Telgte
Pilz greift Buchsbäume erneut an

Freitag, 03.10.2008, 11:10 Uhr

Telgte . Der Buchsbaum ist eine Trendpflanze mit Tradition. „In den vergangenen Tagen häufen sich jedoch die Anfragen besorgter Friedhofsbesitzer, die Blattflecken, abgestorbene Zweige an ihrem Buchs feststellen“, sagte Ihno-Günter Gerdes von der Stadtverwaltung.

Der immergrüne Buchsbaum hat in der Grabgestaltung nicht nur in Telgte eine große Bedeutung erlangt. Ob als Solitärgehölz in Kugel- oder Pyramidenform, als Bodendecker oder als Heckenpflanze zur Grabeinfassung. Der Buchsbaum ist langlebig und wird bei regelmäßigem Schnitt mit den Jahren immer attraktiver und wertvoller. Umso ärgerlicher sind schädigende Organismen und Krankheiten, die das Aussehen und die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen.

Folgende Symptome deuten auf den Buchsbaumpilz hin: An älteren Blättern befinden sich hell bis dunkelbraune Flecken an den Rändern, zur Blattspreite dunkler werdend, im Krankheitsverlauf fließen sie zusammen. An jungen Blättern befinden sich orange- braune Flecken, wenn der Pilz junge Blätter infiziert, bleiben die Älteren meistens verschont. An den Trieben befinden sich dunkle, fast schwarze Streifen und Läsionen.

„Innerhalb weniger Tage nach dem Auftreten der Flecken entwickelt sich ein massiver Blattfall, der bis zum Absterben der Triebstücke und dann der ganze Pflanze führt“, so Friedhofsgärtner Rainer Woltering . Es befinde sich ein weißer Sporenbelag auf der Blattunterseite von abgestorbenen Blättern.

Treten die vorgenannten Symptome auf, handelt es sich um eine Erkrankung durch den Pilz Cylindrocladium buxicola oder auch Buchsbaumpilz genannt, der über die gesunde Blattschicht in die Pflanze eintritt.

Nach feuchtwarmen Sommern tritt dieser Pilz besonders häufig auf und verbreitet sich dann in der Regel auch sehr schnell, wenn er weitere optimale Bedingungen vorfindet. Sobald aber die Temperaturen im Sommer über 30 Grad steigen und Trockenperioden einsetzen, wird der Pilz gestoppt.

Weiterhin sind Bereiche, in denen die Pflanzen nach Niederschlägen nicht ausreichend durch Windbewegungen abtrocknen können, stärker gefährdet. Zusätzlich wird durch sandige nicht gut nährstoffversorgte Böden, die oft auf Friedhöfen anzutreffen sind, die Pilzentstehung und -entwicklung begünstigt.

Um einer weiteren Ausbreitung dieses Pilzes entgegenzuwirken, müssen befallene Triebe bis ins gesunde Holz ausgeschnitten werden. Alle abgeworfenen Blätter müssen entfernen werden. Spezielle Dauersporen von Cylindrocladium können mehrere Jahre in der Erde ausharren, ohne ihr Infektionsvermögen zu verlieren, sodass auch das Erdreich im oberen Bereich des Grabes entsorgt werden muss.

Nach dem Ausschneiden sieht der Buchs oft unförmig aus. Bei sehr starkem Schnitt kann es ein paar Jahre dauern, bis er wieder in seine alte „Form“ zurückfindet. Leichte Rückschnitte nimmt er in der Regel nicht übel, weil er durch junge Triebe die Lücken noch schließen kann.

Die Stadt Telgte weist darauf hin, dass zur Verhinderung weiterer Infektionen die aufgesammelten Abfälle nicht in die Behälter von kompostierbaren Material gefüllt werden dürfen. Darum hat der Friedhofsträger Mülltonnen speziell für die Buchsbaumreste aufgestellt.

Die Stadt Telgte wird in den nächsten Tagen die Nutzungsberechtigten schriftlich darüber informieren, dass der Buchsbaum auf ihren Gräbern mit dem Pilz befallen ist. Der mit der Pflege beauftragte Friedhofsgärtner Rainer Woltering wird dann vor Ort Ratschläge zur Bekämpfung geben.

Zum Teil haben sich die hiesigen Friedhofsgärtner auf die ernstzunehmende Pilzkrankheit eingestellt und werden zukünftig andere Pflanzen wie Eiben pflanzen.

Will man jedoch auf die Buchsbaumpflanzung auch zukünftig nicht verzichten, so sollte beim Kauf darauf geachtet werden, nicht die anfälligen Sorten wie beispielsweise Buxus sempervirens „Suffruticosa“ oder Buxus sempervirens „Blauer Heinz“ verwenden, meint Telgtes Grüningenier Ihno-Günter Gerdes.

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