Telgte
Feiner Folk von „Bardic“

Sonntag, 14.03.2010, 15:03 Uhr

Telgte - Die „Irish Folk Night“ im Bürgerhaus ist Normalerweise ein rauschendes Fest mit viel Musik, Tanz und Gesang. Da fließt das Guinness nicht in Strömen, aber wohlschmeckend gekühlt. Seit Jahren ist dieser Termin fester Bestandteil im Kalender bei vielen „Folkies“, da geht man gerne hin. Über 350 hatten sich zur Nacht der Nächte versammelt.

Mit dem Duo „Bardic“ erlebten sie bereits zum dritten Mal in Telgte feinsten Folk von Hand gemacht. Sarah-Jane Himmelsbach und Eddie Arndt hatten ganz tief in ihre Schatztruhe wunderbarer Melodien gegriffen, spielten neben traditionellen Liedern wie „Next Market Day“ und „City of Chicago“ auch eigene Kompositionen, die sich gleichsam nahtlos in das exquisite Programm einfügten. Mit virtuosem Geigenspiel und sympathischer Ausstrahlung verzauberte Sarah-Jane Himmelsbach das Publikum, sicherlich auch ihren musikalischen Weggefährten Eddie Arndt. Dessen markanter Gesang in Verbindung mit dem dunklen Timbre in ihrer Stimme gaben selbst altbekannten Liedern ein ganz eigenes Gewand. „Streets of Sorrows“ und „Mary Mack“ waren einfach mitreißend bei solch lebendigem Musizieren. Davon hätte man ruhig noch mehr hören können, aber mit „Celtic Chakra“ sollte noch eine zweite Band für Furore sorgen.

Gleich zu Beginn war aber die Stimmung schon etwas abgekühlt, spielten die vier Musiker aus dem Rhein-Main-Gebiet doch zuerst sehr ruhige und sentimental eingefärbte Weisen. Eigentlich hätte man sich da als „Opener“ etwas rasantere Lieder zum Mitsingen gewünscht. Das „Grablied“ war wohl eher für stille Stunden gedacht. „Celtic Chakra“ beherrschten ihre keltischen Weisen mit Meisterschaft, aber die Besucher hatte wohl etwas mehr erdige Musik erwartet.

Als dann die „Shannon Dancers“ unter der Führung von Siegfried Labitzke vor der Bühne mit ihrer Kunst dazukamen, war dies natürlich mehr nach dem Publikumsgeschmack. Da passte jeder Schritt punktgenau zur Musik, erlebte man die sehr ansprechende Verbindung traditioneller Tanzschritte mit moderneren Elementen. Die vier Musiker von „Celtic Chakra“ boten ihnen mit kunstvollem Spiel den Raum zur Entfaltung, zeigten sich hier von einer sehr versierten Seite. Da entsprach bei „Breton“ das Geschehen wunderbar dem Titel „Hüpfende Hühner“. Aber auch bei „Wiljafjord“ und dem „Slow Jig“ bewunderte man diesen innigen Dialog zwischen Musikern und Tänzern.

Mit dem Ausschnitt aus ihrem großen Repertoire keltischer Musik von dem hohen Norden der Shetland Inseln bis zum sonnenbeschienenen Galizien nahm „Celtic Chakra“ das Publikum mit auf eine sehr introvertierte Reise. Da ging es dann eben nicht so rasant zu wie bei Sean Reeves und der Band „Five Alive O“ oder den harten Jungs von „Rapalje“.

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