„Reparatur-Café“ kann voraussichtlich in der „Roten Schule“ bleiben
Aufschub für die „Schrauber“

Albersloh -

Das ist wohl nicht nur für die Schrauber, sondern für das ganze Dorf eine gute Nachricht: Die Türen zum „Reparatur-Café“ in der „Roten Schule“ stehen wieder und weiterhin jeweils freitags von 16 bis 19 Uhr offen – zumindest vorläufig.

Dienstag, 16.06.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 15:08 Uhr
Erleichterung bei den „Schraubern“: Das „Reparatur-Café“ kann wohl weitere zwei Jahre in der „Roten Schule“ bleiben.
Erleichterung bei den „Schraubern“: Das „Reparatur-Café“ kann wohl weitere zwei Jahre in der „Roten Schule“ bleiben. Foto: Reparatur-Café

Erleichterung nicht nur bei den „Schraubern“: Das „Reparatur-Café“, das sich in der „Roten Schule“ etabliert hat, kann vorläufig dort bleiben. Eigentlich sollten die eingerichteten Werkstatträume bis zum 30. April besenrein an einen Investor übergeben werden. Aber: „Voraussichtlich haben wir erst einmal einen zwei-jährigen Aufschub“, freuen sich die Betreiber der Einrichtung, die für viele längst einen bedeutsamen Stellenwert im Ort bekommen hat, in einer Pressemitteilung.

Die Abrissbirne, die noch vor Kurzem wie ein Damoklesschwert bedrohlich über der „Roten Schule“ hing, wurde gestoppt.

„Das nehmen wir mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis“, sagt Heinz Wenker , der sich bei all denjenigen bedanken möchte, die sich dafür eingesetzt haben, dass die Einrichtung vorläufig an gewohnter Stelle geöffnet werden kann. „Wir bedanken uns auch beim Investor“, so die Betreiber, die in Corona-Zeiten einer kaum zu stemmenden Aufgabe gegenüberstanden hätten: einem ziemlich aufwendigen Umzug – voraussichtlich ins SozialZentrum „Fels“, dessen Räume auch vielen anderen Veranstaltungen dienen.

Anfang 2016 war eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in die leerstehende „Rote Schule“ eingezogen. „Das passierte in höchster Not, um die geflüchteten Leute zum einen mobil zu machen und zum anderen zu beschäftigen“, erinnert sich Heinz Wenker.

Unterstützt wurde die Initiative vom DAF (Deutsch-Ausländischer Freundeskreis) und der Bürgerstiftung Sendenhorst und Albersloh. Zur Verfügung gestellt hatte die Räume die Stadt Sendenhorst. „Es entstand ein multikulturell geprägter Begegnungsort, der sich zu einem integrativen Reparatur-Café entwickeln konnte“, so Wenker, der sich nicht nur als zweiter Vorsitzender der Bürgerstiftung, sondern auch als leidenschaftlicher „Schrauber“ von Anfang an für die Werkstatt stark gemacht hat. „Neben Serviceleistungen an Fahrrädern werden Reparaturen an Elektro- und IT-Geräten als Hilfe zur Selbsthilfe angeboten“, erläutert der Albersloher weiter und weist auch auf die Café-Ecke in der alten Schule hin: „Dort kommt zur Sprache, was immer einem auf dem Herzen liegt.“

Der Ort habe sich vor allem unter dem Namen „Service Albersloh“ bei den zahlreichen neuen Mitbürgern mit Migrationshintergrund vertrauensstiftend etabliert und wende sich ebenso an die gesamte Dorfbevölkerung. „Das wird sehr, sehr gut angenommen“, freut sich Heinz Wenker.

Auch Ziad Al Haila als Beauftragter für orientalische Angelegenheiten zeigt sich erleichtert: „Wir haben das Angebot in der Corona-Zeit sehr vermisst.“

So darf es wohl nicht nur für die Schrauber, sondern für das ganze Dorf eine gute Nachricht sein, dass die Türen zum „Reparatur-Café“ in der „Roten Schule“ wieder und weiterhin jeweils freitags von 16 bis 19 Uhr offen stehen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7451156?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Nachrichten-Ticker