Gitarrenfestival beendet den kulturellen Stillstand in Haus Siekmann
Drei Künstler im Weltklasseformat

Sendenhorst -

Für das kulturelle Frühlingserwachen zum Herbstanfang hatte der Förderverein Haus Siekmann gleich drei hochkarätige Gitarristen gewonnen, die ein musikalisches Feuerwerk boten, das es in diesem Abwechslungsreichtum wohl höchst selten zu hören gibt.

Dienstag, 29.09.2020, 05:27 Uhr
Nora Buschmannn verzauberte ihre Zuhörer mit klassischer spanischer Musik.
Nora Buschmannn verzauberte ihre Zuhörer mit klassischer spanischer Musik. Foto: Dierk Hartleb

Ein halbes Jahrhundert zurückversetzt konnte sich die Besucher am frühen Sonntagabend auf der Tenne in Haus Siekmann fühlen. Burkhard Wolters, der in Musikerkreisen stets als „ Buck “ gehandelt wird, stimmte beim Gitarrenfestival sein Publikum auf die Beatles-Ära sowie die Flower Power- und Hippie-Zeit sanft ein. Zunächst aber hatte Jürgen Krass als Vorsitzender des Fördervereins die 60 unter Corona-Bedingungen gestatteten Musikbegeisterten begrüßt und signalisiert, dass mit der Kultur ab sofort im Haus Siekmann wieder zu rechnen sei.

Für das kulturelle Frühlingserwachen zum Herbstanfang hatte der Förderverein mit Gitarrist Buck Wolters einen „Freund des Hauses“ gewonnen, der das Engagement des Fördervereins bei der Organisation von Konzerten unter erschwerten Bedingungen lobte. Zugleich stellte er fest: „Ein Leben ohne Kultur ist nicht vorstellbar.“

Mitgebracht hatte Buck Wolters populäre Songs aus seinem Programm „Still my guitar“. Er stimmte die Zuhörer mit einer Blues-Improvisation ein. Es verbietet sich, auf die oft beschriebene und exquisite Spieltechnik von Buck Wolters an dieser Stelle näher einzugehen. Seiner Blues-Improvisation ließ er einen Klassiker von Otis Redding („Sittin´On The Dock of the Bay“) aus dem Jahr 1967 folgen. Der Gitarren-Virtuose setzte anschließend noch eins drauf und ließ mit dem bekannten Beatles Song „Here comes the Sun“ von George Harrison förmlich die Sonne aufgehen. Balsam für die geschundene Corona-Seele. Innerlich hatten viele längst die Wunderkerzen angezündet, als Wolters das hymnenhafte „San Francisco“ von Scott McKenzie, ebenfalls aus dem schicksalhaften Jahr 1967, auf seinem Instrument anspielte.

Neu im Programm war die Lüftungspause, in der die Besucher die Aerosole auf der Tenne mit einem Gang durch die am Abend zuvor eröffnete Remise mit Frischluft im Garten von Haus Siekmann tauschen konnten, ehe Nora Buschmann einen ganz anderen Klang einführte.

Die gebürtige Berlinerin hatte zwischen einem Festival in Göttingen und einem weitere Aufenthalt in Barcelona noch Zeit für einen Abstecher nach Sendenhorst gefunden. Ihre Lieder aus dem Spanien des 16. Jahrhunderts erfüllten die Konzert-Tenne mit einem unbeschreiblich intensiven Klangerlebnis, das durch ihre wundervolle Stimme zu einem Gesamtkunstwerk verschmolz.

Fast hatte Peter Funk schon vergessen, wie es ist vor Publikum zu spielen. Er war der Dritte im Bunde, und auch dem Musiker mit der Hawaii-Gitarre, die auf dem Schoß liegend gespielt wird, gelang es mühelos, die Zuhörer mit diesem Klang in den Bann zu ziehen.

Drei großartige Solo-Gitarristen, denen zuzuhören eine tief empfundene Freude war und die am Ende auch noch gemeinsam auf der Bühne standen.

Es war ein musikalisches Feuerwerk, das es in diesem Abwechslungsreichtum wohl höchst selten zu hören gibt.

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