Im ersten Klimaschutzbrief der Stadt dreht sich alles um das kostbare Nass
Wasserhahn statt Plastik oder Glas

Sendenhorst/Albersloh -

Mineralwasser aus Glasflaschen: Das ist besser als Plastik, meint Dr. Johannes Hofmeister, Klimaschutzmanager der Stadt. Aber nicht gut genug, ist der Sendenhorster überzeugt. Im ersten Klimaschutzbrief der Stadt, den Hofmeister vorstellt, setzt er auf das, was aus dem Hahn kommt: Leitungswasser.

Montag, 20.07.2020, 05:18 Uhr
Aus dem Wasserhahn kommt gutes Trinkwasser.
Aus dem Wasserhahn kommt gutes Trinkwasser. Foto: dpa

Die Kisten sind zwar weit schwerer zu schleppen, aber viele umweltbewusste Menschen sind beim Kauf von Mineralwasser auf Glasflaschen umgestiegen. Das ist besser als Plastik, meint auch Dr. Johannes Hofmeister , Klimaschutzmanager der Stadt. Aber nicht gut genug, ist der Sendenhorster überzeugt. Im ersten Klimaschutzbrief der Stadt, den Hofmeister der Redaktion an diesem Morgen vorstellt, setzt er auf das, was aus dem Hahn kommt: Leitungswasser. „Das ist bei uns absolut sicher und sauber“, sagt Hofmeister – und im Vergleich zu stillem Wasser aus der Flasche – egal ob Glas oder Plastik – auch geschmacklich auf der Höhe. Und wer es dann lieber prickelnd hätte, der solle sich doch einen Soda-Streamer zulegen. „Die meisten Menschen schmecken keinen Unterschied.“

Die Probleme bei den Flaschen sind für den Klimaschutzmanager die Herstellung und vor allem der Transport. „Der Treibhausgasausstoß, der dadurch im Jahr in Deutschland verursacht wird, beträgt etwa drei Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das sind mehr Treibhausgase als der innerdeutsche Flugverkehr (vor Corona) in einem Jahr erzeugt“, meint Hofmeister.

Seit den 1970-er Jahren habe sich der Anteil des Flaschenwassers extrem gesteigert. Anfang der 1970-er Jahre habe er etwa ein Zehntel dessen betragen, was heute in Super- und Getränkemärkten zu kaufen sei.

Und wenn es dann doch die Flaschen sein müsse, dann eben die aus Glas – und vor allem aus der Region. Die Plastikproblematik sei ja inzwischen hinreichend dargestellt, inklusive der Herstellung aus Öl und der Verschmutzung der Weltmeere. „Eine Mehrwegflasche aus Glas ist im Durchschnitt 40 bis 50 Mal verwendbar“, sagt Hofmeister. Aber bei deren Herstellung und Reinigung werde viel Energie verbraucht – und eben auch weiteres Wasser, das weltweit immer knapper wird. Aber heute dominiere in den Märkten eben das Plastik. „Mich hat gewundert, wie schnell die Plastikflaschen jene aus Glas verdrängt haben“, blickt Hofmeister zurück.

In der Klimabilanz sei vor allem der Transport problematisch. „Niemand bei uns braucht Mineralwasser aus Frankreich oder Italien. Das gibt es auch in der Region“, versucht der Klimaschutzmanager zu überzeugen.

In der nächsten Folge geht es unter anderem darum, wie viel Wasser für die Produktion eines Kilos Rindfleisch verbraucht wird.

Der erste Klimaschutzbrief ist auf der Homepage der Stadt – www.sendenhorst.de – zu lesen.

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