Veranstaltung des Heimatvereins
Als der Mensch die Zeit erfand

Telgte -

Um die Geschichte der Zeitmessung und der Uhren drehte sich ein Vortrag, den Dr. Henning Thoholte beim Heimatverein hielt.

Mittwoch, 05.11.2014, 18:11 Uhr

Als gleich zu Beginn die Technik kurzzeitig streikte, hieß es: „Nun brauchen wir noch etwas Zeit, gleich fangen wir an.“ Und schon war Dr. Henning Thoholte mitten in seinem Vortragsthema: Bei der vom Heimatverein organisierten Veranstaltung ging es um die Zeit, beziehungsweise um die Geschichte der Zeitmessung , der Uhren .

Während sich im frühen Mittelalter die Menschen am Sonnenaufgang, am höchsten Stand der Sonne und am Sonnenuntergang orientierten, und mit diesen Eckpunkten ihr Tagewerk verrichteten, ergab sich mit dem Aufkommen der ersten Uhren die Möglichkeit, den Tag nach Stunden einzuteilen, erläuterte der Experte. Ab 1250 gab des die ersten Glockenuhren – noch ohne Ziffernblatt, die Tag und Nacht per Glockenschlag strukturierten. Dabei wurden Sommer und Winter unterschieden: Da im Winter die Nächte länger waren, waren auch die Nachtstunden im Winter länger und die Tagesstunden kürzer. Dafür musste ein Uhrenwart die Zeitmesser immer morgens und abends neu einstellen.

Aus dieser Zeit stammt, dass man wusste „was die Glocke geschlagen“ hat, denn bald schon gab es Uhrbotschaften, wie Marktglocken, Bierglocken, Sperrstunden und Feuerglocken. Bis in die heutige Zeit erhalten ist das Läuten des „Engel des Herren“.

Überhaupt war eine Turmuhr – so sagte Henning Thoholte – eine teure Angelegenheit. Sie kostete, weil alles handgeschmiedet war, den Gegenwert eines mittelgroßen Bauernhauses. So verwundere es nicht, dass quasi zwischen den Herren dieser Zeit ein Wettbewerb entstanden sei. Schließlich habe es aber mit zunehmendem technischen Fortschritt eine Zusammenarbeit zwischen Obrigkeit und Geistlichen gegeben.

Mit der industriellen Revolution und der Erfindung der Eisenbahn kam die Synchronisation der Uhrzeit – denn bis dahin hatte jeder Ort seine „eigene“ Zeit. Minutengenaue Fahrpläne wurden möglich und die zeitgesteuerte industrielle Arbeitsteilung begann.

Zum Abschluss erläuterte Thoholte die Herkunft und die Technik der Uhr von St. Clemens . Deren vier Gewichte wiegen je 60 Kilogramm. „Also ist ein ganz schöner Kraftaufwand nötig, wenn die Uhr, also die Gewichte aufgezogen werden müssen“, machte der Telgter deutlich.

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