„Tag der Architektur“ findet an diesem Wochenende statt
Ludgeruskirche rückt in den Blick

Albersloh. -

An diesem Wochenende findet der traditionelle „Tag der Architektur“ statt – wegen Covid-19 natürlich anders als in den vergangenen Jahren. Nach der Umgestaltung und Renovierung im vergangenen Jahr ist Ludgeruskirche eines der Objekte, auf die die Architektenkammer stolz ist.

Samstag, 20.06.2020, 11:26 Uhr
Nach dem Umbau hatte Bischof Felix Genn den neuen Altar im November gesalbt und geweiht.
Nach dem Umbau hatte Bischof Felix Genn den neuen Altar im November gesalbt und geweiht. Foto: Christiane Husmann

Auch der 25. „ Tag der Architektur “ an diesem Wochenende steht unter den besonderen Corona-Zeichen: Viele der Objekte können nicht oder nur von außen besichtigt werden. In 100 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens werden 180 Architekturprojekte von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Dazu gehört auch die Ludgeruskirche, die innen komplett umgebaut und neu gestaltet wurde.

Neue Standorte für neuen Altar und neuen Taufstein

Verantwortlich für die Planung war im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus der Architekt und Stadtplaner Volker Lembken aus Ahlen, der dem Bund Deutscher Architekten angehört.

Im Zentrum der Umgestaltung standen eine Neuanordnung des „Mobiliars“ im Gotteshaus. Der neue Altar, der nach der Wiedereröffnung der Kirche von Bischof Felix Genn feierliche gesalbt und geweiht wurde, war beim Umbau auf die Höhe des Chorraums der ersten Kirche vorgerückt, wo sich nun auch der Taufstein befindet.

Seitenschiffe ohne Bänke

„Die Seitenschiffe und sogenannten Querhäuser der Kirche wurden von den Bänken zugunsten eines Circumstantes des neuen Altars befreit“, heißt es in der Beschreibung der Architektenkammer. Mit dem Begriff „Circumstantes“ werden in einer Kirche die „Umstehenden“ bezeichnet.

Zwei neue hölzerne Kuben im Querhaus bergen heute einen Beichtraum sowie ein barrierefreies WC mit Stuhllager. Die Holzbekleidung der Kuben war aus den überzähligen Kirchenbänken gefertigt und nach einem Entwurf von Jessica Toliver gestaltet worden.

Gelungene Sanierungen stehen im Mittelpunkt

Das bundesweite Motto des Tags der Architektur lautet diesmal „Ressource Architektur“. Es gehe darum, die Bedeutung und Qualitäten von Bestandsgebäuden hervorzuheben, erläutert Kammerpräsident Ernst Uhing. „Wir wollen am ,Tag der Architektur’ beides zeigen: aufregende Neubauten, aber auch gelungene Sanierungen und Modernisierungen und teilweise auch Umnutzungen älterer Bauwerke.“ Im intelligenten, nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Vorhandenen liege eine große Chance, aber auch eine Verpflichtung, ergänzt Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat. „Denn die bestehende Bausubstanz speichert unzählige Potenziale und Energien – neben Materie birgt sie auch Wissen, Geschichte, Gestaltung und Kultur. Diese Energien sind Grundlage für identitätsstiftende, lebenswerte und lebendige Räume.“

Die bestehende Bausubstanz speichert unzählige Potenziale und Energien – neben Materie birgt sie auch Wissen, Geschichte, Gestaltung und Kultur.

Ernst Uhing

Beim „Tag der Architektur“ hätten sich in den vergangenen Jahren jeweils rund 25 000 Besucher auf den Weg gemacht, um besondere Bauwerke zu besichtigen, berichtet die Architektenkammer. Sie betrachtet den Tag deshalb als „wichtigen Beitrag zum baukulturellen Diskurs in Deutschland“. Die Kammer hatte die teilnehmenden Architekturbüros eingeladen, ihre Werke in diesem Jahr auch in Videoclips oder Podcasts vorzustellen. So sollten auch „innovative Wege der Architekturvermittlung“ genutzt werden.

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