Fläche in einer Größe von zehn Fußballfeldern wird bepflanzt
Aus Ackerland wird ein Wald

Sendenhorst -

In den kommenden Jahren werden sich Hunderte von Schülern daran machen, Bäume zu pflanzen. „Auf einer Fläche von umgerechnet zehn Fußballfeldern sollen 40 000 Setzlinge gepflanzt werden“, berichten die Pfadfinder, die die Aktion koordinieren.

Mittwoch, 28.10.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 15:40 Uhr
So könnte es irgendwann einmal im neuen Sendenhorster Wald aussehen.
So könnte es irgendwann einmal im neuen Sendenhorster Wald aussehen. Foto: dpa

Die Verträge sind unterschrieben, und nun kann es im Prinzip losgehen. „Für uns ist das ein dickes Paket, das wir nun erfolgreich geschnürt haben“, erklärt Max Linnemann-Bonse von den Pfadfindern, der auch FDP-Ratsmitglied ist. In den kommenden Jahren würden sich Hunderte von Schülern daran machen, Bäume zu pflanzen. „Auf einer Fläche von umgerechnet zehn Fußballfeldern sollen 40 000 Setzlinge gepflanzt werden.“

In den jüngsten Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses und auch bei den Beratungen des Rates zum Haushalt der Stadt wurde die Idee zur Pflanzung eines neuen Waldes diskutiert und beschlossen.

Nach vielen Gesprächen, einem umfangreichen Gutachten- und vielen kleinen Schritten wurde ein Kontrakt zur Pflanzung eines Öko-Waldes zwischen der Stadt, vertreten durch Bürgermeister Berthold Streffing, und Landwirt Eberhard Bonse unterschrieben.

„Eine Fläche von 75 800 Quadratmetern am südlichen Rand von Sendenhorst wird in ein ökologisches Waldgebiet ,Himmelreich’ umgewandelt und dabei in großen Teilen mit Wald bepflanzt.“

Wir kommen unserer ökologischen und ökonomischen Verantwortung nach.

Max Linnemann-Bonse

Zunächst ging es um die Klärung der Grundlagen, so Linnemann-Bonse. Die Zusage der Unterstützung der Stadt habe die Entwicklung beflügelt. Die Untere Forstbehörde habe in Person von Diethild Nordhues-Heese die ersten Entwürfe für das riesige Areal gezeichnet. Dabei ging es auch um die Vielfalt der Anpflanzungen.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Warendorf habe inzwischen ein Gutachten erhalten. Einige Monate lang wurde das 14,5 Hektar große Areal nebst Umfeld intensiv beobachtet sowie in den Morgen- und Abendstunden und auch in der Nacht begangen. Dabei hätten die Fachleute besonderen Wert auf die Vogelwelt gelegt, um potenzielle Brutvorkommen auf dem jetzigen Ackerland zu erfassen und zu bewerten.

Im Gutachten des Geografen Peter Düphans aus Gütersloh sei das Vorhaben befürwortet worden. Der Offenlandcharakter solle erhalten bleiben, um das Vorkommen von Feldlerche und Kibitz zu fördern. Das geplante Kleingewässer soll als Habitat für Amphibien angelegt werden. Durch die vorhandene Staunässe werde sich ein wertvoller Feuchtwiesen-Charakter einstellen. „Die Pflanzung des großen Waldes soll gemäß der potenziellen natürlichen Vegetation vorgenommen werden. Ein großzügig gestufter Waldsaum ist bindend vorzusehen. Ein umlaufender Grünweg soll die landschaftsgerechte Erholung des Menschen fördern“, beschreibt Linnemann-Bonse die Pläne.

Der Kreis Warendorf als Naturschutzbehörde habe vor einigen Wochen mit weiteren Verbesserungsvorgaben zugestimmt und zu dessen Förderung ein Ökopunktekonto nach dem „Warendorfer Modell“ angelegt. Die haben einen jährlichen Gegenwert von jeweils 110 000 Euro.

Die Fläche soll in sechs Jahresabschnitten entwickelt werden. Landwirt Eberhard Bonse habe mit Wolfgang Huth, bei der Stadt auch für den Bereich Umwelt zuständig, die einzelnen Abschnitte abgestimmt.

Wichtig sei es dem Landwirt, zu den Pflanzzeiten jeweils Schüler der nahen Schulen mit in den Prozess zu einem „Klimaschutzwald“ einzubinden. Selbst auch Lehrer an der Waldorfschule Everswinkel, sei ihm das Arbeiten der Schüler in der Natur ein wichtiges und sinnvolles Lernziel. Wer beim Pflanzen seinem „eigenen“ Baum einen Platz gegeben habe, werde sich in Zukunft auch mehr für Natur und Klima einsetzen.

Das Areal des sechs Hektar großen Waldes grenzt direkt an das Pfadfindergelände „Himmelreich“. Die ökologische Aufwertung ihres Umfeldes würden die Pfadfinder sehr begrüßen, denn seit vielen Jahren entwickelten sie mit vielen eigenen Aktionen ihr Gelände und würden auch bei diesem Projekt tatkräftig helfen. „Wir kommen unserer ökologischen und ökonomischen Verantwortung nach und setzen uns für einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung ein“, zitiert Max Linnemann-Bonse aus den Leitlinien der Pfadfinderschaft.

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