Auswirkungen des Klimawandels auf Telgte
Mehr Hitze, mehr Regen und mehr Hochwasser

Telgte -

Der städtische Klimaschutzmanager Marco Imberge bringt das Problem – in Anlehnung auf ein bekanntes Zitat – auf eine einfache Formel: „Telgte ist für das Weltklima zwar bedeutungslos, aber das Weltklima nicht für Telgte.“ Dass das wirklich so ist, damit hat sich der Verwaltungsmitarbeiter in den vergangenen Wochen anlässlich des aktuellen Sachstandsberichts des IPCC (im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet) intensiv beschäftigt.

Samstag, 16.11.2013, 13:11 Uhr

Der städtische Klimaschutzmanager Marco Imberge bringt das Problem – in Anlehnung auf ein bekanntes Zitat – auf eine einfache Formel: „ Telgte ist für das Weltklima zwar bedeutungslos, aber das Weltklima nicht für Telgte.“ Dass das wirklich so ist, damit hat sich der Verwaltungsmitarbeiter in den vergangenen Wochen anlässlich des aktuellen Sachstandsberichts des IPCC (im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet) intensiv beschäftigt. Welche Extremauswirkungen globale Erwärmung und der dadurch bedingte Klimawandel haben können, führt die aktuelle Taifun-Katastrophe auf den Philippinen deutlich vor Augen. Der IPCC geht davon aus, dass diese stärksten Wirbelstürme künftig noch zerstörerischer werden.

Imberge will keine Panik verbreiten, aber der Klimawandel, das untermauern die Studien namhafter Forschungsinstitute, wird aller Voraussicht nach auch auf das Münsterland – und damit natürlich auf die Emsstadt – erhebliche Auswirkungen haben. Die Schlagwörter dabei sind: mehr Hitzetage, mehr Regen und damit mehr Hochwasser , eine steigende Waldbrand- und Sturmgefahr sowie die Zunahme von Wetterextremen.

Das alles belegt auch eine Studie mit dem Titel „Klimawandel in den Regionen Nordrhein-Westfalens“, die vom Landes-Umweltministerium herausgegeben wurde.

Demnach ist in der Westfälischen Bucht mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur und einer Zunahme der Niederschläge im Zeitraum 2031 – 2060 im Vergleich zu 1961 – 1990 zu rechnen. Zudem, das führt Marco Imberge aus, würden die Winter feuchter und die Sommer trockener. Das wiederum bedingt ein deutlich größeres Waldbrandrisiko. Außerdem steigt das Sturmwurfrisiko, also die Gefahr, dass Starkwinde zahlreiche Bäume in Waldgebieten fällen. Hitzewellen, starke Gewitter oder Hagelereignisse sind weitere Auswirkungen.

Nahezu sicher wird nach Ansicht der Experten auch der Grundwasserspiegel in weiten Teilen des Münsterlandes sinken, was zumindest auf Hausbrunnen direkte Auswirkungen hat. „Schon heute ist der chemische Zustand des Grundwassers in weiten Teilen des stark für den Ackerbau genutzten Münsterlandes in einem mäßigen Zustand – ein Trend, der sich bei einer weiteren Bodenerwärmung und der voraussichtlich damit einhergehenden höheren Nitratauswaschung fortsetzen kann“, heißt es beispielsweise in dem Bericht des Umweltministeriums.

Simulationen haben zudem maßgebliche Veränderungen des Artenpools in weiten Teilen des Bundeslandes ergeben. Die Experten können die Auswirkungen dieser Entwicklung noch nicht im Detail abschätzen, sprechen aber von komplexen Wechselwirkungen mit möglicherweise größeren negativen Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna. Dazu zählen sie unter anderem die weitere Ausbreitung von Pflanzen mit allergenen Wirkungen sowie eine deutliche Zunahme von Zecken und Mücken oder bislang in unserer Region nicht verbreiteten Insekten, welche dann beispielsweise Tropenkrankheiten übertragen können.

Wassermangel im Sommer – auch in der Ems selbst – und Hochwasser im Winterhalbjahr halten die Experten ebenfalls für äußerst wahrscheinlich.

„Die Untersuchungen belegen: Der Klimawandel ist nicht weit weg – weder räumlich noch zeitlich gesehen!“, appelliert Marco Imberge. Die Devise müsse daher sein, den Klimawandel zu bremsen und sich ihm anzupassen. Insofern sei die nachhaltige Umsetzung der städtischen Klimaschutzziele mehr denn je notwendig. In diesem Zusammenhang verweist Imberge auf die Infobriefe Klimaschutz, die auf der Internetseite der Stadt Telgte abrufbar sind. „Hier findet jeder Einzelne praktikable Ansatzpunkte, um seine persönliche CO-Bilanz zu verbessern.“

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