Amtseinführung der Bürgermeisterin und der neuen Ratsmitglieder
Dialog mit allen auf Augenhöhe

Sendenhorst/Albersloh -

Die neue Bürgermeisterin und der Rat der Stadt sind offiziell im Amt. Zu stellvertretenden Bürgermeistern wurden Uli Altewische (CDU) und Wolfgang Janus (SPD) gewählt. Rathauschefin Katrin Reuscher hat in ihrer Rede zum Amtsantritt auch bereits Arbeitsschwerpunkte definiert.

Samstag, 07.11.2020, 08:10 Uhr
Für das gemeinsame Foto legten die neue Bürgermeisterin Katrin Reuscher und deren Stellvertreter Uli Altewische (l.) und Wolfgang Janus kurz den Mund-Nase-Schutz ab.
Für das gemeinsame Foto legten die neue Bürgermeisterin Katrin Reuscher und deren Stellvertreter Uli Altewische (l.) und Wolfgang Janus kurz den Mund-Nase-Schutz ab. Foto: Annette Metz

Der Rahmen war ungewöhnlich und diesem besonderen Anlass natürlich nicht angemessen. Aber Corona lässt derzeit halt nichts anderes zu. In einem abgetrennten Teil der Westtorhalle wurde am Donnerstagabend mit viel Abstand und vergleichsweise wenigen Zuschauern die neue Bürgermeisterin der Stadt, Katrin Reuscher , in ihr Amt eingeführt. Im Anschluss legte sie ihren Amtseid ab. Das Gleiche galt für die neuen Ratsmitglieder.

Gewählt und verpflichtet, wie es offiziell heißt, wurden auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister. Uli Altewische ( CDU ) ist neu in diesem Ehrenamt. Wolfgang Janus ( SPD ) wurde bestätigt, er war bereits stellvertretender Bürgermeister.

Ortsvorsteher wurden wiedergewählt

Keine Neuerungen gibt es bei den beiden Ortsvorstehern. Sebastian Sievers (CDU) bleibt das in Albersloh und Max Linnemann-Bonse in Sendenhorst.

Zu Beginn der Sitzung, die wegen Covid-19 nicht länger als nötig dauern sollte und bei der trotz Abstands Maskenpflicht für alle – außer beim Sprechen – herrschte, führte Detlev Ommen (SPD) als Altersvorsitzender des Rates der Stadt die neue Bürgermeisterin in ihr Amt ein. Dabei blickte er zunächst auf den wegen Covid-19 ungewöhnlichen Wahlkampf ohne größeres Veranstaltungen zurück, in dem den Medien wegen der Kontaktbeschränkungen eine wichtige Rolle zugefallen sei. Die Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent bezeichnete er als „deutlich zu wenig“. In der Demokratie sei es auch Aufgabe der Politik vor Ort, die Menschen mitzunehmen – unter anderem mit Entscheidungen, die „transparent, nachvollziehbar und unter Beteiligung der Bürger“ gefällt werden. „Das hat zuletzt nicht immer geklappt“, erklärte er. Der neuen Bürgermeisterin wünschte er Kraft, Mut und Ausdauer.

Ich will dazu beitragen, dass es zu einem Ausgleich unterschiedlicher Interessen kommt, ohne dass es dabei Verlierer gibt.

Katrin Reuscher

Transparenz und den „Dialog mit allen Beteiligten auf Augenhöhe“ versprach die neue parteilose Bürgermeisterin in ihrer Antrittsrede. „Ich will dazu beitragen, dass es zu einem Ausgleich unterschiedlicher Interessen kommt, ohne dass es dabei Verlierer gibt“, erklärte sie. Sie bedankte sich bei ihrem Vorgänger Berthold Streffing, der wegen einer Erkrankung nicht an der Sitzung teilnehmen konnte, für 16 Jahre gute Arbeit und bei den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern für deren Engagement. Sobald Corona es zulasse, werde eine offizielle Verabschiedung in einem angemessenen Rahmen stattfinden.

Konstituierende Ratssitzung Sendenhorst: Detlef Ommen gratuliert der neuen Bürgermeisterin Katrin Reuscher nach ihrer Vereidigung.

Konstituierende Ratssitzung Sendenhorst: Detlef Ommen gratuliert der neuen Bürgermeisterin Katrin Reuscher nach ihrer Vereidigung. Foto: Annette Metz

Auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat freue sie sich, erklärte Katrin Reuscher. „Bemerkenswert ist unser neuer Stadtrat mit vielen neuen Frauen und Männer. Es ist auch ein junger Rat“, bedankte sie sich für die Bereitschaft zahlreicher junger Menschen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Aufgabe von Politik und Verwaltung sei es, „Sendenhorst und Albersloh lebenswert zu erhalten und zu gestalten, und zwar für alle, die bei uns wohnen, arbeiteten und die uns besuchen“, sagte die Bürgermeisterin.

„Neues ist möglich“: Diesen Leitsatz stellte Reuscher über das, was in den kommenden Monaten und Jahren anzugehen sei. Für beide Ortsteile brauche es eine „integrierte Gesamtplanung“, in der bestehende und künftige Teilplanungen zusammengeführt werden müssen.

Mobilität ist viel mehr als Straßen und Infrastruktur.

Katrin Reuscher

Zum Beispiel bei der Reaktivierung der WLE-Strecke für den Personenverkehr, die „eine große Chance“ für beide Ortsteile sei. Eine zentrale Frage sei, wie die Mobilität der Zukunft gestaltet wird. „Mobilität ist viel mehr als Straßen und Infrastruktur“, meinte Reuscher. Eine „neue Mobilität“ habe wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität.

Verpflichtung des neuen Rates unter Corona-Bedingungen.

Verpflichtung des neuen Rates unter Corona-Bedingungen. Foto: Annette Metz

Eine weitere Aufgabe sei die Bewältigung des Klimawandels. Wie Umwelt und Wirtschaft zusammengeführt werden könnten, könne in Sendenhorst und Albersloh beispielsweise am Verhältnis von Verbrauchern und Landwirtschaft dargestellt werden. Gegenseitige Vorwürfe seien nicht zielführend. Kunden und Erzeuger sollten „in eine Richtung gehen“, etwa durch die Stärkung der regionalen Vermarktung, für die sie sich stark machen wolle.

Weitere Punkte, die sich die Bürgermeisterin auf ihre Arbeitsliste geschrieben hat, sind die Förderung von Kultur, Ehrenamt und Vereinsleben sowie – natürlich – die Bewältigung der Corona-Pandemie. Schließlich wünschte sie sich von allen Beteiligten „eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, zu der sie „ohne Ansehen der Person oder Partei“ bereit sei.

Auch für diese Aussage erhielt die neue Bürgermeisterin von allen Fraktionen und aus dem Publikum viel Beifall.

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