Telgte
Blitzartiges Ende

Freitag, 21.08.2009, 22:08 Uhr

Telgte - Die Straßentheatertage sind immer wieder ein Erlebnis für die kleinen und großen Besucher. Mit seinen Riesenseifenblasen faszinierte der Aktionskünstler Peter Pawliczek ohne viele Worte. Mit der richtigen Seifenmischung kam es zu schillernd großen Figuren im Spiel des lauen Sommerwindes. Dabei machte die Kinder gerne mit, hatten den Mann in mit gelbem T-Shirt und gelber Kappe sofort ins Herz geschlossen.

Auch als zwei Dutzend schlagkräftige Argumente der „Canarinhos“ südamerikanisches Flair auf dem Marktplatz verbreiteten, ließen sich die Kleinen von ihrem Seifenblasenmann nicht abbringen. Seit mehr als 16 Jahren sind die kanarienbunt gekleideten Damen und Herren von „Canarinhos“ ein bekanntes münsterländisches Markenzeichen für knackige brasilianische Rhythmen. Auch die Besucher in Telgte ließen sich durchaus hinreißen vom Charme und der ungebrochenen Energie dieser Gruppe. Der Marktplatz wurde zum Ort einer brasilianischen Fiesta. Dabei verbanden sich Elemente aus Samba, Funk- und Afro zu einem rhythmischen Straßenmusik-Event.

Nach diesem lautstarken Spektakel ging es ganz anders weiter. In der beginnenden Dunkelheit knatterten zwei Gefährte auf den Platz, die entfernt an „Emma“ aus der Augsburger Puppenkiste erinnerten.

Drei seltsam kostümierte Gestalten der niederländischen Tukkersconnexion sperrten den Auftrittsort ab, fesselten mit rot-weißen Sperrbändern die eingefangenen Zuschauer erst einmal. Im Kreise unzähliger Grubenlichter gingen dann die Nachkommen der Laternenanzünder geschäftig ihren unerklärlichen Arbeiten nach.

Dabei fühlte man sich irgendwie in die Welt eines Jacques Tati versetzt. Ob sie nun den Boden untersuchten, die Kamera eines Fotografen oder die Gesichter der Menschen: Immer ging ihr Blick in die Runde.

Die Suche des Menschen nach dem Licht im Dunkeln, nach Geborgenheit und Wärme: Aus ihrem mobilen Lager holten sie immer wieder Lichter und Leuchten hervor, im Licht-Laboratorium wurde der geheime Schatz unters Volk gebracht.

Schade nur, dass das Laternenvolk der Tukkers­connexion wohl Petrus etwas erzürnt hatte. Da leerte sich noch vor dem eigentlichen Höhepunkt des Abends der Platz, weil der Gewitterregen einsetzte. Die Vorstellung musste vorzeitig abgebrochen werden.

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