Anbau ans Haus Siekmann eröffnet
17 Jahre seit der ersten Idee

Sendenhorst -

2003 hatte der Förderverein Haus Siekmann zum ersten Mal den Wunsch nach einer Einlagerungsmöglichkeit für die Bestuhlung auf der Tenne öffentlich gemacht. Aus dem geplanten „Stuhllager“ ist nun weit mehr geworden. Am Samstag war die feierliche Eröffnung der Remise.

Montag, 28.09.2020, 08:39 Uhr
Freuen sich über die Eröffnung der Remise am Haus Siekmann: Bernhard Daldrup (MdB), Carl Altefrohne, Jürgen Krass, Karin Schwarz, Bürgermeister Berthold Streffing, Daniel Fuehner und Henning Rehbaum (MdL).
Freuen sich über die Eröffnung der Remise am Haus Siekmann: Bernhard Daldrup (MdB), Carl Altefrohne, Jürgen Krass, Karin Schwarz, Bürgermeister Berthold Streffing, Daniel Fuehner und Henning Rehbaum (MdL). Foto: Reinhard Baldauf

„Was sind schon 17 Jahre?“, fragte Jürgen Krass in die Runde, die sich am Samstagabend im Garten von Haus Siekmann zusammengefunden hatte – und die vor dem einsetzenden Landregen unter schon leicht herbstlichem Blätterdach oder unter den mitgebrachten Regenschirmen Schutz suchte.

Im Jahr 2003 hatte der Förderverein Haus Siekmann zum ersten Mal den Wunsch nach einer Einlagerungsmöglichkeit für die Bestuhlung auf der Tenne öffentlich gemacht. Gemessen an dem, was aus dieser ursprünglich als Stuhllager geplanten Erweiterung geworden ist, hätte man sich für die Eröffnung einen größeren Rahmen vorstellen können, aber Corona schreibt zurzeit seine eigenen Gesetze. So blieb es Bürgermeister Berthold Streffing vorbehalten, ein Projekt, das ihn seit Beginn seiner Amtszeit 2004 begleitet hatte, nun seiner Bestimmung zu übergeben.

Aus dem als Stuhllager apostrophierten Anbau ist eine veritable Remise geworden, die sich architektonisch nahtlos an das bestehende Haupthaus anschließt. Die inzwischen unzutreffende Beschreibung „Stuhllager“ verwendete der Bürgermeister nur, um die Genese des Erweiterungsprojektes zu skizzieren. Weil sich der vom Förderverein vorgeschlagene Lastenaufzug vor allem wegen statischer Probleme nicht realisieren ließ, habe man schließlich einen Erweiterungsbau favorisiert, sagte Streffing. Er dankte dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup (SPD) und dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU) für die Unterstützung, denn mit ihrer Hilfe habe man für den Bau eines multifunktionalen Raums Fördergelder in Höhe von 90 Prozent des Gesamtbetrags akquirieren können.

Neue Möglichkeiten für die Nutzer

Unterm Strich bleiben für das mit 310 00 Euro kalkulierte Projekt also noch 31 000 Euro an Eigenbeteiligung für die Stadt übrig. Der Erweiterungsbau mit einer großen Öffnung zum Garten hin biete allen Nutzergruppen nun viele neue Möglichkeiten – bis hin zu kleinen Konferenzen und Seminaren.

Streffing verschwieg nicht, dass im Nachgang der Brandschutz noch einmal Thema werden wird. Neben der Außentreppe als zweitem Fluchtweg sind noch weitere Maßnahmen notwendig, die sich auf 160 000 Euro summieren. Auch dabei sei es dankenswerterweise gelungen, in den Genuss einer 90-prozentigen Förderung zu kommen, erklärte er. Schleierhaft sei ihm allerdings, warum noch sieben weitere Stellplätze geschaffen werden müssten. „Bürokratie“ sei halt schwierig, meinte der Bürgermeister.

Architekt Carl Altefrohne, der mit dem Anbau das Werk seines Vaters fortgesetzt hat, lobte diesen mit den Worten: „Die Architektur ist absolut zeitlos.“ Andere Vorstellungen, wie sie etwa der Förderverein mit einer modernen Gestaltung entwickelt hatte, seien auch mit dem Denkmalschutz nicht vereinbar gewesen. Mit dem verwendeten westfälischen Ziegelstein schlage man einen Bogen zum Haupthaus, ohne der Gefahr der Imitation zu unterliegen.

Es ist gut, wenn man einen langen Atem hat.

Jürgen Krass, Förderverein Haus Siekmann

„Es ist gut, wenn man einen langen Atem hat“, leitete Jürgen Krass als Vorsitzender des Fördervereins seinen Dank ein, den er allen am Bau Beteiligten aussprach, darunter auch Daniel Fuehner und Karin Schwarz als Verantwortliche bei der Stadtverwaltung. Damit verfüge der Förderverein endlich über die gewünschten Möglichkeiten.

Umrahmt wurde die Eröffnung mit beschwingten Klängen von Freya Deiting (Violine) und Jörg Siebenhaar (Akkordeon).

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