Verein Erinnerung und Mahnung
Ausstellung aktualisiert

Telgte -

Zum 750-jährigen Bestehen der Stadt Telgte stellte der Verein „Erinnerung und Mahnung“ ein Ausstellung mit 26 Schautafeln zum jüdischen Leben in der Emsstadt zusammen. Das ist 26 Jahre her. Nun hat der Verein diese Ausstellung, die in den Besitz der Stadt übergegangen ist, deutlich erweitert und vor allem nach neuen Erkenntnissen aktualisiert. Gestern wurden die zwölf neuen und vor allem auch nach modernen Gesichtspunkten grafisch aufgearbeiteten Tafeln an Bürgermeister Wolfgang Pieper übergeben. In einer Ausstellung vom 2. bis 9. November sind sie im Foyer des Rathauses zu sehen.

Donnerstag, 03.07.2014, 16:07 Uhr

„Wir sind dankbar, dass der Verein sich in unserer Stadt engagiert“, sagte Pieper . Zwei Dinge seien es, die sich immer mehr bezüglich jüdischen Lebens und des Holocaust in Deutschland festsetzen würden. Zum einen die Frage, ob das nicht endlich vorbei sein müsse. „Nein“, sagte der Erste Bürger, „wir müssen die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel wachhalten, und unsere Kinder müssen diesen Teil unserer Geschichte kennen.“ Zum anderen werde jüdisches Leben mit Holocaust assoziiert. „Das ist falsch. Jüdisches Leben hat eine lange Tradition in Telgte . Beides zu zeigen ist eine wichtige Aufgabe“, so Piper weiter.

Eine „historische Kommission“ des Vereins hat sich über ein Jahr lang der Aufgabe gewidmet, das Leben von Juden sowie Sinti und Roma in Telgte nach neuen Erkenntnissen und in aktueller Zeit zu beleuchten, berichtete der Vereinsvorsitzende Adalbert Hoffmann . „Alles, was nach der 750-Jahrfeier entdeckt oder wiederentdeckt wurde, was neu geschaffen wurde wie der jüdische Friedhof, fand Eingang in diese Dokumentation.“ Mit aufgenommen wurde natürlich auch das Wiedersehen Alfred Auerbachs mit seiner Geburtsstadt.

„Wir wollten aber auch Aspekte von Bürgermut zeigen“, ergänzte Klaus Beck und nannte als Beispiel die Familie Busalski, die Sinti aufgenommen haben, obwohl sie in der Stadt stigmatisiert waren.

Finanziert wurde der neue Teil der Ausstellung aus Mitteln des Vereins, berichtete Hoffmann. Verantwortlich für die grafische Bearbeitung der Stellwände war Cordula Rüter. In der „historischen Kommission“ des Vereins arbeiteten zudem Adalbert Hoffmann, Gertrud Stümper, Petra Reimann, Dr. Dorothea und Klaus Beck, Doris Hermersdorfer sowie Ludwig Rüter mit.

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