Bekannter Karnevalist
Peter Dräger 80: Die Bühne war sein Ding

Telgte -

Peter Dräger feiert am 13. April seinen 80. Geburtstag. Landesweit bekannt wurde er als Büttenredner im Karneval. 50 Jahre stand er auf der Bühne.

Samstag, 13.04.2013, 07:04 Uhr

Peter Dräger wird heute 80 Jahre alt. Ob in seinem Beruf als Polizist bei der Verkehrserziehung mit Kasperl als Helfer oder im Karneval: Die großen und kleinen Bühnen waren sein Zuhause.
Peter Dräger wird heute 80 Jahre alt. Ob in seinem Beruf als Polizist bei der Verkehrserziehung mit Kasperl als Helfer oder im Karneval: Die großen und kleinen Bühnen waren sein Zuhause. Foto: Große Hüttmann

Peter Dräger muss heute noch schmunzeln, wenn er an die ersten Monate am neuen Wohnort Telgte zurückdenkt. Da er seinerzeit im Karneval die Figur „Tönne Mörtel“ landesweit bei Galasitzungen bekannt gemacht hatte, wurde seine Gattin als „Frau Mörtel“ in den Läden angesprochen. Diese und zahllose weitere Anekdoten kann der Mann erzählen, wenn er an die 50 Jahre als Büttenredner und überzeugter Karnevalist sowie mehr als 40 Jahre Polizeidienst zurückdenkt. Am Samstag feiert Peter Dräger seinen 80. Geburtstag.

Am 13. April 1933 wurde er in Paderborn geboren. Bald schon erfolgte der Umzug der Familie nach Gronau, wo der Vater eine neue Stelle als Zöllner antrat. Peter Dräger besuchte dort die Schule und nahm nach dem Krieg eine Ausbildung als Feinblechner auf. In diesem Beruf arbeitete er nach der Lehre allerdings nur kurze Zeit, bevor er sich für den Polizeidienst bewarb und genommen wurde.

Während dieser Ausbildung wurde sein Talent als Alleinunterhalter entdeckt. Vor Kameraden ahmte er seinen Strafrechtslehrer, „einen scharfen Hund“, nach. Schnell stellte sich heraus, dass nicht nur der Betreffende bei der Abschlussfeier des Ausbildungsjahrgangs herzhaft über die Scherze lachen konnte, sondern viele weitere Polizisten. Peter Dräger war bald gern gesehener Gast bei Polizeifesten.

Doch schnell schon spielte er nicht nur vor Beamten, sondern schlüpfte in neue Rollen, eignete sich viele Witze an und entwickelte eigene Vorträge. Seit 1954 waren die Bühnen in der Region, und das nicht nur im Karneval, sein Zuhause. Ob als Büttenredner, Nikolaus, Conferencier oder Kiepenkerl: „Ich habe es immer geliebt, eine Rolle auszufüllen“, sagt der Telgter. Einmal war er „Tönne Mörtel“, das nächste Mal der Schutzmann an der Ecke oder der Müßiggänger, seine Lieblingsrolle. Bereits 1961 hatte er seinen ersten Auftritt im Radio, danach folgten zahlreiche Fernsehauftritte. Karnevalistisch waren die „Witten Müse“ in Münster sowie die KG „Schwarz-Gold“ immer sein Zuhause. Stolz ist er darauf, dass er 38 Jahre lang ununterbrochen bei den Telgter Galasitzungen auf der Bühne stand, bis er 2004 seine Kostüme an den Nagel hängte.

Auch seine Arbeit bei der Polizei war für Peter Dräger immer ganz wichtig. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem als Fahrlehrer, wechselte er 1960 zur Verkehrserziehung und spielte mit der Puppenbühne vor Generationen von Kindern. „Als Kind hat mich selbst das Kasperltheater begeistert. Das Lächeln der Steppkes bei unseren Vorstellungen zu sehen, das war einfach toll“, sagt der Telgter. Die Bühne, ob im kleinen oder im großen Maßstab, war eben sein Ding.

Als Peter Dräger 1993 pensioniert wurde, widmete er sich nicht nur weiter intensiv dem Karneval und seinen Auftritten. Eine weitere große Leidenschaft von ihm ist das Schnitzen. In seinem Haus an der Robert-Koch-Straße ist das nicht zu übersehen. Viele Stücke hat er aus dem Holz alter Mooreichen geschnitzt.

Doch auch der Sport war für den Telgter immer bedeutsam. Ursprünglich spielte er Fußball. Als Torwart schaffte er es in die Westdeutsche Jugendauswahl. Nach seinem Eintritt in die Polizei wechselte er zum Handball – ebenfalls im Tor und heimste nicht nur mit Polizeisportlern Preise ein. Mittlerweile hält sich Peter Dräger mit dem Fahrradfahren fit. Mindestens 30 Kilometer legt er jeden Tag zurück, im vergangenen Jahr waren es mehr als 10 000, „und damit mehr als ich mit dem Auto fahre“.

Seit knapp 55 Jahren ist der Telgter verheiratet und stolzer Vater von vier Kindern. Ebenso wie die sieben Enkel werden sie ihm zum Geburtstag gratulieren.

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