Stele für Holocaust-Opfer
In Stein gehauene Erinnerung

Telgte -

Ihre Namen wurden mit den „Stolpersteinen“ bereits in die Gesellschaft zurückgeholt. Demnächst wird auch eine Stele nahe der ehemaligen Synagoge an die Telgter Opfer des Holocaust erinnern. Wie berichtet, will der Verein „Erinnerung und Mahnung“ dieses Projekt realisieren und damit zugleich deutlicher als bisher auf den Standort des früheren jüdischen Bethauses in der Königstraße hinweisen.

Dienstag, 30.04.2013, 14:04 Uhr

Der exakte Standort der Stele an der Königstraße muss noch festgelegt werden. Im Bild: der Vereinsvorsitzende Adalbert Hoffmann und Olaf Hartmann von der Sparkasse
Der exakte Standort der Stele an der Königstraße muss noch festgelegt werden. Im Bild: der Vereinsvorsitzende Adalbert Hoffmann und Olaf Hartmann von der Sparkasse Foto: Greife

Inzwischen steht fest, wie die Stele aussehen soll. Aus einem Sockel aus Eifeler Basaltgestein wird eine viereckige Säule „herauswachsen“. Wie der Vereinsvorsitzende Adalbert Hoffmann mitteilte, wird auf einer der vier Seiten ein Bild der Synagoge eingearbeitet, die von 1875 bis 1938 im Judengängsken stand. Der Steinmetz Christoph Düsterhues wird außerdem die 13 Namen von jenen Menschen aus Telgte einarbeiten, die in den Vernichtungslagern oder Zuchthäusern der Nazis ihr Leben verloren haben. Das sind sieben Mitglieder der Familie Auerbach, Siegfried und Henriette Mildenberg , Karl-Heinz Steinhardt, die Geschwister Josef und Maria Unger, die zu den Sinti und Roma gehörten, sowie Julie Löwenstein, die der nationalsozialistischen Euthanasie zum Opfer fiel.

Die Stele ist insgesamt 1,90 Meter hoch. Der genaue Standort an der Königstraße wird in Gesprächen mit der Stadtverwaltung noch festgelegt.

Die Einweihung soll am 10. November, dem 75. Jahrestag des Synagogenbrandes, erfolgen.

Einen Grundstock zur Realisierung erhielt der Verein durch den Preis der Stiftung Thünte in Höhe von 1250 Euro. 1000 Euro gibt außerdem die Sparkasse. Filialleiter Olaf Hartmann sprach von einem sehr förderungswürdigen Vorhaben. Abgesehen von diesen beiden Zuwendungen finanziert „Erinnerung und Mahnung“ das Projekt selbst.

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