Unterricht an der KvG-Grundschule im Zeichen der Corona-Krise
Eltern und Lehrer bilden ein Team

Sendenhorst -

Wenn Christel Hille morgens die Häupter ihrer Lieben zählt, dann sind das in der Regel weit mehr als sieben: 355 Jungen und Mädchen tummeln sich normalerweise täglich an der Kardinal-von-Galen-Grundschule. Derzeit sind es aber nur acht – in drei Gruppen. Die übrigen lernen nach Vorgaben der Lehrer zu Hause.

Donnerstag, 26.03.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 14:30 Uhr
Schulleiterin Christel Hille
Schulleiterin Christel Hille Foto: KvG Grundschule

Wenn Christel Hille morgens die Häupter ihrer Lieben zählt, dann sind das in der Regel weit mehr als sieben: 355 Jungen und Mädchen tummeln sich normalerweise täglich an der Kardinal-von-Galen-Grundschule. In der nun schon zweiten Woche, in der durch die Corona-Krise die Schulen geschlossen sind, liegt die Schulleiterin mit sieben gar nicht so weit entfernt von der konkreten Zahl der Schüler, die täglich für die eingerichtete Notfallbetreuung angemeldet sind. Acht Jungen und Mädchen werden im Moment in drei Gruppen beaufsichtigt. Also auch dabei wird darauf geachtet, dass die Gruppen klein bleiben. „Es dürfen höchstens fünf Kinder pro Gruppe zusammen betreut werden.“ Zwei Lehrkräfte sind dafür jeweils eingeteilt. Und die acht Kinder sind selten gleichzeitig in der Schule. Am Mittwochvormittag waren es beispielsweise vier Kinder.

Und die übrigen 347 Jungen und Mädchen? „Die werden zu Hause betreut“, berichtet Christel Hille, und sie ist froh darüber, dass die Sendenhorster Eltern das in den meisten Fällen organisieren konnten. Die Lehrer halten Kontakt zu Schülern und Eltern, berichtet die Schulleiterin. Dafür werden fast alle Kanäle genutzt. Die Lehrer stehen in E-Mail-Kontakt mit den Eltern, telefonieren mit Eltern und Schülern oder stehen auch den Jungen und Mädchen für Fragen per E-Mail zur Verfügung. „Dabei bekommen die Kollegen immer wieder von den Eltern gespiegelt, dass diese froh sind, dass der Kontakt zu den Lehrern erhalten bleibt“, berichtet Hille. So können immer wieder mal Aufgaben erklärt werden.

Momentan ist die Corona-Lage ruhig. Doch keiner weiß, was kommt. Wenn es schlimmer wird, wird vermutlich auch der Betreuungsbedarf noch steigen.

Christel Hille

Sehr kurzfristig hatten alle Beteiligten Mitte März auf die Schulschließung reagieren müssen. „Wir hatten schon am Freitag einen Brief an die Eltern vorbereitet, den die Lehrer um Arbeitspläne und Aufgabenlisten für die Klassen ergänzt haben. Jetzt stehen in manchen Klassen schon Folgeaufgaben an, die die Kollegen per E-Mail schicken oder auch persönlich in die Briefkästen der Eltern stecken“, erzählt Christel Hille.

Für die kommende Woche gibt es also neue Aufgaben-Listen, mit denen die Schüler bereits Erlerntes üben und vertiefen können. „Einige Drittklässler beispielsweise haben für den Deutschunterricht eine Lektüre mitbekommen. Die musste zunächst gelesen und dann mussten Aufgaben dazu erledigt werden. Und die Kinder der ersten Klassen können durchgenommene Buchstaben und das Rechnen üben“, erläutert Christel Hille. Wenn jetzt ein neuer Buchstabe auf dem Lehrplan steht, dann wüssten die Kinder aus dem Üben zuvor, wie sie sich zusammen mit den Eltern den neuen Buchstaben erarbeiten können. Dabei unterstreicht Christel Hille, dass Eltern natürlich nicht die Lehrer ihrer Kinder sind. Dennoch sei es jetzt wichtig, dass die Eltern das Lernen begleiten und den Kindern Aufgaben erklären – eventuell eben nach Rücksprache mit den Lehrern. Und dass auch zu Hause in regelmäßigen Strukturen gelernt werde.

Derzeit plant Hille mit ihrem Kollegium, zunächst einmal die Zeit bis zu den Osterferien so zu organisieren. Für die Notfallbetreuung gibt es auch schon Anmeldungen für die Ferien. Wie es dann weitergeht? „Ich bin kein Hellseher. Das müssen wir abwarten. Sollte sich die Entwicklung bestätigen, und irgendwann kommt die Entscheidung, dass die Schulen wieder öffnen, dann hat man uns auf jeden Fall schon wissen lassen, dass das dann besser vorbereitet ablaufen wird, als die Schließung“, erklärt sie. Aber bis dahin müsse erst einmal die Entwicklung abgewartet werden. „Momentan ist die Corona-Lage ruhig. Doch keiner weiß, was kommt. Wenn es schlimmer wird, wird vermutlich auch der Betreuungsbedarf noch steigen.“ Wichtig sei aber gewesen, dass seit dem Wochenende streng durchgegriffen werde und nun wohl auch die allermeisten die Ernsthaftigkeit der Maßnahmen verstanden hätten. „In der ersten Woche musste ich wirklich den Schulspielplatz noch räumen“, erinnert sich Hille. Da sei aber nun Ruhe eingekehrt.

Stadt verzichtet auf OGS-Eltern-Beiträge

Gute Nachrichten für alle Eltern, deren Kinder die Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) der Stadt Sendenhorst besuchen: Eltern zahlen nur für Zeiten, in denen auch eine Betreuung in Anspruch genommen wird. Das teilte die Stadtverwaltung gestern mit.Aufgrund der Corona-Krise sind die Schulen bekanntlich seit dem 16. März geschlossen. Es wird lediglich eine Notfallbetreuung für Kinder von Eltern angeboten, die mit ihren Berufen die zentralen Funktionsbereiche des öffentlichen Lebens sicherstellen. Immer wieder wurde die Frage an die Stadt herangetragen, ob weiterhin Beiträge für die Ganztagsbetreuung gezahlt werden müssen. Rein rechtlich ist die Sache klar: „Die Beitragssatzung der Stadt sieht das so vor“, teilt die Stadt mit.Aber nun ist Folgendes beschlossen worden:Die Stadt verzichtet ab April 2020 auf die Erhebung der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsgrundschule. Sollte sich die derzeitige Situation nicht verändern, gilt diese Regelung auch für die Folgemonate, in denen keine reguläre Betreuung stattfinden kann.In den Fällen, in denen die Eltern eine Einzugsermächtigung erteilt haben, werden für April keine Beiträge mehr eingezogen. Eltern, die die Zahlung per Dauerauftrag überweisen, sollten diese sofort stoppen oder aussetzen. Eltern, die per Einzelüberweisung oder Dauerauftrag für April 2020 bereits ihre Beiträge gezahlt haben, erhalten diese zurück.Die Beiträge für den Zeitraum vom 16. bis zum 31. März 2020 werden zu einem späteren Zeitpunkt erstattet.

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