Teilnahme an VHS-Kursus
Amerikanerin lernt Plattdeutsch

Telgte -

Man sollte meinen, dass das Erlernen der deutschen Sprache schon schwierig genug ist. Die als kompliziert geltende Grammatik, der umfassende Wortschatz und die verschiedenen Intonationen sind für viele anderssprachigen Mitbürger eine Herausforderung. Joy Kearney geht noch einen Schritt weiter: Sie lernt Plattdeutsch.

Freitag, 12.04.2013, 19:04 Uhr

Joy Kearney (3.v.l.) im Kreise ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, die bei Hermann Kövener (r.) die plattdeutsche Sprache lernen. Siegfried Becker freut sich über die Teilnahme einer US-Amerikanerin.
Joy Kearney (3.v.l.) im Kreise ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, die bei Hermann Kövener (r.) die plattdeutsche Sprache lernen. Siegfried Becker freut sich über die Teilnahme einer US-Amerikanerin. Foto: Reinker

Man sollte meinen, dass das Erlernen der deutschen Sprache schon schwierig genug ist. Die als kompliziert geltende Grammatik, der umfassende Wortschatz und die verschiedenen Intonationen sind für viele anderssprachigen Mitbürger eine Herausforderung. Joy Kearney hat sich dieser mit dem Umzug nach Deutschland gestellt. Und nicht nur das.

Seit Ende Januar nimmt die Amerikanerin am Kursus der plattdeutschen Sprache teil, der seit mehreren Jahren von der Volkshochschule Warendorf in Kooperation mit dem örtlichen Heimatverein veranstaltet wird und im Erweiterungsbau des Schulzentrums die traditionsreiche Mundart in Wortwahl und Aussprache näher bringt. Auch wenn der Kursus eine gleichbleibende und gute Nachfrage erfährt und alle Teilnehmer mit Freude und Erfolg mitmachen, kann sich Joy Kearney über besonders große Anerkennung freuen. „Sie ist unser ganzer Stolz“, sprach Margareta Große Kleimann ein dickes Lob aus. Wie die Vorsitzende des Heimatvereins, die selber an den Schulungen teilnimmt, ist auch Lehrer Hermann Kövener begeistert. „Sie ist eine sehr gelehrige Schülerin.“

Vor vier Jahren kam Joy Kearney nach Deutschland. Ihr Ehemann stammt aus Hamburg, heute sind beide in Münster beheimatet. Die 24-Jährige, die in den Vereinigten Staaten als Grundschullehrerin gearbeitet hat, macht hier nun eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. „Als Lehrerin kann ich leider nicht in Deutschland arbeiten.“

Neugierig auf die plattdeutsche Sprache wurde sie in Gesprächen mit der Großmutter ihres Mannes. „Das fand ich sehr interessant“, erinnert sich Joy Kearney an ihre erste Zeit in Deutschland. „Aber alles, was ich in Hamburg gelernt habe, ist hier im Kursus unbrauchbar“, schmunzelt die Schülerin. Vor allem das Sprechen habe sie herausgefordert. Das Lesen und Schreiben, das ebenfalls Bestandteil des Kurses ist, falle ihr dagegen leichter.

„Ich finde Sprachen schon immer interessant“, so Kearney, zu deren Lehrausbildung an der amerikanischen Universität auch die Sprachwissenschaften gehörten. Beim Lernen der hiesigen Mundart konnte sie das Studienfach praxisnah nachvollziehen. „Ich habe im plattdeutschen Dialekt die Verwandtschaft zwischen Englisch und Deutsch erkannt“, so die talentierte Teilnehmerin.

„Die Sprachen haben gemeinsame Wurzeln“, wusste Hermann Kövener aus seinem linguistischen Wissen zu berichten. Das bestätigte auch Siegfried Becker. „Es gibt Wortverwandtschaften“, so der pädagogische Mitarbeiter der Volkshochschule Warendorf. Das Interesse einer Amerikanerin an der plattdeutschen Sprache findet er besonders bemerkenswert. Aber auch das Engagement Hermann Kövener lobte er. „Der Kursleiter macht hier einen guten Job“, so Becker.

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