Corona-Maßnahmen an der Ludgerus-Grundschule
Außergewöhnliche Situation erfordert ungewöhnliches Handeln

Albersloh -

Auch an der Albersloher Grundschule herrscht Ausnahmezustand. Die Klassenräume sind leer. Das bestätigt Annette Stüer auf Anfrage dieser Zeitung. Eigentlich sei die Schule am Montag und Dienstag noch für den Übergang geöffnet, aber: „Es ist kein Kind gekommen“, so die Schulleiterin, die sich mit ihren Kolleginnen auf die kommenden Wochen vorbereitet.

Dienstag, 17.03.2020, 05:54 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 06:01 Uhr
In Albersloh kam gestern kein Kind in die Ludgerusschule. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In Albersloh kam gestern kein Kind in die Ludgerusschule. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Sebastian Gollnow

Auch an der Albersloher Grundschule herrscht Ausnahmezustand. Die Klassenräume sind leer. Das bestätigt Annette Stüer auf Anfrage dieser Zeitung. Eigentlich sei die Schule am Montag und Dienstag noch für den Übergang geöffnet, aber: „Es ist kein Kind gekommen“, so die Schulleiterin, die sich mit ihren Kolleginnen auf die kommenden Wochen vorbereitet.

„Ab Mittwoch wird eine Notbetreuung angeboten“, erklärt die Rektorin. „Das Angebot richtet sich an Eltern, die eine berufliche Tätigkeit im Bereich von kritischen Infrastrukturen nachweisen können.“ Dazu gehören medizinisches Personal, Polizei, Feuerwehr und ähnliche Berufsgruppen. „Aber auch die Lehrer, die die Notbetreuung aufrecht erhalten müssen“, weiß Annette Stüer und erklärt: „Wenn sich beide Elternteile als Schlüsselpersonen ausweisen können, wird die Betreuung ihres Kindes in einer sogenannten Notgruppe möglich gemacht.“

Eine solche Notgruppe dürfe nicht mehr als fünf Kinder betreuen. Auch bleiben die Klassen weiterhin getrennt, so dass es sein kann, dass nur ein oder zwei Schüler von einer Lehrerin betreut werden. „Das stellt uns vor eine gewisse Herausforderung“, sagt Annette Stüer. „Kolleginnen, die über 60 Jahre alt sind oder an einer Vorerkrankung leiden, sind von dem Dienst ausgeschlossen – deshalb sind wir aktuell nicht vollzählig“, erklärt sie.

Auch sei die Betreuung in einer Notgruppe aus Kindersicht wohl nicht sehr attraktiv: „Da kann ein Schultag schon mal lang werden“, glaubt die Schulleiterin, die darauf hofft, dass sich Eltern untereinander verständigen und kreative Lösungen finden. „Ich habe von Eltern gehört, die sich gegenseitig bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen – das ist für die Kinder sicherlich attraktiver“, findet Annette Stüer, die im Büro der Ludgerus-Schule sitzt, um Vorgaben des Landes umzusetzen und die neue Situation zu organisieren. Ihre Kolleginnen sollen so viel wie möglich von zu Hause aus arbeiten, um einer Verbreitung des Virus vorzubeugen. „Wir sind alle weiter im Dienst.“

Aktuell haben die Kinder schul-, aber nicht unterrichtsfrei. „Die Schüler werden mit Arbeitsplänen ausgestattet, damit sie nicht aus dem Lernrhythmus kommen“, so die Pädagogin. „Wir haben den Kindern bereits am Freitag alle Bücher mit nach Hause gegeben – das waren richtig schwere Tonnis“, weiß die Rektorin zu berichten, die sich für die Kinder und Eltern vor allem wünscht, dass sie gesund bleiben und alle die Situation gemeinsam unbeschadet überstehen.

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