von einem Arbeitssicherheitszentrum begleitet.

Auch Klaus Neuhaus, Leiter der Sendenhorster Eigenbetriebe, informierte den Rat kurz darüber, wie Wasser- und Abwasserwerk aufgestellt sind. „Der Fokus liegt sicher auf der Sicherstellung der Frischwasser-Lieferung“, erklärte er. Der Sendenhorster Versorger, die Gelsenwasser AG habe darüber informiert, dass es auch dort Pandemie-Pläne gebe, die sicherstellten, dass alle Abläufe funktionieren. Für alle Wasserwerke werde eine Mindestbesetzung garantiert. Aber auch die Beseitigung von Abwasser müsse garantiert sein. Darauf habe sich das städtische Klärwerk eingestellt. Sollten Mitarbeiter wegen des Virus‘ etwa in häusliche Quarantäne müssen, können die Anlage über Fernwirktechnik auch aus der Ferne gesteuert werden, erklärte Neuhaus. Darüber hinaus habe man sich mit den benachbarten Einrichtungen verständigt, um sich auszuhelfen. Daher sei er der Meinung, dass eine gute Absicherung bestehe.

Auch das St.-Josef-Stift habe sich natürlich mit dem Thema beschäftigt, bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung die Öffentlichkeitsbeauftragte des Stiftes, Bettina Goczol. „Wir haben uns mit Mitteln eingedeckt, und unsere Hygiene-Fachkraft hat ein Auge drauf, dass alles sinnvoll verwendet wird“, erklärte sie. Besucher treffen in den Zugangsbereichen auf Desinfektionsspender. „Die sind so positioniert, dass man fast darüber stolpert.“

Die Hygienekommission des Hauses habe schon mehrfach getagt, und die Mitarbeiter würden über das Intranet ständig auf dem Laufenden gehalten. Bei den Patienten des Hauses sei das Corona-Virus kein großes Thema. Alles liefe ruhig und in normalen Bahnen. Im Stift sei es normale Praxis, dass geplante OP bei Patienten, die Infektionen aufweisen, in der Regel vorsichtshalber abgesagt werden, erklärte Goczol. Momentan wird gleich beim ersten Patientenkontakt gefragt, ob es direkten Kontakt zu Infizierten gegeben habe, beschreibt sie das Prozedere. Besonders vorsichtig sei man bei Patienten, die aus Risikogegenden wie dem Kreis Heinsberg kommen. „Diese werden erst aufgenommen, wenn es einen bestätigten Negativbefund gibt“, beschreibt die Sprecherin das Vorgehen. Und schließlich wird bei jeder Neuaufnahme als erstes Fieber gemessen, erklärte sie abschließend.

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