Angemeldete Angehörige werden im Kontaktbereich empfangen
Besuche nur mit Sicherheitskonzept

Sendenhorst/Albersloh -

Wochenlang galten für das St.-Josef-Stift und die Einrichtungen der Altenhilfe in der St.-Elisabeth-Stift gGmbH Besuchsverbote. „Und nun überrollen uns die Erlasse“, beschreibt Markus Giesbers, Hausleiter des Elisabeth-Stiftes die Situation. Während im Elisabeth-Stift ab morgen angemeldete Besuche möglich sind, bleiben Krankenhaus, Reha und Stiftspark für Besucher gesperrt.

Samstag, 09.05.2020, 05:18 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 11:08 Uhr
So wie auf diesem Beispielbild mit Petra Schlüter-Specht, Bewohnerin Wilma Schlüter und Dietmar Specht kann ein Angehörigenbesuch im neu eingerichteten Kontaktbereich des St.-Elisabeth-Stifts vonstatten gehen.
So wie auf diesem Beispielbild mit Petra Schlüter-Specht, Bewohnerin Wilma Schlüter und Dietmar Specht kann ein Angehörigenbesuch im neu eingerichteten Kontaktbereich des St.-Elisabeth-Stifts vonstatten gehen. Foto: Stift

Wochenlang galten für das St.-Josef-Stift und die Einrichtungen der Altenhilfe in der St.-Elisabeth-Stift gGmbH Besuchsverbote. Kontakte zu Angehörigen vor allem in den Senioreneinrichtungen waren nur in absoluten Notfällen und unter Berücksichtigung von höchsten Hygienemaßnahmen möglich. „Und nun überrollen uns die Erlasse“, beschreibt Markus Giesbers , Hausleiter des Elisabeth-Stiftes die Situation um die nun gerade vor Muttertag bekanntgegebene Lockerung des absoluten Besuchsverbotes. Doch gemeinsam mit Dr. Ansgar Klemann , Geschäftsführer des St.-Josef-Stiftes unterstreicht er: „Es muss eine verantwortungsvolle Rückkehr geben.“ Und Ansgar Klemann betont: „Die Gestaltungsfreiheit dazu haben die Träger. Und wir nehmen sie uns.“

„Wir sind hier für Patienten, Bewohner und Mitarbeiter verantwortlich. Daher werden wir die Lockerungen langsam umsetzen. Die Regeln der Sperre aufrechtzuerhalten ist schwer gewesen, zumal gerade in der Altenhilfe Sozialkontakte zum Wohlbefinden beitragen“, so Klemann „Wir hatten bis jetzt in keinem Haus Covid-19-Fälle. Das zeigt auch, wie verantwortungsvoll unsere Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit mit dem Thema umgehen“, und das solle nicht gefährdet werden.

Für Krankenhaus und Reha-Zentrum gilt weiterhin ein absolutes Besuchsverbot.

Dr. Ansgar Klemann

So wurde von den Handwerkern im Stift eine Kontaktzone gestaltet, die nun für Besuche zur Verfügung steht. Ohne Körperkontakt – nach wie vor. Im Eingang zur Tagespflege wurde eine Art „Schleuse“ mit einem „Sprechfenster“ aus Plexiglas gebaut. Von der einen Seite haben zwei Angehörige von außen Zugang. Auf der anderen Seite – vom Haus aus – können Senioren sitzen. Eine halbe Stunde steht pro Besuch zur Verfügung – inklusive der Desinfektion des Besucherraums.

Dazu kommt viel Bürokratie. Besuche sind nur nach vorheriger telefonischer Terminabsprache möglich. Außerdem werden Besucher erfasst. Die Abläufe sind mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. „Wir sind auch dabei auf viel Verständnis bei den Angehörigen gestoßen. Viele haben gleich gesagt, ,Muttertag ist jeder Tag‘ und waren mit einem Termin in der kommenden Woche einverstanden“, berichtet Markus Giesbers darüber, dass auch schon viele Termine für die kommende Woche gemacht wurden. Der Muttertag ist übrigens erwartungsgemäß ausgebucht.

Beide weisen darauf hin, dass entgegen anderslautender Interpretationen des Erlasses ein Besuch der Senioren in ihren Familien nicht möglich ist. Auch Spaziergänge im Park mit Angehörigen sind nicht möglich. „Das würde bedeuten, dass die Senioren nach der Rückkehr ins Haus 14 Tage in Quarantäne müssten“, erklärt Giesbers. Das sei sicher nicht gewollt.

Was das Krankenhaus angeht, sehen die Erlasse eigentlich vor, dass es ab dem 11. Mai wieder möglich sein soll, unter Einhaltung strengsten Hygienemaßnahmen Besuche zu machen. „Wir sind gerade erst auf dem Weg zurück in eine Normalität, was die Krankenhausabläufe angeht“, erklärt Dr. Ansgar Klemann. Wichtig sei erst einmal, dass Aufgeschobenes nun nachgeholt wird. Da hätten die Mitarbeiter schon wegen einer Aufhebung einer Besuchersperre ein gehörigen Schreck bekommen. „Wie hätte das neben dem laufenden Betrieb noch überwacht werden sollen?“, fragt Klemann, der daher klarstellt: „Für Krankenhaus und Reha-Zentrum gilt weiterhin ein absolutes Besuchsverbot.“ Auch das Verbot, den Krankenhauspark zu betreten, bleibt bestehen. „Wir werden bei der Umsetzung dieses Betretungsverbotes auch vom Ordnungsamt unterstützt.“ Das Gelände solle ausschließlich den Patienten von Krankenhaus und Reha vorbehalten bleiben, die sich dort gefahrlos bewegen können sollen. Geschlossen bleibt übrigens – vorerst bis zum 31. Mai – auch „Annes Café“.

Ausnahmen für Besuche im Krankenhaus gibt es etwa für Begleitpersonen von Kindern oder medizin-ethische Notfälle.

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