Osnabrücker Wallfahrt
10 000 beten mit den Füßen

Telgte/Osnabrück -

10 000 Pilger nahmen am Samstag an der 162. Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte teil. Das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Damit ist die Wallfahrt weiterhin die größte Fußwallfahrt im deutschsprachigen Raum.

Sonntag, 13.07.2014, 17:07 Uhr

Der Zug der Pilger, die sich am Samstag an der Osnabrücker Wallfahrt beteiligten, wollte kein Ende nehmen. 10 000 Personen waren es nach Angaben von Karlheinz Schomaker , Technischer Leiter der Wallfahrt, beim Einzug in Telgte . Das war das zweitbeste Ergebnis überhaupt. Lediglich bei der Jubiläumswallfahrt im Jahr 2002 waren es mit 11 500 Wallfahrer noch mehr.

Unter ihnen waren auch rund 170 Teilnehmer aus Telgte, die sich unter der Leitung von Prälat Dr. Egon Mielenbrink am 46 Kilometer langen „Marathon des Glaubens“ beteiligt hatten.

„Wir werden nicht nur immer mehr, sondern auch immer jünger“, gab Schomaker im Gespräch den Eindruck der Wallfahrtsleitung wieder. Das Durchschnittsalter liege mittlerweile bei deutlich unter 40 Jahren. Das Beten mit den Füßen habe an Attraktivität in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen.

Zwei andere Gründe führten nach Angaben des Technischen Leiters zudem zu dem guten Ergebnis. „Es spielt dabei sicherlich auch eine Rolle, dass in Niedersachsen noch keine Sommerferien sind“, sagt er. Außerdem würden sich immer mehr Pilger an der Wetterprognose orientieren und eher kurzfristig die Entscheidung über eine Teilnahme treffen.

Am Samstagmorgen um 3 Uhr war ein Teil der Pilger in Osnabrück gestartet. Bereits dort zeichnete sich eine gute Beteiligung ab. Nach Schätzeungen der Wallfahrtsleitung waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 1500 Pilger, deutlich mehr als sonst. Und quasi an jeder größeren Kreuzung kamen Einzelpilger oder Wallfahrtsgruppen dazu, die sich anschlossen. Zum Schluss war der Pilgerzug rund 1,5 Kilometer lang, einschließlich der Trecker und anderen Versorgungsfahrzeuge. Das Leitmotto der Wallfahrt lautete „Bringt eure Bitten mit Dank vor Gott“. Begleitet wurden die Pilger unter anderem vom Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe , der an der Klause in Oedingberge zu den Teilnehmern sprach.

Willkommen geheißen wurden die Wallfahrer in Telgte am Außenaltar vor der Clemenskirche von Dr. Hermann Wieh, Osnabrücker Stadtdechant, wie auch von Propst Dr. Michael Langenfeld. „Ziemliche Anstrengungen habt Ihr auf Euch genommen, um Euch gemeinsam auf den Weg zu machen“, so der Osnabrücker Geistliche in seinen Worten. Er betonte die Leistung der Wallfahrer, die sich „über die Grenzen von Land, Kreis und Gemeinden hinweg“ beteiligt hätten. Besonders die teilnehmenden Kommunionkinder und Firmlinge fanden seine Beachtung. Rund 150 waren allein zwischen Ostbevern und Telgte dazugestoßen und hatten sich an den letzten Kilometern beteiligt.

Das Gros der Wallfahrer meisterte den 46 Kilometer langen Fußmarsch trotz der am Ende sehr warmen Temperaturen gut. „Dieses Mal kam mir der Weg gar nicht so lang vor“, meinte dennoch eine Pilgerin bei ihrer Ankunft in Telgte.

Für einen reibungslosen Ablauf auf der Bundesstraße hatte die Polizei gesorgt, zudem waren Mitglieder etlicher Rettungsorganisationen im Einsatz, um sich um die kleineren oder größeren Blessuren der Pilger zu kümmern. In der Emsstadt standen wiederum die Helfer des Telgter MHD parat, um geschwächte oder verletzte Wallfahrer zu versorgen. Doch die Zahl derer hielt sich nach Angaben von Rita Hüser von den Maltesern in Grenzen. Lediglich einige Blasen an den Füßen und geschwollene Kniee mussten verarztet werden, zwei Teilnehmer kamen zudem mit Kreislaufbeschwerden zu einer Behandlung vorbei. Mit 25 Helfern war der MHD vertreten und leistete dabei Betreuungsdienst, Sanitätsdienst und die ärztliche Versorgung. Unterstützt wurden die Malteser vom DRK.

Die Pilgermesse gestern, geleitet von Weihbischof Johannes Wübbe in Konzelebration mit den begleitenden Priestern, eröffnete den Sonntagmorgen auf dem Kirchplatz. Nach einem Imbiss zogen die Wallfahrer aus Telgte aus.

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