Stadtentwicklungsausschuss berät Zehn-Jahres-Konzept
Mobilität strategisch planen

Sendenhorst/Albersloh -

Corona hin oder her: Das Leben geht weiter. So trafen sich gestern Abend die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, um über anstehende Projekte zu beraten. Eines davon ist derzeit die Entwicklung eines „Mobilitätskonzeptes Sendenhorst 2030“.

Mittwoch, 29.04.2020, 05:16 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 05:30 Uhr
Hier endet der Radweg, wenn man von Sendenhorst aus kommt, und mündet in den Bispingweg. Nun soll auch überlegt werden, wie die Lücke von dort an der L586 entlang bis zum WLE-Haltepunkt geschlossen werden kann.
Hier endet der Radweg, wenn man von Sendenhorst aus kommt, und mündet in den Bispingweg. Nun soll auch überlegt werden, wie die Lücke von dort an der L586 entlang bis zum WLE-Haltepunkt geschlossen werden kann.

Corona hin oder her: Das Leben geht weiter – auch für diejenigen, die bei den letzten Wahlen damit beauftragt worden waren, das Leben in Sendenhorst zu gestalten. So trafen sich gestern Abend die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, um über anstehende Projekte zu beraten. Eines davon ist derzeit die Entwicklung eines „Mobilitätskonzeptes Sendenhorst 2030“. Im Ausschuss wurden die Ergebnisse eines Strategieworkshops präsentiert, der Mitte Januar mit Vertretern aus Verwaltung und Politik stattgefunden hatte. Zudem wurde über das weitere Vorgehen beraten.

Die Inbetriebnahme der WLE werde voraussichtlich Ende Dezember 2023 erfolgen. Die Westfälische Landeseisenbahn wolle in Kürze die Planfeststellungsunterlagen bei der Bezirksregierung Münster einreichen und das Verfahren damit starten, war den Tischvorlagen zu entnehmen. Kooperationspartner des WLE-Projektes sind die Stadt Münster, der Kreis Warendorf und die Stadt Sendenhorst.

Da die WLE nur die Verkehrsstation plant, liege die Herausforderung für die Stadt Sendenhorst darin, bis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme die Mobilstationen am Bahnhof Sendenhorst und am Haltepunkt Albersloh zu schaffen und das Busnetz zusammen mit der RVM und dem Kreis Warendorf neu zu organisieren. Weiteres Thema sei der Radverkehr.

Dazu lägen der Verwaltung Einzelanträge aus der Politik zur Bearbeitung vor. Es fehle aber an einem Maßnahmenplan, um den Radverkehr in Sendenhorst strategisch und nachhaltig zu verbessern. Zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang auch die geplante „Veloroute #10“ der Stadtregion Münster, die von Sendenhorst über Albersloh nach Münster geführt werden soll. Dabei sind Lückenschlüsse an der L 586 in beiden Ortslagen und insbesondere in Albersloh zwischen Bispingweg und Haltepunkt notwendig.

Außerdem begleite die Verwaltung Planungen für die vom Landesbetrieb Straßen.NRW geplanten Ortsumgehungen in Sendenhorst und Albersloh. Für die Ortsumgehung Albersloh wird die Stadt im Rahmen einer Planungsvereinbarung Aufgaben übernehmen, die die Erarbeitung von Baugrundgutachten betreffen.

Ein weiteres Thema der Mobilitätsplanung ist die Reduzierung des Lkw-Verkehrs in den engen Ortslagen, insbesondere in Albersloh. Darüber hinaus sei die Reduzierung von Barrieren für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie Kinder und Senioren ein Ziel, teilt die Verwaltung mit.

Das alles mündete im ersten Strategieworkshop in einem umfangreichen Ergebniskatalog, der beispielsweise den Wunsch formulierte eine integrierte Verkehrsplanung aufzustellen, die die Priorität auf die Belange von Fußgängern und Radfahrern lege. Außerdem müssten die Mobilstationen als Knotenpunkte zur WLE sowie die Zubringerverkehre zeitnah geplant werden.

Auf Empfehlung des Kreises Warendorf und des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat die Verwaltung inzwischen kurzfristig einen Förderantrag für beide Mobilstationen vorbereitet und diesen fristgerecht eingereicht. Sollte der NWL den Antrag berücksichtigen, so muss die Stadt Sendenhorst die Inhalte des Förderantrages in den nächsten Monaten konkretisieren und die Kosten genauer beziffern können. Dafür hat die Verwaltung die Planung ausgeschrieben und im Ergebnis einen Planungsauftrag an ein Planungsbüro vergeben.

Für die Planung der Mobilstation in Sendenhorst habe sich erwartungsgemäß schon herausgestellt, dass die Fläche sehr knapp ist, da nur an der Ladestraße geplant werden kann. Für die Bushaltestelle(n) werden aber Bushaltebuchten benötigt, da die Busse dort auch Standzeiten haben werden und der Verkehr vorbeigeführt werden muss. Um die Fläche zu vergrößern, eine Wendemöglichkeit für Busse zu schaffen und um das Angebot an „P+R“-Plätzen vergrößern zu können, wird nun überlegt, ob die Fläche der Feuer- und der Rettungswache hinzugezogen werden kann. Um in die Planung eines Verlagerungsstandortes einzusteigen und um die Mobilstation Sendenhorst planen zu können, ist nun erforderlich, einen politischer Grundsatzbeschluss zu fassen.

Um eine Mobilitätswende zu erreichen, deren Ziel es ist, den Umweltverbund zu fördern und Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zu geben, Carsharing und E-Mobilität zu nutzen und die „erste und letzte Meile“ angenehm zu gestalten, werde eine strategische Grundlage benötigt, so die Verwaltung. Ein Mobilitätskonzept sei ein kommunaler Rahmenplan, der die Leitlinien der Mobilitäts- und Verkehrsplanung für die nächsten Jahre definiere.

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