775 Jahre: Stadtverwaltung lädt Paare in den Hochzeitswald ein
Eine starke Aussage

Telgte -

Insgesamt 128 Eheschließungen wurden im Jahr 1988 verzeichnet, berichtet Bürgermeister Wolfgang Pieper. Jetzt wurden die Ehepaare zu einem Festtag anlässlich des Stadtjubiläums in den Hochzeitswald eingeladen. „Als Stadt wollen wir in einer kleinen Geste an das Jubiläumsjahr 1988 erinnern“, sagte Pieper.

Montag, 16.09.2013, 07:09 Uhr

„Die Liebe erscheint als das schnellste, ist jedoch das langsamste aller Gewächse. Weder Mann noch Frau wissen, was vollkommene Liebe ist, bevor sie nicht ein Vierteljahrhundert verheiratet waren“, meinte schon Mark Twain. Dieser Ausspruch des amerikanischen Schriftstellers hätte gut das Ereignis bezeichnen können, das am Samstag 16 Ehepaare miteinander feierten. Denn langsam wuchsen auch die jungen Eichen, die für die frisch Vermählten vor 25 Jahren am Rande der Emsaue gepflanzt wurden. Und das zu einem ganz besonderen Anlass. Sie beteiligten sich damit nämlich am Jubiläum zum 750-jährigen Bestehen der Emsstadt. Um den Hochzeitswald zu besuchen und das gemeinsame Jubiläum zu begehen, kamen die Silberpaare im Rathaus zusammen.

Insgesamt 128 Eheschließungen wurden im Jahr 1988 verzeichnet, wie Bürgermeister Wolfgang Pieper in seiner Begrüßung berichtete. 47 Paare seien noch in Telgte wohnhaft. Vor etlichen Monaten habe man sich mit dem Gedanken befasst, die Ehepaare zu einem Festtag anlässlich des Stadtjubiläums einzuladen. Das Ehepaar Ruth und Wolfhard Michler hatte die gleiche Idee, schrieb die Verwaltung an und brachte so den Stein ins Rollen. „Als Stadt wollen wir in einer kleinen Geste an das Jubiläumsjahr 1988 erinnern,“ so Pieper. Eine Ehe bestehe aus vielen Momenten, an die man sich gerne erinnere. Er hoffte, das das Pflanzen der Eichen dazugehört habe. Die Standesbeamten Jessica Knopp und Martin Bückmann sowie Fachbereichsleiter Thomas Riddermann organisierten die Veranstaltung.

Und diese kam bei den erschienenen Paaren ausgesprochen gut an. Viele Erinnerungen wurden bei der kleinen Kaffeerunde im Rathausfoyer ausgetauscht.

Regelmäßig am Hochzeitswald vorbei kommt das Ehepaar Rüther. „Da schaut man schon mal, wie viele Bäume da noch stehen“, so Werner Rüther. „Und wie viele Ehen wohl kaputt gegangen sind.“ Und er führte seine Gedanken noch weiter aus: „Wenn man da so einen prächtigen Baum sieht, denkt man, das können wir wohl sein.“ „Das Pflanzen war eine sehr schöne Geste,“ fügte seine Frau Heike hinzu. „Das hatte eine unheimlich starke Aussagekraft.“

Nicht jeder der Besucher hatte die Pflanzaktion noch vor Augen. Auch wenn ihr Mann Wolfhard erst einmal an die Aktion erinnert werden musste, meinte Ruth Michler doch: „Wir haben das als etwas sehr schönes empfunden.“

Auch Dorothee und Friedhelm Lange erinnern sich gerne. „Das hat ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben.“ Ralf und Marion Walorski sahen die Entwicklung der groß gewachsenen Eichen so: „Die Zeit ist sichtbar geworden.“

Den Weg zum Hochzeitswald und dem Gedenkstein zu finden, war für einige der Ehepaare nicht so leicht. Zu lange Zeit war seit ihrem letzten Besuch vergangen. Eine schöne Überraschung hatten die Organisatoren dort für sie vorbereitet. Fotografisch wurden die Paare in „ihrem“ Wald von Simone Thieringer festgehalten. Die Erinnerungsfotos werden ihnen baldmöglichst zugestellt.

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