Fachklinik und Reha-Zentrum laufen leer, um bei Bedarf akut Erkrankte aufnehmen zu können
Das St.-Josef-Stift ist vorbereitet

Sendenhorst -

Im St.-Josef-Stift werden derzeit keine neuen Patienten mit planbaren Operationen mehr aufgenommen. Das Haus bereitet sich darauf vor, akut Erkrankte aufnehmen zu können, wenn in anderen Krankenhäusern der Bedarf für die Versorgung von Corona-Fällen steigt.

Mittwoch, 18.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 14:42 Uhr
Das St.-Josef-Stift bereitet sich darauf vor, akut Erkrankte aufnehmen zu können. Planbare OP’s werden ausgesetzt.
Das St.-Josef-Stift bereitet sich darauf vor, akut Erkrankte aufnehmen zu können. Planbare OP’s werden ausgesetzt. Foto: Bettina Goczol

Durch die alarmierenden Zuwächse bei den Infektionen mit dem Coronavirus im Kreis Warendorf sieht sich das St.-Josef-Stift in Sendenhorst in der Pflicht, seinen Beitrag zu leisten, wenn krankenhaus- und beatmungspflichtige Corona-Patienten versorgt werden müssen. Das teilte das Krankenhausmanagement am Dienstagmittag mit. „Engpässe zeichnen sich bei entsprechendem Verlauf bereits in naher Zukunft ab“, heißt es im Bericht der Stiftung.

Auch das Reha-Zentrum läuft leer

Aus diesem Grund werden ab sofort keine neuen Patienten mehr für geplante –elektive – Eingriffe in dem Fachkrankenhaus aufgenommen und alle verschiebbaren Termine in der Facharztambulanz abgesagt. Begonnene Behandlungen inklusive der Anschlussheilbehandlungen werden auslaufend zu Ende geführt, so dass die Fachklinik mit überwiegend elektiven Patienten und das angegliederte Reha-Zentrum schrittweise leer laufen werden. „Diese Entscheidung ist in enger Abstimmung zwischen Geschäftsführung, Krisenstab und Kuratorium der Stiftung gefallen“, heißt es im Bericht der Einrichtung.

Es ist das Gebot der Stunde, Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, um Krankenhäuser zu entlasten.

Das Krankenhausmanagement

Das St.-Josef-Stift als Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie verfügt über 359 Planbetten und weitere 180 Einzelzimmer im angegliederten Reha-Zentrum. „Es ist das Gebot der Stunde, Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, um Krankenhäuser zu entlasten, die primär die Versorgung von schweren Infektionsverläufen und langzeitbeatmeten Patienten übernehmen und dafür technisch wie personell entsprechend ausgestattet sind“, berichtet das Management.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung am Montag habe es noch kein festgeschriebenes Szenario für den Kreis Warendorf gegeben, in dem festgelegt sei, in welcher Weise das St.-Josef-Stift zum Einsatz komme. Es sei eine Option, so die Beteiligten.

Patienten werden über Absagen informiert

Ab sofort werden Patienten über die Absage ihrer geplanten Operation oder ihres stationären beziehungsweise teilstationären Aufenthalts informiert.

Im Einzelnen werden die Ärzte der insgesamt acht Fachabteilungen sichten, welche Patienten davon betroffen sind. Die Notfallambulanz, die Notfallversorgung sowie mit gewissen Einschränkungen die Heil- und Hilfsmittelversorgung auf Verordnung werden aufrechterhalten.

„Diese vorausschauenden und weitreichenden Entscheidungen wurden auch im Vertrauen auf das Versprechen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, dass daraus resultierende wirtschaftliche Folgen ausgeglichen werden und keine Nachteile entstehen“, betont Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann.

Gemeinsam haben wir die Kraft, diese Herausforderung zu meistern.

Dr. Ansgar Klemann

Die aktuelle Situation stelle für alle Mitarbeiter in den Einrichtungen der Stiftung eine besondere Belastung dar.

Zu spüren seien in diesen schwierigen Zeiten die sehr gute Unterstützung in allen Bereichen, die große Besonnenheit und die Solidarität untereinander, um Lösungen zu finden. „In der Not zu helfen, wenn Menschen ernsthaft erkranken, ist uns bis heute eine Verpflichtung durch den Willen unseres Stifters Josef Spithöver. Gemeinsam haben wir die Kraft, diese Herausforderung zu meistern“, unterstreicht Klemann.

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