Telgte
„Es muss dringend regnen“

Donnerstag, 05.05.2011, 17:05 Uhr

Westbevern - Auch wenn Landwirte ihre Äcker wie ihre eigene Westentasche kennen, nutzen sie regelmäßig im Frühjahr die Gelegenheit, sich bei einer Feldbegehung von Fachleuten wie Bernd Hollmann erklären zu lassen, welche Düngung angezeigt ist, um gute Ernteergebnisse zu erzielen, oder welche Krankheiten ihrer Saat drohen könnten. Rund 35 Teilnehmer hatten sich am Mittwochabend auf dem Hof Severt versammelt, wo Hubert Severt, zugleich Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Westbevern, den Fachberater von Bayer Crop Science willkommen hieß. Anschließend nahmen die Landwirte die mit Mais, Wintergerste, Weizen und Tritikale angebauten Felder unter die Lupe.

Dabei zeigte Hubert Severt zunächst anhand von Aufzeichnungen, welche Behandlung die Getreidesorten bisher erfahren haben. Die Entwicklung der Pflanzen liege im Durchschnittswert, bei Mais sei man in der Zeit etwas voraus, so Hollmann. Die fehlende Feuchtigkeit von oben - Hollmann: „Darauf müssen wir vermutlich noch einige Tage warten“ - sowie die kalten Nächte mit leichten Minusgraden machen den Landwirten Sorgen. „Es muss umgehend regnen. Die Pflanzen benötigen Wasser. Wir sind an der Grenze der Vertretbarkeit angekommen“, verdeutlichte Hubert Severt den Ernst der Lage.

Beim Mais, der sich bereits zwei-, drei- oder vierblättrig präsentiert, könnten die frostigen Nächte zu einem vorübergehenden Stillstand im Wachstum führen. In Punkto Unkrautbekämpfung gelte es abzuwägen. Bleibt der Regen aus, empfahl Bernd Hollmann, den Einsatz zu schieben. „Es ist auch eine Kostenfrage.“

Auf den Getreidefeldern stehe nun die Abschlussbehandlung an, bei der Tritikale etwas später. Auch hier gelte es sorgsam und mit einem wachsamen Auge vorzugehen. Die Wetterlage ist ein wichtiger Faktor bei der Ausbringung der Mittel. Weniger habe man in diesem Jahr mit der Pilzbekämpfung zu tun.

Im Bezug auf die Ernte ,deuten sich insbesondere aufgrund der längeren Trockenheitsphase Ertragseinbußen vor allem bei der Gerste an. Dünne Bestände an einigen Stellen weisen darauf hin.

Der Maisanbau habe in der hiesigen Region um fünf Prozent zugenommen, berichtete Bernd Hollmann. Er werde als Silomais, für die Biogasanlagen und als Körnermais verwendet. Genügend Regen und gleichzeitig milde Temperaturen im Mai, das wünschen sich die Landwirte.

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