Telgte
Kochender Asphalt

Sonntag, 11.07.2010, 15:07 Uhr

Telgte - Das letzte Stück zwischen Ostbevern und Telgte war besonders hart. Kein Schatten, unbarmherzig brannte die Sonne auf die Pilger herunter - es war fast unerträglich. Die Osnabrücker Wallfahrt forderte den Teilnehmern aufgrund der Hitze besonders viel ab.

Dennoch: 6200 Pilger zählte die Wallfahrtsleitung um Organisator Karlheinz Schomaker . „Angesichts der Hitze und der Tatsache, dass in Niedersachsen bereits Ferien sind, ist das ein tolles Ergebnis“, freute sich der technische Leiter.

Unter den Pilgern war auch wieder eine rund 110 Personen starke Gruppe aus Telgte. Am Samstagmorgen um 0.30 Uhr hatten sich die Pilger unter der Leitung von Prälat Dr. Egon Mielenbrink auf den Weg gemacht. Der Geistliche selbst war in diesem Jahr übrigens bereits zum 60. Mal dabei und wurde dafür geehrt.

Angesichts der tropischen Temperaturen freuten sich die Wallfahrer über jede Erfrischung. An der Klause in Oedingberge beispielsweise stand die Feuerwehr Schwege mit einem Tanklöschfahrzeug bereit und sorgte für ein wenig Abkühlung, und kurz vor Telgte hatten Anlieger eine Erfrischungsstation aufgebaut und ließen aus einem Gartenschlauch kühles Brunnenwasser auf die Gläubigen rieseln.

Alle Hände voll zu tun hatten zeitweilig auch die Sanitäter. In Ostbevern brachen mehrere Personen mit Kreislaufversagen zusammen. In Telgte wiederum lagen zeitweilig bis zu acht Pilger gleichzeitig im Zelt der Malteser, um ein wenig zu regenerieren. Auch auf der Planwiese waren die Sanitäter im Dauereinsatz. In den meisten Fällen waren die Pilger schnell wieder auf den Beinen, eine Person musste allerdings ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Seit 43 Jahren sind Helfer der Malteser aus Telgte im Einsatz, aber „was wir dieses Mal erlebt haben, das gab es in dieser Art noch nicht“, resümierte gestern der Stadtbeauftragte Heinz Loddenkötter.

Die Weihbischöfe Theodor Kettmann und Friedrich Ostermann begrüßten die Pilger. Kettmann verlas einen Brief des Bischofs und ehrte den technischen Leiter Karlheinz Schomaker, der seit genau 25 Jahren die Wallfahrt organisiert. „Die organisatorische Leistung zeigt, wie groß ihre Liebe zur Wallfahrt ist“, betonte der Bischof auf dem Kirchplatz. Ein besonderer Dank gelte Schomaker, weil es ihm und seinem Team immer wieder gelinge, so viele junge Menschen für die Wallfahrt zu begeistern.

„Das war eine dynamische Pilgergemeinschaft“, beobachtete der technische Leiter Karlheinz Schomaker. Fast könne man sagen, die Hitze habe die Gläubigen zusammengeschweißt. „Die Gemeinschaft war besonders stark“, betonte er. Sehr erfreut zeigte er sich auch darüber, dass Jugendliche die Wallfahrt dominiert hätten. „Wir wollen den jungen Leuten eine Bühne geben und sie einbinden.“

Deutliche Kritik übte er an der Sperrung der Brücke am Christoph-Bernsmeyer-Haus, über die er erst in letzte Minute informiert worden sei. „Wir hätten mit unseren Ordnern dafür sorgen können, dass sich immer nur zwei Personen auf der Brücke befinden“, betonte er. Stattdessen mussten die erschöpften Wallfahrer einen großen Umweg in Kauf nehmen, um die Begleit- und Rettungsfahrzeuge zu erreichen.

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