Abschluss-Präsentation zum „GUGL“-Projekt
Corona bremst Umsetzung aus

Sendenhorst/Albersloh -

Das großangelegte „GUGL“-Projekt ist abgeschlossen. Einige Vorhaben, wie etwa das Neubürgerfest, sind durch die Corona-Pandemie ausgebremst worden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auch die Abschlusspräsentation konnte nur online stattfinden. Insgesamt vier Projekte waren in intensiver Zusammenarbeit in Sendenhorst und Albersloh entstanden.

Samstag, 11.07.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 13:18 Uhr
Nicht nur die Projektumsetzung wurde durch Corona ausgebremst, wegen des befristeten Lockdowns im Kreis Warendorf fand auch die Präsentation der „GUGL“-Projekte online statt. Dr. Ansgar Klemann dankte im Namen der Laumann-Stiftung für Wissen und Konzeptarbeit der Studierenden der Fachhochschule Münster.
Nicht nur die Projektumsetzung wurde durch Corona ausgebremst, wegen des befristeten Lockdowns im Kreis Warendorf fand auch die Präsentation der „GUGL“-Projekte online statt. Dr. Ansgar Klemann dankte im Namen der Laumann-Stiftung für Wissen und Konzeptarbeit der Studierenden der Fachhochschule Münster. Foto: Laumann-Stiftung

Einen unerwarteten Abschluss fand die Praxisphase des Projekts „GUGL“ – „Gut und gemeinsam leben in Sendenhorst“. Bedingt durch Corona konnten einige Projekte (noch) nicht realisiert werden. Die erarbeiteten Konzepte der Studenten der Fachhochschule Münster behalten aber ihren Wert. Bei der Projektpräsentation zum Abschluss des Sommersemesters würdigte Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann im Namen der „Heinrich-und-Rita-Laumann-Stiftung“ ihre Arbeit und dankte für das Wissen und die Konzepte zum Nutzen auch der älteren Menschen in der Region, heißt es im Bericht der Initiatoren.

Insgesamt vier Projekte waren in intensiver Zusammenarbeit zwischen der Laumann-Stiftung, der Fachhochschule Münster – Fachbereich Sozialwesen –, der Stadt sowie den Einrichtungen der St.-Elisabeth-Stift gGmbH und zahlreichen anderen Gruppierungen in Sendenhorst und Albersloh entstanden.

Die neuzugezogenen Bürger fühlen sich prinzipiell wohl in beiden Ortsteilen, wünschen sich aber dennoch mehr Kontakte und Integration. Die Studenten haben gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Bürgerstiftung ein Konzept für ein „Neubürgerfest“ geschrieben, das eigentlich am 21. Juni rund ums Haus Siekmann stattgefunden hätte.

Dr. Ansgar Klemann freute sich über die gute Zusammenarbeit.

Dr. Ansgar Klemann freute sich über die gute Zusammenarbeit. Foto: St.-Josef-Stift

Viele Befragte wünschten sich mehr Kontakte zwischen den Generationen. Deshalb entwickelte eine zweite Studierendengruppe unter Beteiligung der beiden Jugendzentren und der Seniorengruppe des Deutschen Roten Kreuzes ein Aktivitätenprojekt mit dem generationenverbindenden Namen „YounGold“.

Großes Potenzial für ehrenamtliches Engagement

Neben den zahlreichen freiwillig engagierten Sendenhorstern und Alberslohern schlummert laut „GUGL“-Befragung ein großes Potenzial von Menschen, die sich noch nicht ehrenamtlich einsetzen, aber große Lust dazu hätten. Das Projekt „Zeitgeschenke“ stellte in lockerer Folge in Zusammenarbeit mit den Westfälischen Nachrichten unterschiedliche Ehrenamtsprojekte aus beiden Ortsteilen vor, in dem die Freiwilligen über ihre Arbeit berichteten und damit andere neugierig machten. Geplant war ebenfalls ein organisierter Austausch zum Thema „Ehrenamt“ im Zusammenspiel mit der neu geschaffenen Stelle der Ehrenamtskoordination für die Stadt.

Einsamkeit ist bei Älteren ein Thema

Trotz vielfältiger Teilhabemöglichkeiten in der Stadt stellte sich bei der Befragung heraus, dass ein nicht unerheblicher Teil der älteren Bürger sich tendenziell einsam oder isoliert fühlt. Die vierte Studierendengruppe entwickelte daraus das Projekt „Dein Anschluss . . . unter dieser Nummer“. Dabei handelt es sich um ein von geschulten Ehrenamtlichen betreutes Telefonprojekt, bei dem ältere Menschen anrufen können, ein offenes Ohr finden und in Kontakt kommen können. Darüber hinaus bestünde für interessierte Anrufer die Möglichkeit der Information über Seniorenangebote in der Stadt oder das gemeinsame Aufsuchen von Veranstaltungen, um die Isolation zu überwinden.

Eigentlich war Anfang Juli eine Abschlussveranstaltung im größten Raum des St.-Josef-Stifts vorgesehen, bei dem die Studenten den Vertretern der Stadt, der Laumann-Stiftung und der St.-Elisabeth-Stift gGmbH ihre Projektergebnisse präsentiert hätten. Der plötzliche regionale Lockdown im Kreis Warendorf machte dieser Veranstaltung dann einen zusätzlichen Strich durch die Rechnung.

Telefonprojekt läuft weiter

Die Laumann-Stiftung und die Fachhochschule Münster planen als eine Art „GUGL“-Fortsetzung das Telefonprojekt weiter zu verfolgen und damit ein Projekt gegen Vereinsamung im eher ländlich geprägten Raum zu schaffen. Dazu werden neben der Unterstützung durch die Laumann-Stiftung zusätzlich Projektgelder vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt.

Ein besonderer Dank gilt vor allem den Studierenden zweier Jahrgänge, die sich über das normale Maß hinaus in die Projektgestaltung eingebracht haben.

Professor Dr. Mirko Sporket

Als Fazit kann man festhalten, dass „GUGL“ seit 2018 viel bewegt hat in Sendenhorst und Albersloh. Auch wenn durch die Pandemie die letzte Phase der Umsetzung sehr eingeschränkt wurde, stehen als Ergebnis neben dem „Anschluss-Projekt“ hilfreiche Konzepte für ein Neubürgerfest, für Mehrgenerationen-Aktivitäten sowie künftiges Freiwilligen-Management zur Verfügung, auf denen die Projektpartner nachhaltig aufbauen können. „Ein besonderer Dank gilt vor allem den Studierenden zweier Jahrgänge, die sich über das normale Maß hinaus in die Projektgestaltung eingebracht haben und an einer weiteren Begleitung der Umsetzung in Zeiten nach Corona Interesse signalisiert haben“, dankte Professor Dr. Mirko Sporket, der das Projekt als Dozent gemeinsam mit Netzwerkkoordinator Markus Giesbers begleitet hat.

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