Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte
8200 Pilger trotzen Strapazen

Telgte -

Rund 8200 Pilger nahmen an der Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte teil. Spätestens um die Mittagszeit hatte der eine oder anderen mit der Dauer-Sonne kleinere Probleme, dennoch kam es zu keinen größeren Zwischenfällen.

Sonntag, 07.07.2013, 15:07 Uhr

Als die Pilger am Samstag kurz vor Telgte das Lied „Öffnet euch, ihr Tore“ anstimmten, schaute der eine oder andere kurz nach oben. Schließlich hatte es im vergangenen Jahr einen heftigen Regenguss für die Pilger gegeben, als sie eben dieses Lied anstimmten.

Doch in diesem Jahr hielten die Schleusen des Himmels nicht nur dicht, sondern belohnten die Strapazen der rund 8200 Pilger mit strahlendem Sonnenschein. „Dieses fantastische Wetter ist definitiv eine Entschädigung für das vergangene Jahr“, sagte Karlheinz Schomaker , der seit über 20 Jahren der Technische Leiter der Wallfahrt ist.

Rund 750 Pilger – darunter etwa 150 Telgter, die sich unter der Leitung von Dr. Egon Mielenbrink beteiligten – starteten am frühen Samstagmorgen in Osnabrück . Die Telgter hatten zuvor mit anderen Pilgern in der evangelischen Lutherkirche einen Gottesdienst gefeiert und anschließend im nahen Gemeindehaus die Möglichkeit, sich für die kommenden Strapazen etwas zu stärken. „Es ist jedes Jahr aufs Neue eine große Freude mitzupilgern“, sagte Mielenbrink, der sich bereits zum 62. Mal an der Wallfahrt beteiligte. Bereits als Kind hatte sich der gebürtige Osnabrücker erstmalig auf den Weg gemacht.

Ein weiterer Telgter predigte in Oedingberge an der dortigen Klause. Dr. Hans-Werner Dierkes, selbst seit vielen Jahren aktiver Pilger, hielt das geistliche Wort.

Ebenfalls dabei war der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der sich den Pilgern auf den letzten Kilometern anschloss. Da er kurzfristig eingesprungen sei, habe er nicht die ganze Strecke mitgehen können.

Ganz ähnlich machten das etliche Teilnehmer. „In Glandorf kamen rund 4000 Pilger hinzu, also nahezu die Hälfte der Wallfahrt“, so Karlheinz Schomaker, der diesen Umstand vor allem auf die vielen Wallfahrtsvereine in Glandorf und Umgebung zurückführt. Teilweise hatte sie zu diesem Zeitpunkt aber ebenfalls bereits einige Kilometer singend und betend zurückgelegt.

In Telgte angekommen, wurden die Pilger schon erwartet. Viele Menschen säumten die Straße und versorgten die Pilger angesichts des warmen Wetters mit kühlen Getränken. Das sorgte für eine gelöste Stimmung im Pilgertross. „Alle sind gut gelaunt, obwohl sie sehr erschöpft sind“, sagte Leonie Düttmann, die an der Clemenskirche mit den Messdienern Kuchen unter die Pilger brachte. Trotz des warmen Wetters blieb es für die Rettungskräfte ruhig. „Die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz hat hervorragend funktioniert“, sagte Rita Hüser von den Telgter Maltesern. Einige hätten sich Blasen gelaufen während andere wiederum etwas zu wenig getrunken hätten. „Das war aber alles im Rahmen“, so Hüser.

Auch auf der 46 Kilometer langen Strecke wurden die Wallfahrer von Rettungskräften begleitet. Für einen „glatten Durchmarsch“ sorgte die Polizei. In Teilabschnitten war die Bundesstraße gesperrt.

Nach dem traditionellen Abschluss der Wallfahrt am Außenaltar an der Clemenskirche verteilten sich die Wallfahrer auf ihre Quartiere in Telgte oder fuhren für die Nacht zurück nach Osnabrück. Am Sonntagmorgen ging es für die Pilger ab acht Uhr auf gleicher Strecke zurück in die niedersächsische Domstadt.

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