Telgte
Nächtliche Schatzsuche mit Gefahren

Freitag, 25.02.2011, 09:02 Uhr

Telgte - Einen rapiden Anstieg der Wildunfälle im Klatenberg hat Jagdpächter Ludger Hobeling beobachtet. Seit Mitte 2009 sei es auf der Westbeverner Straße zu 48 Unfällen gekommen, an denen Rehe beteiligt waren. Seiner Meinung nach der Grund dafür: Geocacher, die auf der Suche nach einem „Schatz“ nachts durch den Wald pirschen und dabei die Tiere aufschrecken.

Allein seit Januar 2010 sollen nachweislich 100 Gruppen zu mitternächtlicher Stunde an diesem Spiel teilgenommen haben. „Dadurch, dass die Cacher mit Stirnlampen und Pointer den Wald großflächig ausleuchten und auch dort durchlaufen, entwickelt das Rehwild Stresssituationen, sodass es in Panik gerät und über die Westbeverner Straße flüchtet“, so Hobeling. Die eigentlichen Unfälle ereigneten sich dann, wenn die Tiere wieder in ihre Reviere zurückkehren wollten. Das geschehe in den frühen Morgenstunden, wenn der Berufsverkehr eingesetzt habe.

Angesichts oft überhöhter Geschwindigkeiten, die in diesem Bereich gefahren würden, ist es für Hobeling nur eine Frage der Zeit, bis Schlimmeres passieren werde.

Er und andere Jäger haben bereits den Landrat auf die Auswirkungen des Geocaching aufmerksam gemacht, ebenso den NABU. „Die Fortführung des nächtlichen Geocachings ist unverantwortlich“, so Hobeling.

Er unterstreicht, dass er im Grundsatz nichts gegen das neue Hobby habe. „Allerdings sollte die Freizeitbeschäftigung am Tag in speziell ausgewiesenen Gebieten stattfinden.“ Ein Geocacher, der von dem Problem gehört habe, habe den „Schatz“, zumeist eine Dose mit einer Namensliste, bereits entfernt. Nach Informationen von Ludger Hobeling gebe es aber inzwischen einen neuen Nachtcache.

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