Telgte
Künstlerische GEZ-Kritik

Donnerstag, 12.07.2007, 12:07 Uhr

Telgte .

Michael B. Ludwig hat eine neue Institution ins Leben gerufen
: die sogenannte „ Kunstwerkebereitstellungszentrale “ (KWBZ). Die Gründung dieser Einrichtung durch den Telgter Aktionskünstler ist jedoch nicht wirklich passiert
, sondern vielmehr ist das Ganze ein theoretisches Konstrukt, das Ludwig geschaffen hat, um mit einem Augenzwinkern Kritik zu üben.

Ziel seines öffentlich bekundeten Unmutes ist die Gebühreneinzugszentrale ( GEZ ), deren Rechtmäßigkeit, Bestimmung und Methoden für ihn überaus fragwürdig sind. In Form eines offenen Briefes hat der Künstler nun der GEZ für einen monatlichen Gebührenbeitrag angeboten, Kunstwerke für freie Wandflächen im Hause der GEZ bereitzustellen.

„Die Gebühreneinzugszentrale mit ihren Eigenarten, nur durch Unterstellungen an Gebühren zu kommen, hat mich zu dieser Aktion veranlasst. Wenn auch mit einem Schmunzeln verbunden, ist es doch auch ernst“, sagt Michael B. Ludwig. Denn durch einen seinem Brief möglicherweise folgenden Schriftwechsel mit der Organisation möchte Michael B. Ludwig zu einer Diskussion um Sinn oder Unsinn der Existenz der GEZ anregen.

Auslöser für seine Aktion war zum einen die gesetzliche Neuerung, dass seit Jahresbeginn für Computer, die per Internet-Verbindung tauglich für den Radio- oder Fernsehempfang sind, GEZ-Gebühren erhoben werden. Zum anderen ärgert ihn, dass selbst Mitbürger mit extrem niedrigen Einkommen zur Kasse gebeten werden, wie er in der Vergangenheit häufiger bei seiner beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter und ehrenamtlicher gesetzlicher Betreuer erlebt hat.

Ludwig prangert mit seiner Kritik zugleich den Status von Malern in der Gesellschaft an, da diese seiner Ansicht nach bei Ausstellungshonoraren und bezüglich der Verwertungsrechte an ihren Bildern benachteiligt sind. „Deshalb bin ich auch neidisch auf die GEZ“, sagt der Künstler mit einem Lächeln.

„Da ich unter der Humorlosigkeit in der Kunst, einem typischen Phänomen im mitteleuropäischen Raum, leide, wollte ich den Spieß mal umdrehen.“ Für ihn ist unverständlich, dass sich die GEZ beim Eintreiben der Gebühren schlicht auf das Argument berufen kann, ein Angebot beziehungsweise eine Leistung vorzuhalten – unabhängig davon, wie und ob diese überhaupt genutzt wird. Zweifel hegt Michael B. Ludwig deshalb an der Gesetzesgrundlage und meint, dass diese für die Bürger durchschaubar und akzeptabel umgestaltet werden sollte.

Deshalb weist er darauf hin, dass „in jeder Form der Kritik auch Positives steckt“, wie Dinge gemeinsam geändert werden können. Auf die Frage, welche Reaktion er auf seinen Brief erwartet, sagt er: „Das bleibt nun abzuwarten. Ich traue der GEZ zwar alles zu, kann mir aber nicht vorstellen, dass dem Schreiben mit Humor begegnet wird. Ich befürchte, dass es ignoriert oder mit dem Verweis auf trockene Gesetzestexte geantwortet wird“, befürchtet er, will sich aber gerne eines Besseren belehren lassen.

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