Einkaufsservice für Senioren
Der gefüllte Korb steht vor der Tür

Sendenhorst/Albersloh -

Das Seniorenbüro bietet gemeinsam mit Markus Hartman einen Einkaufsservice für alte Menschen an, die nicht mehr aus dem Haus wollen oder können. Ein Anruf genügt, und ein ehrenamtlicher Helfer übernimmt die Aufgabe.

Freitag, 20.03.2020, 22:16 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 22:30 Uhr
Angelika Reimers und Markus Hartmann haben einen Einkaufsservice für Senioren organisiert.
Angelika Reimers und Markus Hartmann haben einen Einkaufsservice für Senioren organisiert. Foto: Josef Thesing

Die Helfer stehen parat und warten auf ihre Einsätze. „Wir haben im Moment mehr Helfer auf der Liste als Betroffene“, erzählt Angelika Reimers , Leiterin des Seniorenbüros, vor der Einrichtung in der Fußgängerzone. „Aber das darf sich jetzt gerne ändern“, sagt Markus Hartmann , der im vorgeschriebenen Abstand neben ihr steht. Die beiden managen die Seniorenhilfe, bei der es darum geht, Senioren in ihren Wohnungen mit dem Nötigsten zu versorgen, wenn diese nicht mehr aus dem Haus können oder wollen. „Die erste Vermittlung hat gestern stattgefunden. Das war relativ einfach, weil beide in der gleichen Straße wohnen“, berichtet Markus Hartmann.

Die erste Vermittlung hat gestern stattgefunden. Das war relativ einfach, weil beide in der gleichen Straße wohnen.

Markus Hartmann

Das Prinzip ist denkbar einfach. Wer als älterer Mensch zum Beispiel Lebensmittel benötigt und keinen Ansprechpartner in der Nähe hat, der ruft Angelika Reimers, 3 00 31 31, oder Markus Hartmann,95 05 66, an. Beide sind immer erreichbar: Angelika Reimers schaltet ihr Telefon aufs Handy um, wenn sie das Seniorenbüro verlässt. Einer von den beiden sagt dem Anrufer dann, wann er wen schickt – natürlich mit Namen, damit niemand Schindluder treiben kann.

Der Korb wird vor die Tür gestellt

Zum vereinbarten Zeitpunkt stellt derjenige, der Hilfe braucht, dann den Einkaufskorb vor die Tür, in dem zum Beispiel ein Briefumschlag liegt, auf dem die gewünschten Einkäufe notiert sind und der das Einkaufsgeld enthält. „Der Rückweg funktioniert genauso. So kann jeder unnötige Kontakt vermieden werden“, erklärt Angelika Reimers. Denn sie weiß, was viele immer noch ignorieren: In Corona-Zeiten ist Abstand mit das Wichtigste.

Bedarf wird steigen

Sie ist gemeinsam mit Markus Hartmann davon überzeugt, dass der Bedarf für ein solches Angebot steigen wird. Vor allem dann, wenn die Ausgangssperre kommt – was beide übrigens derzeit durchaus begrüßen, weil sich eben viele immer noch nicht an die einfachsten Regeln halten.

Markus Hartmann hat auch mit den Apotheken gesprochen. Alle bieten einen Lieferservice für Medikamente an. Anruf genügt also.

In diesem Zusammenhang weist Hartmann noch einmal auf den Lieferservice der Geschäfte in Sendenhorst und Albersloh hin, die schließen mussten. Auch dort gelte: Anruf genügt.

Wie sich die Bargeldversorgung für ältere Menschen, die über kein Online-Konto verfügen, regeln lasse, wenn die Ausgangssperre kommt, müsse derzeit noch abgewartet werden.

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