Zu viel Plastik im Biomüll
Verbraucher sind nachlässig geworden

Sendenhorst -

In den Biotonnen ist zu viel Plastik. Deshalb starten die Abfallwirtschaftsgesellschaft und die Stadt eine Informationskampagne.

Dienstag, 10.03.2020, 07:36 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 14:37 Uhr
Mit diesen Aufklebern werben die Beteiligten dafür, kein Plastik im Biomüll zu entsorgen.
Mit diesen Aufklebern werben die Beteiligten dafür, kein Plastik im Biomüll zu entsorgen. Foto: Stadt

„Kein Plastik in die Biotonne!“ Was für viele selbstverständlich sei, bildet den Kern der Kampagne „#WIRFUERBIO“ in Westfalen, zu der sich sieben kommunale Abfallwirtschaftsgesellschaften zusammengeschlossen haben. Das berichtet die Stadtverwaltung Sendenhorst.

Angelehnt an die Aktion, die hoch im Norden gestartet sei, solle die Aufmerksamkeit auf die Biotonne gelenkt werden. Und die Kommunen hätten auch etwas davon. Auch die Stadt Sendenhorst ist mit im Boot.

„20 Jahre nach der Einführung der Biotonne sind die Verbraucher nachlässiger bei der Befüllung der Biotonne geworden. Immer mehr Störstoffe, darunter vor allem Plastik und auch Plastiktüten, landen inzwischen in der Biotonne“, beschreibt Thomas Grundmann das Problem, vor dem alle Bioabfallverwerter stünden. Grundmann ist Geschäftsführer der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG).

Verarbeitung ist problematisch

Die Kompostwerke stellten fest, dass immer häufiger Dinge in der Biotonne landeten, die dort nicht hineingehörten. „Beispiel Kaffee: Pulverkaffe und Filter sind ein klarer Fall für die Biotonne, moderne Kaffeekapseln hingegen nicht. Das Kunststoffgehäuse zersplittert während der Verarbeitung im Kompostwerk, die Splitter landen im fertigen Kompost und damit im Garten oder auf dem Feld“, berichtet Hans-Günter Wübbels , in der Stadtverwaltung unter anderem für die Abfallentsorgung zuständig. „Wer seinen Abfall konsequent richtig trennt, kann sich im eigenen Haushalt aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren“, wirbt der städtische Abfallberater für umweltbewusstes Verhalten.

Pulverkaffe und Filter sind ein klarer Fall für die Biotonne, moderne Kaffeekapseln hingegen nicht.

Hans-Günter Wübbles

Durch die Teilnahme von AWG und GEG an der Kampagne hätten die Kommunen in beiden Kreisen die Möglichkeit, die Abfallberatung zur Biotonne auszuweiten. „Die für die Kampagne entwickelten Plakate können Schulen und Kindergärten über uns kostenfrei als Druckvorlage bekommen“, erklärt Wübbels. Für verschiedene Zielgruppen gebe es mehrere witzige Motive. Aufkleber für die Biotonne zu Hause gebe es ebenfalls gratis.

Mit der Kampagne „#WIRFUERBIO“ in Westfalen wollen die Beteiligten für eine sortenreine Bioabfallerfassung werben und sagen daher gemeinsam: „Kein Plastik in die Biotonne!“, schreibt Wübbels.

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