Telgte
Telgter Milch fürs Nashornbaby

Samstag, 03.10.2009, 11:10 Uhr

Telgte - „Das ist eine sehr spannende Arbeit und tolle Erfahrung zugleich“, sagt Simone Erdmann . Die Ärztin aus der Tierklinik hat zusammen mit Dr. Guido Stadtbäumer derzeit einige Außentermine mehr als sonst. Denn die beiden Veterinäre arbeiten mit dem Allwetterzoo in Münster Hand in Hand, um das kleine Nashornbaby, das vor zwei Wochen das Licht der Welt erblickte, aufzupäppeln und die Pfleger bei der schwierigen Aufzucht mit der Flasche zu unterstützen.

Bereits vor der Geburt des 58,6 Kilogramm schweren Babys begann die Kooperation. Der Zoo fragte in Telgte an, ob man im Bedarfsfall mit Colostrum vom Pferd aushelfen könne. Dabei handelt es sich um die sogenannte Erstlingsmilch, die speziell für die Bildung von Antikörpern sehr wichtig ist. „Da Pferde und Nashörner sehr ähnlich sind, konnten wir aushelfen“, sagt die Tierärztin.

Als sich die Tierpfleger aufgrund des Verhaltens des Muttertieres spontan dazu entschieden, Mutter und Kind zu trennen, musste alles sehr schnell gehen. In Windeseile wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr nach Telgte geschickt, um die Erstlingsmilch abzuholen. Mit quietschenden Reifen hielt der Wagen auf dem Telgter Hof.

Die tiefgefrorene Milch hatten die Mitarbeiter der Tierklinik in der Zwischenzeit bereits aufgetaut, so dass sich der Transport sofort wieder auf den Rückweg machen konnte. Schnelligkeit war dabei unbedingt notwendig, weil „es ganz wichtig ist, dass das Tier das Colostrum innerhalb der ersten Stunden bekommt“, weiß die Veterinärin.

Doch nicht nur bei der Milch konnten die Experten aus Telgte aushelfen. Da die Nashornkuh Emmi sich gegenüber dem Neugeborenen sehr aggressiv verhalten hatte, waren die Mediziner aus Telgte ein weiteres Mal gefordert. Mit einem Ultraschall untersuchten sie ein Hämatom bei dem Nashornbaby, das sich aber als ungefährlich erwies.

Immer wieder schauen Simone Erdmann und Dr. Guido Stadtbäumer in Münster nach dem ungewöhnlichen Patienten. Zu Hilfe kommen ihnen dabei ihre umfangreichen Erfahrungen mit Fohlen. „Die lassen sich quasi komplett auf das Nashorn übertragen“, sagt Simone Erdmann. Insofern ist das zentnerschwere Baby mit Telgter Unterstützung in guten Händen.

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