Spielgruppe schließt nach 17 Jahren ihre Türen
Großes Danke ans „Zwergenstübchen“

Albersloh -

Tränen wurden in den Räumen des „Zwergenstübchens“ vergossen, denn die Spielgruppe musste mangels Anmeldungen, wie Bürgermeister Berthold Streffing erklärte, nach 17 Jahren Kleinkindbetreuung nun ihre Türen schließen.

Dienstag, 14.07.2020, 05:02 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 15:32 Uhr
Umringt von den Kindern und deren Eltern bedankte sich Berthold Streffing bei Nadine Peifer und Sandra Franke (stehend v.l.) für die gute Zusammenarbeit.
Umringt von den Kindern und deren Eltern bedankte sich Berthold Streffing bei Nadine Peifer und Sandra Franke (stehend v.l.) für die gute Zusammenarbeit. Foto: „Zwergenstübchen"

„Ich habe heute extra wenig Flüssigkeit zu mir genommen, damit ich nicht so viel heulen muss“, erklärte Nadine Peifer , die vor 14 Jahren die Leitung des „Zwergenstübchens“ an der Bahnhofstraße übernommen hatte. Trotzdem gelang es ihr nicht, die Tränen zurückzuhalten, die sie in erster Linie darüber vergoss, dass das „Zwergenstübchen“ nach 17 Jahren Kleinkindbetreuung nun seine Türen schließen muss.

Die Spielgruppe „Zwergenstübchen“ wurde in 2003 aus einer Elterninitiative heraus anlässlich eines Mangels an Kindergartenplätzen gegründet. Bevorzugt wurden Kinder aus Albersloh mit einem gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz aufgenommen. Die Betriebserlaubnis ermöglichte auch die Betreuung von Kindern ab einem Alter von zwei Jahren. „Ich bedaure, dass das ,Zwergenstübchen‘ schließen muss“, sagte Bürgermeister Berthold Streffing , der mit Maske und beschlagener Brille die Spielgruppe anlässlich einer kleinen Abschiedsfeier betrat.

Eine Spielgruppe sei für viele Kinder eine schöne und beschauliche Möglichkeit, vor Eintritt in den doch deutlich größeren Kindertagesstättenbetrieb betreut zu werden. „Das ist hier in Albersloh sehr, sehr gut angenommen worden“, so der Bürgermeister. Aufgrund der großen Nachfrage, hätten sich die Kindertagesstätten in Sendenhorst und Albersloh ebenfalls über die Jahre auf U-3-Betreuungsangebote eingestellt. Das erkläre wohl die für das „Zwergenstübchen“ zu geringen Anmeldezahlen, die nun die Schließung zur Folge haben.

„Wir haben gerne mit der ,Kindergruppe‘ zusammengearbeitet – ein herzliches Dankeschön der Stadt Sendenhorst“, so Berthold Streffing, der als Abschiedspräsent einen Gutschein aus der Jackettasche zauberte. Den nahmen Nadine Peifer und Sandra Franke in Vertretung für Karin Rost von der „Kindergruppe Sendenhorst e.V.“ als Trägerin der Einrichtung entgegen.

„Wir möchten unsererseits der Stadt Sendenhorst danke sagen, die die Spielgruppe nicht nur finanziell unterstützt hat, sondern auch bei dringend notwendigen Maler- oder Reparaturarbeiten eingesprungen ist“, erklärte Sandra Franke, während die Kinder unbeschwert weiterspielten – wohl kaum ahnend, dass es ihr letzter Spieltag im „Zwergenstübchen“ sein sollte.

„Unsere Kinder haben die Zeit hier in der Einrichtung genossen – wenn man so zurückdenkt, haben unsere Kinder und wir Eltern viele tolle Dinge erlebt“, sprach Marion Borchert als Elternvertreterin des „Zwergenstübchens“. „In der Zeit des Lockdowns konnte man den Kindern besonders anmerken, wie wichtig die Arbeit der Spielgruppe war, denn sie vermissten die anderen Kinder, die Erzieherinnen – ja das ganze ,Zwergenstübchen‘ und seine Umgebung“, so die Elternvertreterin, die hervorhob: „Nadine hat diese Zeit durch ihre kreative Idee von kleinen Päckchen, aus denen wunderschöne Schmetterlinge wurden, erträglicher gemacht – danke Dir dafür!“ Nachdem sich Marion Borchert ebenfalls beim Rat und der Verwaltung der Stadt Sendenhorst bedankt hatte, richtete sie ihr Wort noch einmal an die Erzieherinnen – namentlich an Nadine Peifer: „Seit 14 Jahren bist du nun hier mit Herz und Seele dabei. Für unsere Kinder warst du immer eine konstant liebevolle Person, für uns als Eltern warst du immer ansprechbar, hattest immer ein nettes Wort und ein Lächeln parat! Danke!“ Eigentlich sei sie ja von der emotional gerührten Nadine Peifer angehalten worden, sich kurz und knapp zu halten, doch das müsse noch raus: „Zu guter Letzt kann ich einfach nur sagen, wir Eltern, die Kinder, alle, die das ,Zwergenstübchen‘ erlebt haben, werden es schmerzlich vermissen – danke für alles.“ Rührende Worte und Geschenke gab es nicht nur für die Erzieherinnen, sondern auch für einige Eltern und alle Kinder, die sich über eine persönlich gestaltete Erinnerungsmappe freuen durften. Nach einer emotionalen Abschiedsfeier blieb immerhin der Trost, dass die Erzieherinnen vom Träger übernommen werden oder sich neu orientieren wollen, und zum anderen man sich in Albersloh sicher nicht so schnell aus den Augen verlieren kann.

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